Alle machten sich Sorgen um den kleinen Hund. Doch herauszufinden, was ihm fehlt, war schwierig.

Was ist mit Murphy los?

Murphy fehlt etwas. Aber was? Das lässt sich nicht eindeutig feststellen. Der kleine Hund hat aber auch eindeutig immer weniger Lust auf die vielen Untersuchungen. Am Ende wird er richtig renitent.

Fröhlich wedelnd lief der kleine weisse Hund auf dem Praxistisch herum. Ich konnte fast nicht glauben, dass er krank sein sollte. «Immer wieder streckt Murphy sich so komisch, kippt dann um und zittert», erzählte sein besorgter Besitzer.

Ich untersuchte ihn und fand nichts. Klar, dass er zwischen den Anfällen gesund erschien. «Es wird umständlich, denn es gibt für solche Symptome eine Liste, die so lange ist wie mein Arm. Von Herzbeschwerden über Leberleiden bis hin zu einem Problem im Gehirn!». Alle möglichen Ursachen konnte man jedoch mit einem Thermometer und dem einmaligen Herzabhören nicht herausfinden.
Als Erstes musste der kleine Murphy Blut lassen. Er fand das gar nicht toll und nach einem gescheiterten Versuch stand ein kleiner Hund mit Maulkorb und blutverspritztem Beinchen auf dem Tisch. Dann, während das Blutanalysegerät ratterte und lief, machte ich ein Röntgenbild. «Murphy kann nach Hause. Für die Auswertung benötige ich noch ein paar Tage», meinte ich.
Das Blutbild zeigte einiges an, doch nichts Konkretes. Es könnte dies sein, aber auch jenes. Ich hoffte auf die Auswertung der Röntgenbilder. Doch auch hier war das Resultat nicht befriedigend: Es könnte das Herz sein, aber auch die Leber. Oder das Problem lag im Gehirn. 

«Tja, Murphy macht es uns nicht leicht», seufzte ich. «Es könnte dies sein, aber auch etwas anderes. Wir müssen weitere Untersuchungen machen.» Mit deutlich weniger Begeisterung als am Anfang kam Murphy nochmals in die Praxis. Dieses Mal musste er mehrere Blutentnahmen über sich ergehen lassen und längere Zeit bleiben. Der Maulkorb war jetzt die ganze Zeit nötig und er knurrte, wenn wir uns näherten. Mit etwas flauem Magen erwartete ich die weiteren Blutresultate. Ich hatte es befürchtet: Sie waren nicht eindeutig einzuordnen. Murphys Werte waren unklar, es hätte dies sein können oder etwas anderes. Ich getraute mich kaum, den weissen Hund nochmals aufzubieten. «Wir könnten auch ohne genaue Diagnose eine Therapie beginnen, oder der kleine Murphy müsste in eine Klinik, für weitere Untersuchungen.»

Der Besitzer wollte nichts von der Klinik wissen, und sein Hund auch nicht. Also wurde nach einigen Tagen ein inzwischen sehr renitenter Murphy in die Praxis gezerrt. Den Maulkorb liess er sich ebenfalls nicht mehr umbinden. Unser Therapieversuch scheiterte daran, dass der Kleine die Tabletten verweigerte. Auch das Spezialfutter, das hätte helfen sollen, verschmähte er. «Wir lassen Murphy ohne weitere Untersuchungen leben. Seine Anfälle sind selten geworden. Irgendwie wird es gehen», meinte sein Besitzer. Er war nun ohne seinen Hund in die Praxis gekommen.

Sprechstunde: Fragen Sie Chantal Ritter

Falls Sie ein gravierendes Problem haben, können Sie eine Frage an Tierärztin Dr. Chantal Ritter stellen. Beachten Sie aber, dass Chantal Ritters Ratschläge eine erste Einschätzung der Lage sind, doch im Ernstfall nicht den Besuch eines Tierarztes ersetzen können. Die Tierarztsprechstunde finden Sie in unserer Online-Tiercommunity.

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Prisma
Veröffentlicht:
Dienstag 10.09.2013, 23:56 Uhr

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