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Knoblauch

Er stärkt die Manneskraft und vertreibt die Geister, aber nur die bösen. Deshalb Männer, esst Knoblauch. Frauen auch!

Erica Bänziger, diplomierte Ernährungsberaterin und Buchautorin.

Erica Bänziger, diplomierte Ernährungsberaterin und Buchautorin.
Erica Bänziger, diplomierte Ernährungsberaterin und Buchautorin.

Glauben Sie etwa nicht an Geister? Das wäre aber schade! Erica Bänziger (48) findet das Thema spannend: «Als Kinder waren wir von ausserirdischen Wesen noch total fasziniert. Die Vorstellung von Geistern und Vampiren, Hexen, Zwergen und Feen ist doch so herrlich anziehend und unheimlich zugleich», sagt die diplomierte Ernährungs- und Gesundheitsberaterin und Autorin des Buches «Knoblauch – Eine Liebeserklärung». Sie könnte sich gut vorstellen, dass es bei diesem Thema um mehr geht als um ein genussvolles Spiel der Fantasie. «Die Überlegung, dass es Dinge gibt, die man nicht sehen kann, finde ich legitim.» Deswegen hat sie auch den entsprechenden Hinweis in ihrem neuen Buch nicht vergessen: «Stark riechender Knoblauch schützt vor Geistern, Dämonen und dem Teufel». Knoblauch hat richtig viel Kraft, ja, er scheint geradezu eine Wunderwaffe gegen allerlei Unerwünschtes zu sein:

Da sei an erster Stelle genannt, dass er besonders liebesmüde Männer wieder munter macht. «Das ist das beste Thema!», Bänziger lacht. «Doch es stimmt, Knoblauch gilt seit Jahrhunderten als natürliches Viagra.» Das sei ja auch klar, denn immerhin fördere der Knoblauch die Durchblutung. Die Ernährungsberaterin empfiehlt dem Mann bei Erektionsproblemen eine bis zwei Knoblauchzehen am Tag zu essen. «Möglichst roh, dann kommt die volle Wirkung des Allicins zur Geltung.» (Für Fortgeschrittene: Allicin ist eine schwefelhaltige Verbindung aus der Gruppe der Sulfide, die auch für den Geruch und Geschmack des Knoblauchs verantwortlich ist und besonders gesundheitsfördernde Eigenschaften hat.)

Die Liste seiner wohltuenden Wirkungen auf den menschlichen Organismus sowie auf Krankheiten ist lang. Auch Erica Bänziger ist nicht mehr zu bremsen, wenn sie all seine positiven Eigenschaften aufzählt. Knoblauch enthalte wie ein Aspirin Salicylsäure und wirke blutverdünnend. Er stärke das Immunsystem und habe eine antibiotische und antibakterielle Wirkung. «Wenn eine Erkältung im Anmarsch ist, mache ich eine Knoblauchtherapie, das kommt einer Antibiotikabehandlung gleich. Ich glaube fest daran, dass es funktioniert. Und wenn nicht, dann habe ich sicher nichts falsch gemacht.»

Im mittelalterlichen und Renaissance-Europa behandelte man Vergiftungen, Insektenstiche, Ödeme, Geschwüre, Zahnschmerzen, Pest und Pocken mit Knoblauch. Albert Schweitzer hat Knoblauch im frühen 20. Jahrhundert gegen Cholera und Typhus eingesetzt. Während des Ersten Weltkrieges hat man häufig Kriegsverletzungen und die Ruhr mit Knoblauch behandelt. Besonders effizient wirke das Allicin, wenn man die zerdrückte Knoblauchzehe mit einem Glas Wasser zu sich nimmt, sagt Bänziger.

Die Knolle habe sogar antioxidative Eigenschaften, «das kann sie auch als Antikanzerogen interessant machen», sagt Bänziger. Als Ernährungsberaterin wird sie von ihren Patienten oft nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten zur Schulmedizin gefragt. An der krebsvorbeugenden Wirkung des Knoblauchs werde derzeit noch geforscht, sagt die Fachfrau, doch einige Spurenelemente wie Selen, Mangan, Germanium unterstützen die Bildung eines Interferons, das wiederum die Makrophagen (körpereigenen Killerzellen) aktiviere. «Im Altertum wurde Knoblauch bei Magen-Darm-Krebs empfohlen. In England hat unlängst ein Zentrum für Komplementärmedizin dem Knoblauch eine krebsvorbeugende Wirkung wissenschaftlich attestiert. Ich persönlich halte viel davon, diese Naturmittel präventiv einzusetzen.» Das Zwiebelgewächs Knoblauch sei tatsächlich ein unglaubliches Multitalent, doch niemand solle sich auf ihn allein verlassen. «Auch als hervorragendes Gegenmittel bei Herz-Kreislauf-Beschwerden ist Knoblauch bekannt. Das heisst aber nicht, dass man sich allein mit Knoblauch vor Krankheiten schützen kann. Man muss immer den ganzen Lebensstil anschauen.»

