Im November wird die Welt neu geordnet – zumindest im Garten. Nun kann so ziemlich alles ausgebuddelt werden, was den Sommer über gestört hat. Die Staudenbeete werden wo nötig gejätet, und was zu dicht steht, wird ausgegraben und geteilt. Die Glyzine, für die wir ursprünglich eine Pergola hatten bauen wollen, kommt nun rüber zur Hollywoodschaukel, von wo aus sie dann fröhlich in die alte Eibe hochwachsen kann. Eine vielleicht etwas unorthodoxe Kombination, aber was bleibt uns anderes, als aus dem Platzmangel eine Tugend zu machen. Und vor der Eibe hat die Glyzine jedenfalls genug Sonne. Dafür haben die Kletterrosen jetzt mehr Platz, und irgendwann kommen wir dann vielleicht dazu, eine ordentliche Pergola zu bauen.
Aber erst sollen die Rosen mal an den Dachlatten hochwachsen und etwas grösser werden. Ich achte immer darauf, nur gesunde Rosensorten zu kaufen, die dann nicht gespritzt werden müssen. Ein altbewährter, robuster Kletterer ist New Dawn. Auch Super Dorothy, Super Excelsa, Sympathie und Flammentanz bewähren sich. Und die gute alte Schneewittchen-Rose pflanze ich natürlich immer wieder gerne, sie ist hart im Nehmen und blüht oft bis weit in den Dezember hinein! Praktische Hinweise über die besten Sorten gibt das Buch «Robuste Rosen für jeden Garten» von Andreas Barlage (AV Verlag).
Im November können bestehende Büsche, junge Bäume und Kletterpflanzen umgesetzt oder neu gepflanzt werden. Auch Stauden können jetzt ausgebuddelt werden. Insbesondere die Frauenmänteli (Alchemilla mollis), die sich ordentlich vermehren, teile ich nun. Ich brauche sie gerne als Einfassung für Rosen- und Staudenbeete, da sie mit ihrem saftigen Laub und den hellgrünen Blüten einen erfrischenden Kontrast zu fast allem bilden. Wenn der Boden müde wirkt, kann bei der Gelegenheit gleich etwas Kompost eingegraben werden.
Stauden teilen ist keine Hexerei. Das grösste Geheimnis ist tatsächlich, sie nur dann in Stücke zu schneiden, wenn es draussen kühl und feucht ist. Graue Nebeltage sind ideal für solche Vermehr-Aktionen! Dann trocknen die Pflanzen nicht aus und leiden kaum. Je nach Grösse schneide ich sie mit dem Messer oder mit einem scharfen Spaten in drei bis vier Stücke. Wichtig ist nur, dass jedes Stück genug Wurzeln hat. Egal, wie feucht das Wetter ist, verpflanzte Stauden werden immer gut angegossen und eingeschwemmt, sodass die Wurzeln in der Erde kleben. Nur so können sie gut Fuss fassen. Das gilt auch für frisch gepflanzte Rosen, Sträucher und Bäume. Sogar Rosen kann man bei solchem Wetter zur Not verpflanzen. Nicht, dass sie es schätzen, aber es schadet ihnen jedenfalls zu dieser Jahreszeit nicht allzu sehr. Vielen Stauden hingegen tut es sogar gut, wenn sie alle paar Jahre mal ausgegraben und geteilt werden. Das verjüngt sie und im nächsten Jahr wachsen sie dann mit frischer Kraft weiter. Und vor allem ist das Teilen von Stauden eine gute Gelegenheit, die Beete etwas aufzumischen und neue Kombinationen auszuprobieren. Und gegen miese Herbstlaune hilft es auch. Ich bin jedenfalls immer ganz gut aufgelegt, wenn ich so einen Nachmittag lang draussen gebuddelt habe, man sieht dann auch gleich, was man gemacht hat und kann sich nachher den ganzen Winter freuen und gespannt drauf warten, wie das neu bepflanzte Staudenbeet wohl blühen wird.
Beim Jäten bin ich im Herbst eher zurückhaltend und reisse nur aus, was grad wirklich sehr stört. Sonst wirkt der Garten dann allzu kahl im Winter. Und die Tiere brauchen ja auch noch etwas Unterschlupf. Manche Büsche sehen jetzt aber so unordentlich aus. Und zu lange Äste werden später auch vom Schnee zerdrückt und können abbrechen. Auch grosse Rosen schneide ich wo nötig im November, damit die Zweige dann unter dem Schnee nicht brechen. Regeln dafür aufzustellen macht wenig Sinn, man sollte das in jedem Garten individuell nach Gutdünken anschauen, und halt jeweils das zurückschneiden, was einem nötig scheint. Jedenfalls wird alles geschnitten, was im Weg ist, und alles, was störend aussieht. Und das ist eben Geschmacksache.
Jeden Herbst dran glauben müssen auf jeden Fall die Schmetterlingsflieder (Buddleja), und zwar schneide ich sie je nach Situation auf 30 bis 50 Zentimeter über dem Boden, im Zweifelsfall lieber tiefer. Sie wuchern sowieso wie verrückt, was mit der Zeit zur Plage werden kann. Aus den abgesägten Ästen baue ich Verstecke für die Igel. Sie mögen es, wenn man die Haufen mit Laub füllt!