Eine Katze zu halten ist ja schön, sie zu züchten, birgt aber so manche Überraschung.

Aus eins mach viele

Eine Katzenhalterin möchte unbedingt Katzen züchten. Doch was diese Idee für Konsequenzen haben kann, darüber macht sie sich nicht viele Gedanken. Und dann sind plötzlich mehr Kätzchen da als Plätzchen.

Die Kundin schwärmte in den höchsten Tönen von ihrer hübschen Bauernkatze. Und in der Tat hatte das Tier eine wunderschöne Zeichnung, war freundlich und kerngesund.
Die Kundin fuhr begeistert fort: «Wir würden gerne einen Wurf haben. Damit die Kinder das auch einmal erleben.» «Allerdings darf es nicht viel kosten. Aber ich habe ausgerechnet, dass Katzenzüchten ja nicht so ein teures Hobby ist.»
Sie rechnete mir enthusiastisch die Futterkosten vor und noch die Kosten für Impfungen, Warmlicht und da dass die Tiere auch verkauft werden können, gab ich weiter zu bedenken. «Was passiert, wenn keiner Ihre Kätzchen haben will?» Die Kundin liess sich nicht umstimmen. Das Experiment «Babykatzen» nahm also seinen Lauf. Bald hatte die stolze Mama ein dickes Bäuchlein. Sechs gesunde Babys erblickten das Licht der Welt.

Die kleinen Katzen tobten bald durch  die Wohnung. Nur: Es ging auf die Sommerferien zu und niemand wollte ausgerechnet jetzt eine kleine Katze.
Alle, die vor der Geburt zugesagt hatten, kamen plötzlich mit Sätzen wie «Der Vermieter ist dagegen» und «Meine Frau ist allergisch». Eine extra Katzensitterin musste her, denn die Katzenzüchterin hatte die Sommerferien mit ihrer Familie bereits seit Langem gebucht.
Die Züchterin hatte vor, die Katze nach dem Abstillen der Babys zu kastrieren. Doch sie hatte nicht mit deren Verliebtheit gerechnet. Bald waren die Babys grösser und das Bäuchlein wieder rund!
Diesmal klappte die Geburt nicht so gut. Ein Kaiserschnitt mitten in der Nacht war nötig. Auch musste sie die Kleinen eine Zeit lang schöppeln.Kaum waren diese grösser, brachte ein älterer Bruder der Kätzchen, der mangels Plätzchen zu Hause bleiben durfte, eine Maus mit nach Hause. Offenbar war die Maus nicht ganz gesund. Die Folge war ein schwerer Durchfall der gesamten Katzenfamilie. Wieder musste die Züchterin viel Geld ausgeben, für Tierarzt, das Reinigen der Teppiche und neue Bettmatratzen. Auch dieser Wurf konnte nicht verkauft werden. Die Kätzchen gingen für einen symbolischen Preis und viel Goodwill zu ihren neuen Haltern.

Es blieben einige Kätzchen übrig, welche die Züchterin selbst adoptierte. Als sie diese zum Impfen brachte, meinte sie, Züchten sei ein teures Hobby. Ungefähr so teuer wie die Gadgets am Auto ihres Mannes, sein Hobby halt. Allerdings wollte sie mit dem neuen Hobby vorerst mal eine Pause einlegen.

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Alamy
Veröffentlicht:
Dienstag 17.01.2012, 09:30 Uhr

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