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Linda Fäh: «Politik ist mir wichtig»

Persönlich. Ex-Miss SchweizLinda Fäh moderiert die Sendung «Polimag» auf Star TV und stellt darin Schweizer Jungpolitiker vor.

Coopzeitung: Welchen Stellenwert hat Politik in Ihrem Leben?

Linda Fäh: Politik hat einen grossen Stellenwert, wie auch Allgemeinbildung. Man sollte wissen und ver-stehen, was im eigenen Land und auf der Welt passiert. Jetzt zum Beispiel mit Japan und Libyen. Seit ich die Sendung moderiere, interessiere ich mich noch stärker für die Themen, indem ich jeden Tag die Tagesschau schaue und Zeitung lese. Ich versuche, die Entwicklung zu verfolgen. Und ich muss sagen: Je mehr man sich damit beschäftigt, desto spannender wird es.

Das ist wohl generell so: Was man näher anschaut, das wird interessant.
Normalerweise fehlt einem einfach die Zeit dazu. Ich bin froh, hab ich jetzt einen Job, bei dem das dazugehört.

Sie wollen den Menschen hinter dem Politiker zeigen. Sind das zwei verschiedene Dinge?
Ja, total. Man kennt die Politiker bloss von der politischen Seite her. Man sieht sie in der politischen Arena und hört ihre Meinungen und Aussagen rund um das Thema. In meiner Sendung ist es das Ziel, den Menschen kennenzulernen und zu zeigen, dass er neben Politik auch andere Dinge hat, die ihn beschäftigen. Ich glaube, das weckt auch eher das Interesse bei den Jungen, weil man sich besser mit dem Menschen hinter dem Politiker vergleichen kann.

In der ersten Sendung haben Sie sich die Garderobe von Cédric Wermuth angesehen.
(lacht) Unter anderem, ja.

Ist es wichtig, wie sich ein Politiker kleidet?
Wichtig … ach, es geht einfach um das Bild, das eine Person zu Hause abgibt. Wir machen eine Wohnungsbesichtigung und die Menschen zeigen uns, was ihnen wichtig ist. Cédric Wermuth von den Jungsozialisten war sehr offen. Lukas Reimann von der SVP habe ich auch positiv erlebt, man merkt, dass er schon länger in der Politik ist. Er war etwas vorsichtiger als Wermuth, vielleicht hat er schlechte Erfah-rungen mit Journalisten gemacht, was ich gut verstehe.

Haben Sie schlechte Erfahrungen mit Journalisten gemacht?
Es gibt Journalisten, die nutzen eine Situation aus, zu anderen kann man Vertrauen haben. Man muss lernen, mit Medien umzugehen, das sind Erfahrungen, die man erst im Verlauf des Missenjahrs macht.

Nützt Ihnen die Erfahrung als «Interviewopfer» beim Interviewen?
Ich denke schon. Ich bin redegewandter und offener und ich kann mich in die andere Person hineinfühlen. Ich kann sagen, dass es mir vielleicht auch so gegangen ist. Mit meiner Art kann ich da sicher auch einen guten Zugang zu den Jungpolitikern schaffen. Ich glaube, sie wären nicht so offen, wenn ein Politjournalist gekommen wäre.

Wie informieren Sie sich?
Ich lese jeden Tag die Zeitung, wenn es geht, 20 Minuten lang zum Zmorge. Ich brunche fürs Leben gern. Am Abend schau ich die Tagesschau, wenn ich zu Hause bin. Und natürlich höre ich Radio, ich bin viel mit dem Auto unterwegs, da kann man gut Radio hören.

Sie waren 2009 Miss Schweiz – vermissen Sie das Miss-Sein?
Nicht mehr. Ich hatte am Anfang Mühe, die Krone abzugeben und in der ersten Zeit hat es mir mega gefehlt. Im Amtsjahr ist für einen gesorgt, man muss sich um nichts kümmern. Danach muss man selbst für sich sorgen. Das war am Anfang nicht ganz einfach, aber jetzt bin ich glücklich, kann ich als Linda Fäh das machen, was mir gefällt.

Ihre Beziehung hat die Miss-Zeit nicht überlebt ...
Wir haben uns im Amtsjahr getrennt, das ist so. Ich gebe aber nicht dem Miss-Titel die Schuld. Wenn eine Beziehung stimmt und man zusammengehört, dann überlebt sie auch so ein Amtsjahr. Bei uns hat es einfach nicht mehr gepasst. Einen gewissen Einfluss hat das Amts-jahr schon, weil man viel Neues kennenlernt, daran wächst und reifer wird.

Sind Sie immer noch Single?
Ja, ich hätte im Moment auch keine Zeit, eine neue Beziehung anzufangen.

Damals wollten Sie ins Musikbusiness einsteigen. Ist daraus etwas geworden?
Ich habe letztes Jahr einen Plattenvertrag bekommen, ich arbeite aber immer noch an dem Projekt. Singen ist etwas, das ich auf lange Sicht machen möchte. Sie werden sicher noch von mir hören, ich kann jetzt einfach noch nicht sagen, wann und was.

Welche Ziele haben Sie?
Die Musik ist eines der grössten Ziele, ich möchte auch im Moderationsbereich weiterarbeiten und mich etablieren. Ich habe aber kein konkretes Ziel, wo ich in fünf Jahren sein will. Irgendwann möchte ich eine eigene Familie mit Kindern und ein schönes Zuhause haben. Das wünsche ich mir ... aber ich bin ja noch so jung. Reisen wäre auch cool.

Junge zur Politik führen – ist das ein Ziel?
Ja, gemeinsam mit Star TV haben wir das als Vision der Sendung Polimag formuliert. Der Sender darf bei politi-schen Themen keine Werbeeinnahmen generieren, hinter dem Konzept steht also keine kommerzielle Absicht, es handelt sich um ein persönliches Anliegen des Star-TV-Gründers Paul Grau. Ich unterstütze ihn gerne, da ich nun selber feststelle, wie bereichernd die Teilnahme am gesellschaftlichen Prozess sein kann.

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Steckbriefe:

Linda Fäh

Geboren: 1987 in Benken (SG)
Werdegang: Nach der Lehre als Bankkauffrau hat sie die Berufsmatura gemacht und in der Bank gearbeitet. 2006 wurde sie zur Miss Südostschweiz, 2009 zur Miss Schweiz gewählt. Seither hat sie sich auf Star TV und Tele Ostschweiz einen Namen als Moderatorin gemacht.
Aktuell: Linda Fäh moderiert seit März 2011 auf Star TV das Politmagazin «Polimag»: Sie besucht Jungpolitiker zu Hause und porträtiert die Politiker als Menschen.
Homepage: Linda Fäh; Polimag


Matthias Zehnder

Ehemaliger Chefredaktor

Foto:
Christian Lanz
Veröffentlicht:
Mittwoch 10.08.2011, 17:11 Uhr


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