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Mister Schweiz: «Wir sind verwöhnt»

Persönlich. Jan Bühlmann, der aktuelle Mister Schweiz, liest gerne Bücher, mag Kampfsport und Theater und hat am 1. August einen grossen Auftritt.

Coopzeitung: Als erster Mister Schweiz werden sie am 1. August auf der Rütli-Wiese stehen und den Bundesbrief verlesen. Wie kam es dazu?

Jan Bühlmann: Das war meine eigene Idee. Ich habe meiner Organisation gesagt, dass ich gerne am 1. August auf dem Rütli auftreten würde. Sie hat dann einfach bei der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft, der Organisatorin der Bundesfeier, angerufen. Wir haben eigentlich nicht damit gerechnet, dass es klappt, aber die fanden das eine gute Idee. Ich werde den Bundesbrief verlesen, in drei Landessprachen – vor allem Italienisch muss ich noch üben. Ausserdem darf ich noch eine eigene Rede halten.

Was werden Sie sagen?
Ich weiss es noch nicht (lacht). Ich werde wohl auf den Bundesbrief Bezug nehmen und darüber reden, wie ich mich als normaler Schweizer fühle in der Schweiz, was ich gut finde an der Schweiz.

Sind Sie schon nervös?
Nein, jetzt noch nicht, aber kurz vor dem Auftritt werde ich garantiert nervös sein.

Was gefällt Ihnen denn besonders an der Schweiz?
Ich finde die Schweiz super! Wir haben alles, was wir brauchen. Ausbildungsmöglichkeiten, Sicherheit – da sind wir im Vergleich zu anderen Ländern sehr verwöhnt. Das schätze ich sehr.

Und was finden Sie nicht so gut? Oder anders gefragt: Was beschäftigt Sie?
Beim Schulsystem sollte man investieren. Mit 16 ist es schwierig, sich für einen Lebensweg zu entscheiden, das habe ich ja bei mir selbst erlebt. Vielleicht hat einer einen Traum, aber er traut sich nicht, ihn zu verwirklichen. Die Schule sollte die Wünsche und Träume der einzelnen Personen ernster nehmen. Die Jugendlichen sollten mehr nach ihren Stärken gefördert werden, nicht nach ihren Schwächen.

Wo fühlen Sie sich am wohlsten in der Schweiz?
Ich bin sehr gerne in Luzern, hier ist es ruhig und familiär, sogar jetzt im Sommer, wenn so viele Touristen hier sind. Sonst bin sehr gerne in den Bergen. Wenn ich längere Zeit nicht in der Schweiz war, gehe ich häufig wandern oder snowboarden.

Wenn nicht in der Schweiz, wo würden Sie gerne wohnen?
Mir gefällt der Norden sehr gut, Norwegen, Schweden. Dort fahre ich ein paar Mal im Jahr hin. Vielleicht ziehe ich im hohen Alter mal dorthin (lacht). Ich bin überhaupt kein Typ für Strandferien, lieber mache ich Kultur- oder Städtereisen.

Ihr Traum ist es, Theater zu spielen. Ist das Filmgeschäft nicht verlockender?
Natürlich wäre ich einem Film nicht abgeneigt. Aber ich mache das Schritt für Schritt, und primär möchte ich eine Theaterausbildung absolvieren. Mein nächstes Ziel ist, an einer Schauspielschule aufgenommen zu werden, am liebsten an der London Academy of Music and Dramatic Art oder an der American Academy of Dramatic Art in New York. Dort möchte ich die ganze Ausbildung vom klassischen bis zum modernen Theater absolvieren. Persönlich finde ich, jeder Fernseh- oder Filmschauspieler sollte eine Theaterausbildung haben. Man wird einfach viel sicherer. Beim Film kann man Szenen wiederholen oder schneiden, auf der Bühne kann man sich keine Fehler erlauben. Theater erfordert viel mehr Aufmerksamkeit.

Apropos Film: eine erste Rolle haben Sie ja schon bekommen.
Ja, ich werde bald für Aufnahmen für die deutsche Produktion «Film deines Lebens» nach München reisen. Es handelt sich dabei aber nur um eine kleine Gastrolle, ich werde vielleicht ein bis zwei Sätze sagen. Ich muss dabei nicht einmal in eine Rolle schlüpfen, sondern werde einfach mich selber sein. Der Auftritt ist kein Sprungbrett, aber eine Gelegenheit, einmal an einem professionellen Filmset dabei zu sein und mit guten Schauspielern zusammenzuarbeiten.

Sie sind seit zwei Monaten Mister Schweiz: Hat sich die Aufregung etwas gelegt?
Jetzt im Juli ist es tatsächlich ruhiger. Ich werde demnächst eine Woche Ferien im Norden machen.

Und sonst: Hat sich Ihr Leben stark verändert?
Ich werde mittlerweile auf der Strasse erkannt. Und natürlich habe ich viel zu tun, bin viel unterwegs und habe weniger Zeit für meine Freunde und Hobbys. Aber eigentlich hat sich nicht viel verändert. Ich sehe das Amt des Mister Schweiz als Job, den ich ein Jahr lang mache. Ansonsten versuche ich, mich klar abzugrenzen von dem, was die Medien über mich berichten. Ich lese keine Artikel über mich, höre nichts am Radio, schaue keine Beiträge über mich im Fernsehen.

Gar nichts?
Wirklich nichts. Ich glaube, sonst würde der Druck zu gross. Und ich muss ja nicht durch die Medien erfahren, wie ich selber bin. Aber natürlich erzählt man mir es auch, wenn irgendwo ein grösserer Beitrag erscheint.

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Foto:
Christian Lanz
Veröffentlicht:
Dienstag 20.07.2010, 08:00 Uhr

Steckbrief
Jan Bühlmann

Geboren: am 11. August 1987 in Luzern
Wohnort: Buchrain LU
Zivilstand: ledig, Single
Grösse: 192 cm
Gewicht: 92 kg
Werdegang: 3 Jahre Realschule, 1 Jahr Sekundarschule, 5 Jahre Kantonsschule. 2009 Matura in der Sport- und Musikklasse mit Klavier. Klassische Gesangsausbildung, Auftritte in Musicals.
Hobbys: Klavier, Gesang, Komponieren, Schauspiel, Zeichnerisches Gestalten, Fitness, Basketball, Kampfsport, Snowboard.
Aktuell: Seit Mai 2010 Mister Schweiz. Jan Bühlmann wird am 1. August auf der Bundesfeier auf dem Rütli auftreten.

Link: «Homepage Mister Schweiz»

 



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