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Kamera läuft – Vorlesung ab!

Professor Paul Hoyningen-Huene gibt eine Einführung in die theoretische Philosopie.

iTunes U - Apple macht Schule

Mit seinem Programm «iTunes U» präsentiert Apple eine Art Universität für jedermann: Vorlesungen und Kurse lassen sich wie Podcasts abonnieren und jederzeit abhören.

So. Also – Kamera läuft? Wunderbar, dann können wir anfangen. Einführung in die theoretische Philosophie, meine Damen und Herren!» Paul Hoyningen-Huene, Professor für Philosophie an der Leibniz-Universität in Hannover, blickt kurz auf und dann wieder in sein Skript. Er geht vor einer ungeputzten Wandtafel mit Algebraformeln auf und ab, schaut ab und zu in sein Skript und versucht sich auch mal mit einem Witzchen – Wintersemester 2012, Alltag an der philosophischen Fakultät.
Mit dem einen Unterschied, dass der Herr Professor nicht bloss im Hörsaal an der Leibniz-Universität zu sehen ist, sondern weltweit auf den Bildschirmen von Computern, iPads und iPhones.

Willkommen in der schönen, neuen Bildungswelt von Apple. «iTunes U» nennt die Firma das Konzept – es ist die wohl grösste Fernuniversität der Welt: Über 1000 Bildungsinstitute aus der ganzen Welt bieten über den Dienst Vorlesungen an. Kostenlos, wohlverstanden. Betrachten lassen sich diese Vorlesungen als Videos direkt in iTunes oder neu auch mit einer kostenlosen App, die ebenfalls «iTunes U» heisst. Apple ergänzt die hauseigene Bildungsoffensive jetzt mit zwei weiteren Apps: mit iBooks 2, einem Leseprogramm für elektronische Bücher, und mit iBooks Author, einem Programm für das Erstellen von elektronischen Büchern. Das Programm macht das Erstellen eines elektronischen Buchs etwa so einfach wie das Zusammenbauen einer Website. Kinderleicht also. Damit will Apple nichts Geringeres als das Lernen revolutionieren. Das Bildungswesen stecke bei Apple in den Genen, erklärt Phil Schiller, der Marketingchef der Firma. «Revolutionieren ist ein allzu grosses Wort», erklärt der Schweizer Computerbuch-Verleger Gregory Zäch. «Aber besseren Wissenszugang für alle traue ich dem Konzept schon zu, wobei Apple das notabene auch nicht erfunden hat.»
Im Kern geht es Apple natürlich darum, iPads und Macs zu verkaufen und an allfällig verkauften Inhalten mitzuverdienen. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet der Konzern aber freie Sicht auf die Bildungslandschaft, von Atomphysik bis Zellbiologie. Zu einem rechten Teil sind die Videos natürlich schlicht Entertainment für Bildungsbürger. Trotzdem: Vielleicht bleibt da und dort doch was hängen. Und sei es etwas Hegel oder Kant von Professor Hoyningen-Huene.

Fehlt nur noch eins: die Zeit, sich mit all den interessanten Inhalten zu beschäftigen. Bei Lichte besehen ist die Zeit nämlich das grösste Problem. Denn ein Medium, das auf günstige Art und Weise Bildung für alle transportierte, gibt es schon lange. Es ist rasch aufgestartet, äusserst portabel und verbraucht kaum Energie: das Buch.

iTunes U und iBooks Author

iTunes U ist eine App für das iPad und das iPhone. Das Programm ermöglicht es, die Vorlesungen aus Apples Online-Universität zu abonnieren und überall abzuspielen. Die Vorlesungen zeigen ein Video – viele Professoren reden aber so ausführlich, dass man ihnen problemlos auch beim Joggen zuhören kann.

iBooks Author ist eine App für den Mac. Das Programm ermöglicht es, auf einfache Art und Weise elektronische Bücher zu kreieren, die sich mit Gesten bedienen lassen. Die Bücher lassen sich derzeit nur auf dem iPad ansehen. Das fertige Werk lässt sich per Mausklick im iBookstore von Apple veröffentlichen.

