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Kommentar Salina: „Ich schaue die Sonne an.“

Familie Schwörer auf ihrem Schiff.

Unter dem Link www.toptotop.org findet man viele weitere Informationen über diese aussergewöhnliche Expedition.

David Bröckelmann: «Die Gefahr gehört dazu»

Salina ist noch nicht einmal fünf. Doch sie hat schon fast die ganze Welt bereist. Seit der Geburt ist sie mit ihrer Familie für den Klimaschutz unterwegs. Ist eine Weltreise zu viel für so ein kleines Kind?

Coopzeitung: Gehst du gerne Skilaufen, Salina?
Salina: Ja!
Dario: Wie eine Rakete rast die Salina hier die Abhänge hinunter. Die Kinder bewegen sich sehr gerne. Auch auf dem Boot klettern sie den ganzen Tag herum.

Und bist du da auch schon mal ins Wasser gefallen?
Nein. Ich nicht, der Andri, mein Bruder, auch nicht, aber der Papi!

Und wer hat ihn gerettet?
Andri und ich haben der Mami gezeigt, wo Papi ist und sie ist zurückgesegelt. Dann haben wir ihm einen Rettungsring ins Wasser geschmissen und ihn gerettet.

Hattest du keine Angst?
Nein.Dario: Angst ist für uns ein sehr wichtiges Thema. Es wäre falsch zu sagen, dass ich nie Angst habe. Ich sage immer, Leute, die keine Angst haben, leben nicht mehr lang. Aber es ist keine panische Angst. In schwierigen Situationen arbeiten Sabine und ich umso konzent-rierter. Wir sind ein gut eingespieltes Team.

Welche Gefahr fürchtet ihr am meisten?

Dass jemand über Bord geht, sich verletzt oder krank wird, ist unsere grösste Befürchtung. Und wir tun unser Bestmögliches, alle Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, damit das nicht passiert. An Bord haben wir eine Lifeline, damit werden bei starken Winden und hohem Seegang alle angebunden.

Wenn es stark windet und das Boot richtig schaukelt, wie geht es dir dann, Salina?
Das macht Spass.
Dario: Bei Unwettern kommen unsere Kinder in die Kajüte in einen Hängesitz. Für die Kinder ist das ein Spiel, das sie Helikopter nennen.

Ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr euch und eure Kinder in Gefahr bringt, bei einer solchen Expedition grösser als daheim?
Nein. Für Aussenstehende ist ein Sturm vielleicht sehr beeindruckend. Sie könnten sagen, das ist ja verrückt mit Kindern. Ein Sturm ist immer unangenehm, doch unsere Kinder haben sich seit Geburt daran gewöhnt, dass es ab und zu heftig schaukelt. Gefahren, die man selbst nicht kennt, schätzt man oft grösser ein.

Seid ihr sehr optimistisch?
Wir sind gläubige Christen und haben ein sehr starkes Gottvertrauen. Aber wir gehen nicht leichtsinnig mit brenzligen Situationen um. Wir tun unser Möglichstes und ausserdem gibt es da oben noch jemand, der zu uns schaut.

Was gebt ihr euren Kindern mit dieser Expedition, was andere Kinder nicht haben?
Uns. Wir können unseren Kindern ermöglichen, dass wir 24 Stunden am Tag bei ihnen sind. Das haben viele Kinder nicht, deren Eltern zum Beispiel beide auswärts arbeiten müssen. Wir haben viel Zeit zum gemeinsamen Spielen. Und die Kinder müssen an Bord aktiv mithelfen. Wir haben keinen Fernseher. Einfach gesprochen, ist Liebe das Wichtigste für Kinder. Die Gesundheit muss garantiert sein und sie brauchen ausreichend Schlaf.

Was ist mit einem regelmässigen Tagesablauf?
Auf dem Boot haben wir einen festen Rhythmus. Vier Stunden bin ich am Steuer und vier Stunden Sabine. Wenns dunkel wird, gehen alle ins Bett. Für uns Erwachsene ist es bei einer Überquerung streng, weil wir dann auch nachts fahren. Wenn die Kinder aufwachen, wollen sie spielen und wir sind müde. Aber wir sind mehr vor Anker oder mit dem Fahrrad unterwegs, als dass wir Überquerungen machen. Wir waren bisher längstens 45 Tage unterwegs, ohne Land zu sehen.

Salina, was zeigst du deinen Freunden, wenn sie das erste Mal auf das Boot kommen?
Wie ich schwimmen und tauchen kann. Die Fenster darf man nicht öffnen, weil sie sonst kaputt gehen könnten. Dann käme Wasser ins Boot.

Du kannst aber auch sehr gut klettern, oder?
Ja, Andri auch.

Dario, was gebt ihr euren Kindern nicht, was andere Kinder haben?
Im Moment nichts. Unsere Kinder sind ja auch noch klein. Wenn sie mal 10 Jahre sind und beginnen, Freundschaften fürs Leben zu schliessen, möchten wir zurück sein und einen festen Wohnsitz haben.

Salina, wie heisst deine beste Freundin?
Kara. Sie ist sieben Jahre alt. Ihr Boot heisst Magnum und sie kommt aus San Francisco.

Kannst du Kara denn treffen und mit ihr spielen?
Ja.
Dario: Wir sind mit vielen Familien mit Kindern im regelmässigen Kontakt, die auch Weltumsegelungen machen. Und wir begegnen uns hier und dort wieder und legen ein Stück der Route gemeinsam zurück. Wenn wir in Küstennähe sind, haben wir auch Skypekontakt.

Salina, wie sprichst du mit Kara?
Englisch.

Would you like to go back to Pachamama? (Möchtest du zurück nach Pachamama?)
Yes! - When skiing is finished. (Ja, nach dem Skilaufen.)

 

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Bettina Ullmann

Redaktorin

Foto:
Christian Lanz
Veröffentlicht:
Dienstag 26.01.2010, 00:00 Uhr

Familie Schwörers
beeindruckende Mission

Ein Statement gegen den Klimawandel: In sieben Jahren haben die Krankenschwester Sabine Ammann-Schwörer (33) und der Bergführer Dario Schwörer (41) 10 000 Seemeilen mit ihrem 15-Meter-Segelboot «Pachamama» (Muttererde) nur mit Wind-, Sonnen- und Muskelkraft zurückgelegt. Sie haben in 33 Ländern über 45 000 Kinder besucht. Gleichzeitig haben sie ihre Kinder Salina (fast 5), Andri (3) und Noé (4 Monate) bekommen. Das Buch «Die Schwörers» von Marc Zollinger ist das Dokument dieser Expedition.

Link: Top to Top - Global Climate Expedition



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