Knapp bemessene Zeit für die viel gefragte TV-Frau: Sandra Studer im Studio, in dem die Sendung «Stars» aufgezeichnet wird.

Sandra Studer:
«Das ist eine magische Zeit»

Persönlich. Sandra Studer. Für Mütter ist der Advent meist die strengste Zeit des Jahres. Wir möchten von der vierfachen Mutter und Fernsehfrau Sandra Studer erfahren, wie sie und ihre Familie die Vorweihnachtszeit erleben.

Coopzeitung: Wie erleben Sie als Mutter von vier Kindern und viel beschäftigte Fernsehfrau die Advents- und Weihnachtszeit?
Sandra Studer: Für mich ist es eine wichtige, emotionale Zeit. Wenn die Tage kürzer werden, brennen bei uns zu Hause unzählige Kerzen. Es ist eine mystische, wunderschöne Zeit. Man spürt die Vorfreude der Kinder, wenn sie jeden Tag ein Päckchen vom Adventskalender auspacken dürfen.

Sie machen für alle Kinder einen Adventskalender?
Ja. Das heisst: Einen übernimmt gnädigerweise die Gotte. Mir bleiben dann immer noch 72 Geschenkli zum Einpacken. Das geschieht meistens in allerletzter Sekunde in einer Nachtaktion. Genauso wie das Dekorieren des Hauses. Dazu nehme ich mir eigentlich auch immer Zeit. Dieses Jahr habe ich aber geflucht, weil ich doch nur ein paar Lichterketten rund ums Haus aufhängen wollte und das auf der Verpackung so einfach aussah. Schliesslich haben mein Mann und ich Stunden herumgebastelt.

Dann ist jetzt also das ganze Haus beleuchtet?
Nein, nein, es hält sich in Grenzen. Eigentlich ist mir diese allgemeine «Beleuchtitis» etwas zu viel der Amerikanisierung. Aber ich gebe zu: Wenn man abends in der Dunkelheit nach Hause kommt und man wird von vielen kleinen Lichtern empfangen, dann hat das eben schon etwas sehr Heimeliges. Und dagegen bin ich nun mal auch nicht immun.

Wie haben Sie die Adventszeit als Kind erlebt?
Ich liebte die Vorweihnachtszeit: den Adventskalender, das Dekorieren, eben alles, was dazugehört. Und ich hatte eigentlich nie das Gefühl, meine Mutter sei während dieser Zeit gestresst, im Gegenteil. Meine Eltern bescherten uns Kindern immer ein wunderschönes Fest und das möchte ich meinen Kindern auch weitergeben.

Haben Sie deshalb auch die CDs gemacht, auf der Sie vom Samichlaus, vom Schmutzli und von Pieps erzählen?
Das hat enorm viel Spass gemacht. Im Sommer bei 30 Grad Hitze in den Flip-Flops im Studio zu stehen und vom tief verschneiten Wald zu sprechen. Ich fand es gut, dass der Autor Sämi Weber die Figur vom Samichlaus etwas vermenschlicht hat. Ich hatte als Kind noch wahnsinnige Angst vor dem Samichlaus. Der war auch immer ziemlich streng und humorlos. Ich war so eingeschüchtert, dass ich ihn alleine deshalb nett fand, weil er mich trotz meiner Missetaten nie in den Sack steckte.

Weihnachtsbasteln, Guetzli backen, Geschenke kaufen, Singen, Geschichten erzählen: Hat das Platz in Ihrer Familie?
Guetzli backen übernimmt dieses Jahr eine meiner Schwestern. Mit dem Basteln tue ich mich etwas schwer. Meist haben die Kleinen ja nach ein paar Minuten die Nase voll und Mutti muss fertig basteln. Singen und Geschichten erzählen ist da schon eher mein Ding. Geschenke kaufe ich fast nur für meine Patenkinder. Das Weihnachtskochen für alle Familienmitglieder machen wir meist gemeinsam, und zum Glück haben meine Schwestern und ich kochfreudige Männer.

In dieser Zeit arbeiten Sie aber auch viel fürs Fernsehen.
Ja, es ist meine intensivste Zeit im Jahr. Kaum sind die Credit Suisse Sports Awards vorbei, gehts mit den Vorbereitungen für den Swiss Award am 14. Januar 2012 los. Dazwischen produzieren wir meine sonntägliche Kultursendung «Stars» und «Stars extra». Am 1. Januar 2012 übrigens mit Mike Müller. Und zwischen all dem sind noch die Weihnachtsferien, die wir hoffentlich mit Schnee im Val Müstair verbringen können.

Wo machen Sie Abstriche?
Bei der Zeit für mich selbst, die gibt es kaum. Überhaupt ist es dieser berühmte Spagat, der eben nicht immer dynamisch und elegant ist, sondern manchmal auch ein bisschen weh tut. Als berufstätige Mutter hat man immer wieder das Gefühl, nicht genug da zu sein für die Kinder. Und den Job möchte man auch gut machen. Mit vier Kindern, davon zwei noch sehr klein, ist es nicht immer einfach. Da liegen auch schon mal die Nerven blank und es wird laut. Doch als Erklärung bemühe ich dann einfach mein spanisches Temperament (lacht).

