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Kirsty Bertarelli:«Text und Melodie fallen mir oft gleichzeitig ein»

Persönlich. Kirsty Bertarelli (38) über ihre späte Pop-Karriere, die Passion von Ehemann Ernesto, und ihre drei Kinder.

Coopzeitung: Sie wollten schon lange eine CD produzieren, nun hat es geklappt. Was bedeutet Ihnen die CD?
Kirsty Bertarelli:  Wenn ich meine kürzlich veröffentlichte erste Single «Don’t Say» im Radio höre, erinnert mich das an den Regenbogen, den ich als Kind immer berühren wollte: Es ist wundervoll, aber schwer fassbar. Ich glaube, ich muss gleich einen Song darüber schreiben, dass mein Traum wahr geworden ist!

Sie haben vor zehn Jahren einen Welthit geschrieben. Weshalb sangen Sie ihn damals nicht selbst?
«Black Coffee» war ursprünglich für mein Debütalbum gedacht, doch dann haben die All Saints mein Demotape gehört und das Lied so geliebt, dass ich nicht Nein sagen konnte, als sie es aufnehmen wollten.

Stimmt es, dass Sie Ihr heutiger Ehemann Ernesto zu diesem Song inspiriert hat?
Ja, das ist richtig, wir hatten uns gerade kennengelernt. Das wäre eigentlich schon toll genug gewesen. Als dann auch noch eines meiner Lieder den ersten Platz der englischen Charts eroberte, war ich total überrascht.

Was geschah danach?
Wir haben geheiratet, ich habe Kinder bekommen und ihnen den grössten Teil meiner Zeit gewidmet. Ich habe aber immer weitergesungen und Songs geschrieben.

Die CD ist also nicht nur Zeitvertreib einer reichen Frau?
Ich kann mir ein Leben ohne Musik gar nicht vorstellen! Für mich ist sie die schönste Art, mich auszudrücken. So habe ich zugesagt, als Universal Schweiz mir den Plattenvertrag anbot.

Wann sind die Lieder auf «Elusive» entstanden?
Die ältesten Songs schrieb ich noch ledig, die letzten vor etwa fünf Wochen. Ich erzähle unterschiedliche Situationen, mal balladenhaft, mal rockig. Ich mag Gitarren.

Wie entstehen Ihre Songs?
Manche Erfahrungen bewegen mich so sehr, dass mir Text und Melodie gleichzeitig einfallen. Ich singe sie dann auf ein Diktiergerät und arbeite die definitive Fassung später mit meinem Produzenten Andy Wright im Studio aus. Da ich selbst kein Instrument spiele, entwickle ich Ideen auch gerne im Teamwork mit Musikern.

Haben Sie die künstlerische Ader von Ihren Eltern?
Das denke ich schon. Meine Mutter ist eine hervorragende Sängerin und mein Vater hat seine Kreativität in die familieneigene Porzellan-Manufaktur «Churchill China» eingebracht.

Was meinen Ihre Kinder zu Ihrer Pop-Karriere?
Sie verträgt sich gut mit der Familie. Meine Kinder haben jetzt eine noch glücklichere Mutter und freuen sich für mich. Wir singen auch viel zusammen oder sie tanzen zu meinen Liedern.

Haben Sie Songs für Ihre Kinder geschrieben?
Ja, es gibt ein Lied, das ich immer meiner achtjährigen Tochter vor dem Einschlafen singen muss. Ganz rührend!

Ist es auf der Platte?
Aber sicher. Sie würde es mir nie verzeihen, wenn es nicht drauf wäre! Allerdings erst am Ende als «hidden track».

Welches waren Ihre musikalischen Idole?
Als Kind habe ich Abba geliebt. Als Teenager war es mir wichtiger, selbst Musik zu machen, als Stars zu umschwärmen. Heute höre ich gerne Kings Of Leon, Placebo oder Lady Gaga. Die ist toll!

Teilt Ihr Ehemann Ihren Musikgeschmack?
Ich glaube, Ernesto liebt es, mich singen zu hören, unterstützt mich sehr und mag Musik. Aber ehrlich gesagt, zieht er es vor, auf dem Wasser zu sein und zu segeln.

Wie sehr fiebern Sie dem «America’s Cup» entgegen, der im Februar vor Valencia stattfinden soll?
Ich verfolge Ernestos Rennen gerne. Die «Alinghi 5» ist ein faszinierendes Boot, majestätisch. Es hat mich auch zum Song «Oceans» inspiriert.

Was schätzen Sie als gebürtige Engländerin am Leben in der Schweiz?
Ich finde den Kontrast zwischen Bergen und Seen atemberaubend. Ich bin gerne draussen, fahre gerne Ski. Und das Land ist sehr sicher.

Sie sind kürzlich nach Gstaad gezogen. Wie haben Sie sich eingelebt?
Gstaad ist wunderschön, doch ich konnte es noch gar nicht richtig geniessen. Wir waren wegen der «America’s Cup»-Vorbereitung hauptsächlich in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ich freue mich darauf, nun wieder mehr zu Hause zu sein.

Sie engagieren sich auch für weniger privilegierte Menschen. In welchen Projekten?
Mit der «Smiling Children Foundation» unterstützen wir Kinderhilfswerke. Durch die «Fondation Bertarelli» finanzieren wir in Südafrika, wo eines von vier Kindern HIV-positiv ist, den Ausbau einer Schule, in der Strassenkinder Unterkunft kriegen.

Was planen Sie betreffend Konzerten und internationale Veröffentlichung?
Ich habe bei einigen Radios unplugged gesungen. Das war eine tolle neue Erfahrung. Was das Ausland betrifft, will ich nichts überstürzen. Zunächst konzentriere ich mich auf die Schweiz.

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Reinhold Hönle

Autor

Foto:
Christian Lanz
Veröffentlicht:
Dienstag 12.01.2010, 00:00 Uhr

Steckbrief
Kirsty Bertarelli

Berufe: Sängerin, Songschreiberin und Mutter
Geburtsdatum: 1971 als Kirsty Roper in Staffordshire (England)
Zivilstand: seit 2000 verheiratet mit Ernesto Bertarelli (44), dem früheren Serono-Chef und zweifachen America’s Cup-Gewinner mit Alinghi, drei Kinder (8, 5 und 3 Jahre)
Wohnort: Gstaad
Laufbahn: Miss UK 1988 und Platz 3 bei der Miss World-Wahl. Arbeit als Model. 2000: Ihr Lied «Black Coffee» erreicht in Grossbritannien Platz eins
Link: Homepage von Kirsty Bertarelli



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