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Bevor die Skifahrer kommen und nachdem sie gegangen sind, sind Leute wie Michi Salzgeber gefragt. Ohne die guten Pistengeister läuft nichts.

Immer dabei: der Notfallkoffer.

Michi hat auf (fast) alles eine Antwort und eine Erklärung.

Der Aletschgletscher, die grandiose Kulisse für alle Schneesport-Begeisterten.

Auch das gehört zum Job: Verletzte werden mit dem Schlitten ins Tal gebracht.

Blick hinter die Aletsch Arena

Ohne Menschen wie Michael Salzgeber läuft auf den Skipisten nichts. Der Pistenpatrouilleur führt Sie hinter die Kulissen der Aletsch Arena.

Die erste Stunde des Tages ist die letzte, die Michael «Michi» Salzgeber alleine gehört. Normalerweise. Denn am heutigen Morgen ist er nicht allein, heute hat er Gäste bei sich. Langsam gehts mit der Bergbahn von der Bettmeralp aufwärts und mit jedem Meter wird das Panorama gewaltiger: 20 Viertausender liegen im Blickfeld zwischen der Bergstation Bettmerhorn und dem Matterhorn. Und während ein Gletscher nach dem anderen enthüllt wird, hat man das Gefühl, direkt in den Sonnenaufgang hineinzufahren.

Auf dem Bettmerhorn ist die Ruhe fast gespenstisch. Dort, wo schon bald Hunderte von Skifahrern für Betrieb in den Restaurants sorgen, sind wir mit dem Chef der Pistenpatrouilleure alleine. Bei einem Kaffee gibt er einen Einblick in die unbekannte Arbeit der Pistenpatrouilleure. Patrouilleure – das tönt wie Polizisten. Doch das sind Michi und seine Kollegen nicht. Oder nur ein bisschen. «An-fangen tut der Tag mit dem Lawinenbulletin, den Wetterprognosen. Wir nehmen dem Schnee die Temperatur, erstellen allenfalls ein Schneeprofil und dann bestimmen wir, welche Pisten freigegeben werden.» Und dann ... kann es noch lange nicht losgehen. Michi und seine Kollegen fahren jeden Pistenmeter ab, richten Netze, Schilder, Schutzzäune und Stangen. Und wer will, kann ihnen heute dabei helfen.

Quizfrage: Wie erkennt man im Nebel, ob man sich am linken oder rechten Rand der Piste befindet? «Rechts sind die Pistenmarkierungsstangen 80 Zentimeter mit Leuchtfarbe gekennzeichnet, links nur mit 30 Zentimeter.» Nur einer von uns hat es gewusst. In weiten Schwüngen fahren wir im jungfräulich präparierten Schnee als Erste den Berg hinunter. Und während Michi die «Schutz-Matratze» an einem Seilbahnmasten befestigt, erzählt  der Walliser, warum er seinen Job auch liebt: «Da war letztes Jahr dieser Bub, der einfach nicht mehr auftauchte. Die Temperatur war bei minus 15 Grad, die Nacht bereits hereingebrochen.» Michi und seine Kollegen suchten, gaben nicht auf und schliesslich fanden sie den 14-Jährigen. «Er hatte einen Oberschenkelbruch und lag seit dem frühen Nachmittag abseits im Schnee. Dass er nicht schon an Kälte oder inneren Blutungen gestorben war, ist für mich ein Wunder.»

Die ersten Skifahrer sind nun auf der Piste und solche Wunder müssen auch über den Ärger hinwegtrösten, wenn wie gerade jetzt Unverbesserliche vor unseren Augen in eine gesperrte Piste einbiegen. Michi schüttelt den Kopf: «Die fahren jetzt direkt in ein Lawinengebiet – es ist unglaublich.»  Überhaupt hat der Bergler manchmal Mühe: «Mir scheint immer häufiger, dass die Menschen einfach ihr Hirn und ihre Selbstverantwortung an der Kasse abgeben, sich weder um Verbote noch Hinweise kümmern und einfach drauflosblochen – wenn dann etwas passiert, sind wir ja da.»
Damit nichts passiert, sprengen die Pistenpatrouilleure gefährliche Schneehänge, suchen nach dem Besitzer eines auf der Piste gefundenen Snowboards, checken einen Schneerutsch mit dem Barryvox, fahren einen «Beinbruch» im Schlitten zu Tal und trösten den etwa fünfjährigen Buben, der seine Eltern verloren hat. Und das alles, bevor der Tag überhaupt richtig begonnen hat. «Vom Daumenbruch bis zum Herzinfarkt sind wir für alles ausgerüstet und fachlich vorbereitet.» Wenn dieser Tag dann zu Ende geht, müssen die Patrouilleure sicher sein, dass auch noch der letzte Skifahrer das Gelände verlassen hat. Denn dann kommen die oft an Seilwinden befestigten Pistenfahrzeuge zum Einsatz. «Wenn jemand in ein solches Seil gerät ….» Michi erspart seinen Zuhörern die Ausschmückung der Folgen.
Inzwischen herrscht nun Hochbetrieb in der Aletsch Arena, der eidg. dipl. Pistenpatrouilleur entlässt seine Gruppe auf die Pisten. Pisten, die ohne diese Winter-Heinzelmännchen gar nicht befahrbar wären.

Kurz-Info

Region: Wallis
Ort: Riederalp-Mörel, Bettmeralp, Eggishorn
Typ: Skifahren 
Dauer: Ganzer Tag
Natur: *****
Kultur: ***** 
Abenteuer: *****
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Franz Bamert

Redaktor

Foto:
Jean-Christoph Bott
Veröffentlicht:
Dienstag 24.01.2012, 16:10 Uhr

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