Völlig losgelöst

Schneider findet sich und verliert etwas anderes.

Steven Schneider: Ich stehe auf dem Hügel hinter unserem Haus und blicke Richtung Rhein und Schwarzwald. Tief atme ich die frische Herbstluft ein, ich geniesse die Ruhe und Aussicht.
Solch schöne Augenblicke in der Abenddämmerung verdanke ich unserem Hund. Egal, welches Wetter, ich gehe gern mit ihm spazieren und erlebe so den Wald und die Flussauen in dauernder Veränderung – ohne Lilla würde ich die Faszination der Natur verpassen und wohl am Computer sitzen.
Ich lass Lilla los, werfe Stöckchen, setze mich auf meine Lieblingsbank und krame nach meinem Handy. Ich will Schreiber anrufen und ihr sagen, wie viel Spass es mir macht, dass wir einen Hund haben. Aber zuerst mach ich noch schnell ein Spiel, ist zwar völlig idiotisch dieses «Block’d», aber es sieht mich ja niemand.
Das nennt man Feierabend! Es läuft super und ich gönne mir noch zwei Runden, als das Ding plötzlich klingelt. Schreiber. Sie knurrt: «Wo bist du?»
«Hier oben am Waldrand.»
Jetzt bellt sie: «Was machst du?» Ups. Ich entscheide mich für die Wahrheit: «Ich spiele auf dem Handy.»
War wohl keine gute Idee, denn jetzt schnauzt sie mich an, als wäre ich der letzte Hund: «Du bist so was von verantwortungslos!»

Sybil Schreiber: Es klingelt an der Türe. Die Nachbarskinder sind draussen und erzählen, dass unser Hund Lilla ganz allein im Quartier herumspaziere.
Das kann nicht sein, denke ich, denn Schneider ist mit Lilla vor einer Viertelstunde in den Wald hinauf, um die lange Abendrunde zu drehen.
«Doch, doch, es ist Lilla», rufen die Kinder, sie sei bei den Autos am Parkplatz bei den Wohnblöcken.
Na super!
Ich schlüpfe in meine Gummistiefel und renne mit den Kindern los. Wir rufen «Lillaaa, Lillaaa!», aber weit und breit kein Hund in Sicht.
Hm, war wohl doch Fehlalarm.
Da wetzt Lilla unter einem Auto hervor, rast völlig begeistert über die Wiese, legt sich in die Kurve, stoppt vor einem geparkten Wohnmobil, bellt dieses an und sprintet schliesslich zu uns.
Was für eine Energie!
Aber wo ist Schneider. Ist ihm Lilla abgehauen? Dann wäre er doch auf der Suche irgendwo in der Nähe, ist ja klar, dass Lilla heimkommt. Oder steht er hinter den Wohnblöcken und plaudert?
Wir trotten mit Lilla nach Hause, sie wedelt mit dem Schwanz, nun ist die Familie ja fast komplett, fehlt nur Schneider. Wo zum Teufel steckt der? Ich wähle seine Handynummer – und bin gespannt, was er mir erzählt!

(Coopzeitung Nr. 45/2011)

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Ferdinando Godenzi
Veröffentlicht:
Montag 07.11.2011, 10:04 Uhr

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