Sandra Studer

Geboren: 10. Februar 1969
Zivilstand: verheiratet und Mutter von vier Kindern
Werdegang: Aufgewachsen mit spanischen Wurzeln in einer musik- und tanzfreudigen Familie im Zollikerberg. Opernbesuche, Klavierstunden und Ballettstunden gehörten zur frühsten Kindheit. Studium der Germanistik, Musikwissenschaften und Staatskunde an der Universität Zürich.
Karriere: Schon als Kind leidenschaftliche Sängerin, erste Tonaufnahmen 1987 und 1989 Backgroundsängerin bei einem Song mit DJ Bobo. 1991 Fünfter Platz beim Eurovision Song Contest als Sandra Simó mit dem Song «Canzone per te». Danach erfolgreiche Moderatorin mit verschiedenen TV-Formaten. Seit 2002 Moderation der Gala «Swiss Award».
Aktuell: Moderation «Swiss Award» am 14. Januar, jeden Sonntagabend die Kultursendung «Stars». Einmal pro Monat «Stars extra» mit einem Gast (am 1. Januar 2012 mit Mike Müller).
Hör-CDs:
«Bim Samichlaus dihei», Fr. 25.30.
«Samichlaus und Schmutzli – Benjamin der Esel», Fr. 20.30.
«Samichlaus und Schmutzli – Sternestaub im Märlitram», Fr. 20.30.
Alle von Sämi Weber, gelesen von Sandra Studer, erschienen im Verlag Bauchtreffer:
Im Handel, oder zu den angegebenen Preisen plus Fr. 5.- Versandkosten unter:
www.coopzeitung.ch/shop

Weitere Antworten von Sandra Studer

Welches Buch liegt grad auf Ihrem Nachttisch?

Alice Schwarzers „Lebenslauf“.

Welches ist Ihr Lieblings-Romanheld?

Als Nicht-Krimi-Fan war ich unerwartet gefesselt von Stieg Larssons Mikael Blomqvist aus der Millennium-Trilogie.

Und welche Vorbilder haben Sie in der Wirklichkeit?

Menschen, die trotz Rückschlägen positiv in die Zukunft sehen und etwas für Ihre Mitmenschen tun.

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?

Gerade auf DVD „The King`s Speech“.

Und welchen Film würden Sie gerne wieder einmal sehen?

„My life as a dog“ von Lasse Hallström. Ich habe ihn nach langem Suchen endlich auf DVD gefunden.

Ihr Lieblings-Filmheld?

Den gab es nur während der Pubertät. Christopher Reeve als „Superman“ raubte mir den Schlaf...

Was für Musik hören Sie gerade?

Die neue CD von Roger Cicero.

Welche CD würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?

Die würde ich selber brennen und mir einen Mix von Stevie Wonder über Joss Stone bis Zucchero zusammen stellen.

Mit welchem Musiker würden Sie gerne einmal einen trinken?

Mit Sting. Und dann würde ich gleich seinen Wein aus der Toskana probieren.

Was kochen Sie selbst?

Alles, was ich gerne mag. Meine Kinder werden nie Blutwürste oder Innereien vorgesetzt bekommen.

Ihre Lieblingsspeise?

Ich bin ein Pasta-Fan und liebe natürlich die spanische Küche. Mit einer guten Paella kann man mich glücklich machen.

Ihr Lieblingsgetränk?

Ein feiner Rotwein, Coca Cola Zero und Campari Orange.

Mit wem essen Sie am liebsten?

Mit meiner Familie und mit Freunden, die nicht auf Diät sind.

Und wo essen Sie am liebsten?

Zu Hause.

Mac oder PC?

Mac.

Auto oder Zug?

Beides. Mit dem Auto zum Bahnhof und danach weiter mit Zug.

Wein oder Bier?

Nur Wein.

Pasta oder Fondue?

Eindeutig Pasta.

Joggen oder Walken?

Joggen.

Berge oder Meer?

Beides.

Wann haben Sie zuletzt geweint?

Als ich bei den Sports Awards den Beitrag über den EM-Sieg von Sarah Meier gesehen habe.

Wie bringt man Sie zum Lachen?

Meine Kleinste mit ihren Wortkreationen und Alltagssituationen. Und ich liebe gute Witze.

Welches Tier wären Sie am liebsten?

Eines unter Wasser. Ich kann mich nicht zwischen Schildkröte und Delphin entscheiden.

Wovon träumen Sie?

Von der Zeit, die mir nicht davon rennt, sondern auf mich wartet.

Was ist für Sie das grösste Glück?

Zu sehen, wie sich meine Kinder entwickeln und die Welt für sich entdecken.

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Text: Martina Gradmann

Foto:
Justin Hession
Veröffentlicht:
Montag 19.12.2011, 15:47 Uhr

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