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Silvan Grütter
schreibt am 06.02.2018


1:0 für den Tee

So, wie sich die Menschheit in Katzen- und Hundeliebhaber einteilen lässt, so lässt sie sich auch in Kaffee- und Teefreunde sortieren. Ich persönlich kenne keine ernst zu nehmenden Beides-Trinker. Entweder Tee oder Kaffee. Es sind zwei verschiedene Lebenseinstellungen. 

Hier der Kaffee: Kräftig, bitter, schwarz, mit grossem Druck und Hitze gebrüht. Dort der Tee: Leicht, fein und zart zieht er elegant vor sich hin.

Kaffee, das sind die Rolling Stones, Tee ist Mozart.

Ich bin, das habe ich an dieser Stelle schon gestanden, überzeugter, leidenschaftlicher und hochgradig süchtiger Kaffeetrinker. Wenigstens bis gestern. Aber dazu später. Interessant ist, dass ich als Kaffeetrinker zu einer Minderheit gehöre: In der Schweiz ist Tee das beliebtere Genussmittel von beiden, wie die Recherchen meiner Kollegin Carole Gröflin zeigen. Im Durchschnitt trinken die Schweizer fast drei Deziliter Tee pro Tag –und damit mehr als Kaffee.

Was das Geheimnis des perfekten Tees ist, kann aber nicht einmal eine Meisterin ihres Faches sagen: «Tee ist nichts Besonderes», stapelt Meng-Lin Chou, Zürcher Teemeisterin mit taiwanesischen Wurzeln, tief. «Was er aber auslösen kann, bewegt mich», so die Expertin. Was sie damit meint, lesen Sie hier.

Von einer ganz speziellen Wirkung des Tees konnte ich mich diese Woche selber überzeugen. Vom Montag auf den Dienstag hatte ich plötzlich die Stimme verloren. Komplett. Meine Kollegin Carole Gröflin empfahl Salbeitee mit Honig. Er schmeckte zwar nicht besonders – aber er wirkte.

1:0 für den Tee

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