Die Heimat des natürlichen Vielkönners ist Zentralasien. In China, Indien, Japan und im Orient ist der Knoblauch seit Menschengedenken eine alte Kultur-und Heilpflanze. Die Knoblauchzwiebeln wurden vermutlich vor 6000 Jahren in Vorderasien erstmals kultiviert, später kamen sie über den Mittelmeerraum ins übrige Europa. Abbildungen von Knoblauch in den Grabkammern im alten Ägypten stammen aus der Zeit 3200 vor Christus. Dort wurde der Knoblauch angebaut und galt als wichtiges Mittel zur Stärkung der Arbeiter und Flösser, die beim Bau der Pyramiden und der Tempel Schwerstarbeit leisteten. So wundert es nicht, dass er in Ägypten eine heilige Pflanze war.

Tatsächlich ist die Zwiebelknolle aber kein Medikament, sondern ein Gewürz. Und was wäre die asiatische, arabische, indische und europäische Küche ohne den Knoblauch? Knoblauch ist, neben all den rekordverdächtigen gesundheitlichen Vorzügen, die er hat, auch ein Geschmackswunder. Für den grossen Pythagoras war Knoblauch schlicht der König der Gewürze. Auch Erica Bänziger hat ihm ihre Liebe erklärt. Wäre da nicht die Sache mit dem Geruch. Doch auch dafür gibt es wirksame und natürliche Massnahmen. Lesen Sie auf Seite 46 im Buch «Knoblauch – Eine Liebeserklärung» Erica Bänzigers diverse Tipps gegen Knoblauchgeruch. Oder essen Sie einfach alle viel Knoblauch, Männer wie Frauen. Dann ist die Sache mit dem Geruch auch wieder kein Problem.

Drei feine Rezepte mit Knoblauch

Wie bekämpfen Sie Knoblauchgeruch?

Ein Hit aus Italien: Knoblauchzehen gebraten

Zutaten
2 ganze Knoblauchknollen
Olivenöl extra vergine
Meersalz

Zubereitung
Ungeschälte Knoblauchknollen quer halbieren oder die ungeschälten Knoblauchzehen vom Fruchtboden lösen, in einer Bratpfanne in reichlich Olivenöl bei schwacher Hitze rund 30 Minuten braten, salzen. Der Knoblauch darf nicht zu braun werden, weil er sonst bitter wird.

Zum Verzehr werden die einzelnen Zehen aus der Schale gelutscht. Sie schmecken lauwarm und kalt. Dieser Antipasto ist in Italien sehr beliebt.

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Herrlich an kalten Tagen: Knoblauchsuppe

Zutaten
2 EL Olivenöl extra vergine
4 grosse Knoblauchknollen
4 Baguettescheiben
1 EL Paprikapulver
1 l Hühnerbouillon
1 Msp. Kreuzkümmelpulver
Meersalz
frisch gemahlener Pfeffer
4 Eier
abgezupfte Petersilie für die Garnitur

Zubereitung
Knoblauchzehen vom Fruchtboden lösen, schälen und mit einem grossen Messer zerdrücken. Knoblauch in einem Brattopf im Olivenöl goldgelb braten, herausnehmen. Baguettescheiben im gleichen Topf goldgelb braten, herausnehmen und beiseitestellen.

Paprikapulver im Brattopf kurz rösten, mit Hühnerbouillon ablöschen, Kreuzkümmel und Knoblauch
zugeben, 5 Min. köcheln lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Backofen auf 230 Grad vorheizen.
Knoblauchsuppe in feuerfeste Suppentassen füllen, in jede Tasse ein Ei aufschlagen, mit einer
Baguettescheibe belegen. Im Ofen bei 230 Grad 4 Min. stocken lassen. Mit Petersilie bestreuen.

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Der Klassiker: Artischocken mit Aioli

Zutaten
4 grosse Artischocken
1 Zitrone, halbiert

Aioli
2 Eigelbe
1 TL Senf
2 Knoblauchzehen
250 ml Olivenöl extra vergine
Meersalz
frisch gemahlener Pfeffer
½ Zitrone, Saft
2 EL Naturejogurt

Zubereitung
Artischocken mit Zitronenhälften in einen grossen Kochtopf geben, mit Wasser auffüllen und salzen, aufkochen, Artischocken bei schwacher Hitze 40 bis 50 Minuten köcheln lassen, je nach Grösse der Artischocken. Die Artischocken sind gar, wenn man ohne Mühe ein Hüllblatt herausziehen kann.
Für die Aioli Eigelbe und Senf glatt rühren, Knoblauchzehen dazupressen. Olivenöl mit dem Hand-
mixer auf höchster Stufe langsam tröpfchenweise einrühren, bis die Sauce andickt. Aioli mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Mit Jogurt verfeinern.

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Alle drei Rezepte stammen aus dem Buch «Knoblauch - eine Liebeserklärung» von Erika Benziger. Bestellen Sie dieses als exklusives Leserangebot zum Vorzugspreis hier:

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Bettina Ullmann

Redaktorin

Foto:
Ferdinando Godenzi
Veröffentlicht:
Freitag 13.01.2012, 17:27 Uhr

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