Spiel, Spass – und aua!

Welpen sind verspielt und abenteuerlustig. Doch dieser kleine Hund hat zu wild gerauft: Er hat sich ein Bein gebrochen. Keine gefährliche Sache, doch die Behandlung ist aufwendig und intensiv.

Eigentlich haben Welpen sehr biegsame Knochen. Auch tollen und spielen sie in der Regel so, dass ein Bein nicht brechen kann. Dieser Welpe aber hatte es fertiggebracht. Während die Züchterin ihn trug, heulte er immer wieder auf und sein linkes, hinteres Bein hing schlaff hinunter. Ich untersuchte ihn kurz und legte ihn gleich in Narkose. Denn was jetzt folgte, war bei einem kleinen Hund sonst nicht machbar. Im Röntgenraum wurden verschiedene Aufnahmen gemacht. Normalerweise knicken Welpenknochen eher, als dass sie brechen. Solche Knicke heilen auch ohne Probleme, und falls sie nicht allzu heftig sind, selbst ohne Verband. Hier war der ganze Unterschenkelknochen getrennt. Wahrscheinlich war der Kleine in einen Spalt geraten und dann umgeknickt. Die Bruchstelle war nicht stabil und das Bein musste fixiert werden.

Ich diskutierte verschiedene Fragen mit der Züchterin. Wie konnte der Kleine mit Verband mit seinen spielenden Brüdern und Schwestern mithalten? Zerrupften sie ihm im Spieleifer nicht den Verband? Wie war er ruhig zu halten, denn wegsperren war für einen so jungen Hund nicht gut für seine soziale Entwicklung. Welpen sind in diesem Alter in der Prägungsphase. Würde er jetzt, um sein Bein zu schonen, getrennt von Hundemama und Geschwistern, könnte er sein Leben lang unter Ängsten leiden. Auch wächst so ein Welpe mehrere Zentimeter pro Woche. Ein Verband müsste also auch immer wieder erneuert werden, um das Hundebein nicht am Wachstum zu hindern.

Der Kleine erhielt schliesslich einen gut gepolsterten Schienenverband. Dann kam eine anatomisch gebogene Aluminiumschiene darüber, um dem Beinchen Halt zu geben. Als Letztes wurde alles mit einer speziellen Binde und Klebematerial nagesicher verpackt. Bereits eine Woche später gabs einen neuen Verband. Er war so gewachsen, dass die Schiene nicht mehr passte. Nach drei Wochen durfte er ohne Verband wieder nach Hause. In seinem Laufgitter, inmitten vom Familienrudel, musste er noch bei Abwesenheit der Züchterin ausharren. Da er unter Aufsicht spielen konnte, bildeten sich schnell wieder Muskeln. Und beim Impftermin sah man ihm schon nichts mehr an. Der Kleine hatte alles gut überstanden. Zum Dank kaute er auf dem Praxistisch alles an, was wir nicht schnell genug in Sicherheit bringen konnten.

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Alamy
Veröffentlicht:
Montag 28.11.2011, 11:39 Uhr

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