Beide Programme sind gratis.

Bildung per Internet

Dass Apple Vorlesungen schön aufbereitet und in eine eigene Anwendung verpackt, ist natürlich toll und löblich und angenehm – eigentlich ist das ganze Internet aber voller Bildungsinhalte. Es gibt auf Onlinevorlesungen spezialisierte Anbieter wie die Khan Academy (siehe untenstehenden Link), aber auch jede ganz normale Uni hält spannende Inhalte bereit.
Am meisten Informationen finden sich in der Schweiz natürlich bei der ETH und den Universitäten Basel und Zürich. Bloss braucht es da manchmal etwas Zeit und Geduld, auf den grossen Websites etwas zu finden.

Einen direkteren Zugriff auf wissenschaftliche Publikationen bietet Google Scholar:
Die Google-Suchmaschine für akademische Inhalte sucht gezielt nur universitäre Quellen ab. Erreichbar ist die Wissenschafts-Suchmaschine von Google unter untenstehendem Link.

Google Scholar
Webseite der Khan Academy

«Wikipanion»

Bei offenen Fragen Bildung – das verspricht Wikipedia: Die offene Enzyklopädie wächst ständig weiter. Derzeit sind allein auf Deutsch 1,35 Millionen Einträge abrufbar. Auf dem Handy ist die Wikipedia-Seite natürlich über jeden Browser abrufbar. Bequemer geht es jedoch mit einer Wikipedia-App. Zu empfehlen ist Wikipanion: Die App bietet nicht nur die üblichen Suchhilfen wie die Vervollständigung des Suchworts und ein themenbasiertes Durchsuchen der Kategorien, interessante Einträge lassen sich in einer Leseleiste sammeln, man kann auf diese Weise richtig Wissen anhäufen.
Versteht man mal ein Wort nicht, kann man es in Wiktionary nachschlagen, ohne die aktuelle Seite zu verlassen. Auf dem iPad sieht die App fast wie ein richtiges Lexikon aus. Auf dem iPhone wird sie zum Helfer in jeder Tischdiskussion.

iPhone und iPad, gratis

Sonos Play 3

Mac-Benutzer, welche die Musik von ihrem Mac aus auf der Stereoanlage im Wohnzimmer abspielen möchten, fahren mit der Apple-Technik Airplay am besten. Was aber machen PC-Benutzer, die kein iTunes einsetzen und trotzdem Musik im Wohnzimmer haben möchten? Sonos bietet für diesen Zweck eine interessante Produktepalette. Die Firma hat mit dem Sonos Play 3 einen Aktivlautsprecher im Programm, der sich in ein W-Lan einbinden lässt. Obwohl der Lautsprecher in jedem Bücherregal Platz findet, klingt er wie eine ausgewachsene HiFi-Box. Richtig Spass hat man mit dem Drahtloslautsprecher aber nur, wenn er an eine W-Lan-Basisstation von Sonos angeschlossen ist, an die Sonos Bridge. Dann lässt sich die Musik nämlich über eine Sonos-App auf dem Handy steuern. Die kostenlose App gibt es für Android und iPhone. Die Musik muss sich dann nicht einmal auf dem Computer befinden, eine an die Bridge angeschlossene Netzwerkfestplatte reicht aus. So hat man im Wohnzimmer Musik, ohne dass die ganze Zeit der Computer angestellt sein muss. An die Sonos-Bridge kann man übrigens nicht nur einen Sonos Play 3, sondern auch zwei der Drahtloslautsprecher anschliessen. Die Boxen verständigen sich dann untereinander und sorgen im Wohnzimmer für wohlklingendes Stereo. Klar: Dazu muss man zwei Drahtlosboxen kaufen. Man kriegt dabei aber so viel Wohlklang fürs Geld, dass sich die Investition lohnt.

Preis: rund Fr. 320.–.

Erhältlich bei Microspot

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Matthias Zehnder

Ehemaliger Chefredaktor

Foto:
Ferdinando Godenzi, zVg
Veröffentlicht:
Dienstag 31.01.2012, 05:00 Uhr

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