Kampfzone Katzenkorb

Katzen und ihr Transportkörbchen: Das ist eine unendliche Geschichte, gespickt mit wilden Kämpfen, lautem Knurren und zerkratzten Armen. Die Katzen von Chantal Ritter sind da keine Ausnahme.

Nach der Behandlung hüpfte die Katze schnell wieder ins Körbchen. Der Besitzer staunte. «Wenn wir das zu Hause so gut könnten!» Wie immer erwähnte ich, dass die Katze hier nicht zu Hause sei. Also verhält sie sich abwartend und will wieder nach Hause, weshalb sie eher ins Körbchen springt. Eine andere Besitzerin meinte, es wäre ihr lieber, wenn ich bei ihr Hausbesuche mache. Sie habe solche Mühe, ihre Katze ins Transportkörbchen zu verfrachten. In der Praxis ginge es gut, zu Hause sei es unmöglich.

Ein paar Tage später waren meine Katzen dran mit dem Transport. Wir wollten für eine Weile verreisen. Unsere Katzen zogen für diese Zeit wie immer in die Praxis, um im Gehege auf unsere Rückkehr zu warten. Miauend und schnurrend hatte ich sie zu Hause auf den Arm genommen und in das Katzenkörbchen verfrachtet. Fauchend und bedrohlich knurrend stiegen sie in der Praxis aus dem Körbchen. Bei ihnen ist es genau umgekehrt: Zu Hause sind sie sehr nett, in der Praxis benehmen sie sich wie kleine Wildtiger. Die ersten Ferien im Gehege musste die Praxisassistentin mit der dicksten Schürze und einem Besen das Kistchen sauber machen. Jede heftige Bewegung wurde mit einem Angriff auf die Schürze quittiert. Der zweite Aufenthalt, ein Jahr später, verlief etwas besser. Immerhin durfte die pflegende Person ins Gehege, doch ein bedrohliches Knurren verriet, dass sie genauestens beobachtet wurde. Schliesslich wollte die eine Katze am Ende ihres Freiganges in der Praxisküche nicht mehr in das Gehege zurück. Keine Chance. Victoria lebte die letzten Tage, bevor wir zurückkehrten, frei in der Küche. Jeglicher Versuch, sie zurückzulocken, scheiterte. Mit ihrem einen Auge (ihr zweites verlor sie früh als Katzenbaby) fixierte sie bedrohlich ihre Umgebung.

Der Versuch, sie zuerst ins Körbchen und dann ins Gehege zu verfrachten, scheiterte. Ein offenes Körbchen hinstrecken? Keine Chance. Sie hineinscheuchen? Ein Gegenangriff als Antwort. Futter hinein? Interessierte sie nicht. Mit dem Netz? Sie versteckt sich im Kratzbaum! Kaum war ich zurück in der Praxis, lief ich zu ihr hin. Victoria maunzte und strich mir um die Beine. Ich hob sie auf und kraulte ihr den Hals. Laut schnurrend liess sie sich von mir ins Körbchen stecken. Meine Katze ist auf ihr unbekanntem Terrain unberechenbar!

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Alamy
Veröffentlicht:
Samstag 10.12.2011, 11:00 Uhr

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