Anna Aaron: «Der Mensch braucht Mystik»

Persönlich. Die Basler Sängerin Anna Aaron hat ihre Karriere vielversprechend begonnen. Ihre Texte und Musik wirken ernst. Sie selber sagt: «Meine Musik ist nicht düster».

Coopzeitung:Ihre Musik wird als Folk Noir bezeichnet. Gefällt Ihnen die dunkle Seite?
Anna Aaron: Ich empfinde meine Musik nicht als düster.

Darum frag ich, denn auf Ihrem Album findet man sehr zuversichtliche Songs. Entsteht der Eindruck, weil Sie entgegen den meisten Stimmen mehr Druck und Timbre in tiefen Lagen entwickeln als in den hohen?
Wahrscheinlich stehen meine Stimmbänder kopf. Weil umgekehrt, also in hohen Lagen, kann ich nicht druckvoll singen.

Ihre Songs wirken pompös. Kommt das daher, dass Sie sie auf dem Piano schreiben?
Nein, ich kann einfach eine Melodie nicht so schlicht stehen lassen und höre immer zwei, drei andere Stimmen dazu. Im Studio mussten sie mich immer bremsen, noch mehr Stimmen übereinanderzulegen. Der Versuchung kann ich nicht widerstehen. Vielleicht ist es auch eine gewisse Unreife.

Denselben Hang zum Grossen findet man in den Texten.
Ich arbeite gern mit Symbolik, versuche, Emotionen anhand von Beispielen auszudrücken, die universell zugänglich sind. Darum arbeite ich gerne mit der biblischen oder auch griechischen Mythologie. Da findet man tief in uns verankerte Symbolfiguren, die unsere westliche Zivilisation geprägt haben und die jeder versteht.

Ein Beispiel dafür?
Im Song «The Drainout» geht es um die Tragik vom Leiden des Liebenden. Dafür hab ich die Geschichte von Samson und Delilah gewählt. Er besass übermenschliche Kräfte und Macht, doch wegen der Liebe zu einer Frau verlor er alles.

Haben Sie so etwas selbst auch schon erlebt?
Ja, aber auf eine kaum nachvollziehbare Art. Darum griff ich auf die Geschichte von Samson zurück. So wird es auch für andere zugänglich.

Weshalb singen Sie unter einem Künstlernamen?
So fällt es mir einfacher, mich in meine Fantasiewelt zu versetzen.

Mögen Sie denn auch Fantasy-Games, wo man sich einen Avatar-Namen gibt?
Nein, gar nicht. Ich habe schon als Kind mein Fantasiereich entwickelt, wo etwa die Bäume in der Nachbarschaft Namen hatten. Heute geht es darin mehr um Dinger, die den menschlichen Verstand übersteigen. Das kann bedrohlich sein, wie das Grauen vor dem Unbekannten. Um damit leben zu können, braucht man Symbolik, sei die nun religiös oder nicht.

Anna Aaron

Geburtsdatum: 29. Januar 1985, Basel

Zivilstand: ledig

Wohnort: Basel

Beruf: Sängerin

Karriere: Nach ihrem Ausstieg als Sängerin von «Aiph» versuchte sich Cécile Meyer unter dem Namen «Anna in a dotted Dress» als Singer/Songwriterin. Bald nannte sie sich um in Anna Aaron. Im Herbst 2009 erschien ihr erster Tonträger (EP) «I’ll Dry Your Tears Little Murderer». Aaron wurde für den Basler Poppreis nominiert.

Aktuell: Am 19. August erscheint ihre erste CD «Dogs In Spirit», (Label: «Two Gentlemen»). Danach Tour durch die Schweiz, Deutschland und Frankreich.

Link: Homepage von Anna Aaron

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Olivier Joliat

Autor

Foto:
Christian Lanz
Veröffentlicht:
Montag 15.08.2011, 13:44 Uhr

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