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Farbenfrohe Frühlingsboten: Traubenhyazinthen sind ein schöner Hingucker.







Orange Primeln oder gelbe oder blaue oder rote: Sie sehen in jedem Garten schön aus.



Die Kleinsten werden die Ersten sein

Sabine Reber geht auf die Knie und begrüsst die ersten Frühlingsknirpse in ihrem Garten: Schneeglöckchen, frühe Krokus und Traubenhyazinthen sind schon da. Dazu passen die herzigen Zwergprimeln.

Meine Tochter konnte sie kaum erwarten: Jeden Tag strich sie durch den Garten, schaute unter Efeu und Zweige, schob altes Laub beiseite. Irgendwo mussten sie doch sein, die ersten Schneeglöckchen! Schliesslich war es ein einzelnes, winziges Schneeglöckchen, das sie als Erstes neben dem Hühnerhaus fand. Wir knieten neben ihm auf den kalten Boden, betrachteten es aus der Nähe: eine weisse Spitze nur, die aus der gefrorenen Erde ragte. Aber meine Tochter redete den ganzen Tag von diesem einen Schneeglöckchen.
Am selben Nachmittag fanden wir anderswo in der Stadt eine ganze Wiese voller Schneeglöckchen, die schon aufgeblüht waren. Am nächsten Tag, als wir die Eier holten, knieten wir uns wieder neben dem Schneeglöckchen hin. Und während ich das Wasser wechselte, rief mich meine Tochter, denn sie hatte Primeln gefunden, wilde rosarote Primeln, die sich selber in meinem Rosenbeet ausgesät hatten. Die zarten Blütenblätter waren von Raureif überzogen, aber die Farbe leuchtete, als hätten sie keine Ahnung, dass der Frühling noch eine Weile auf sich warten lassen würde.
Primeln sind sowieso verlockende Pflanzen, vor allem jetzt im Februar. Besonders hübsch sind die Zwergprimeln, die sich auch gut zusammen mit kleinen Zwiebelblumen arrangieren lassen. Wer nicht widerstehen kann und unbedingt jetzt schon Primeln kaufen muss, sollte sie in handliche Gefässe pflanzen, und sie in kalten Nächten dann halt ins Treppenhaus oder in den Keller stellen. Bloss in die geheizte Wohnung sollte man sie nicht nehmen, auch nicht über Nacht. Sie würden ob dem Wärmeschock gleich verwelken – ich rede aus Erfahrung. Und ja, natürlich habe ich auch heuer schon wieder welche gekauft, viel zu früh eigentlich. Aber die ersten Primeln sind immer die schönsten, so zeitig im Jahr können sie auch gar nicht bunt genug sein. Rosarote und orange mit roten Rändchen und gelben Augen, oder solche mit Rüschchen, oder blaue und rote und gelbe zusammen in einer Schale, Hauptsache, etwas Farbe vor meinem Küchenfenster, ein kleiner Aufsteller bei der Eingangstüre und auf dem Gartentisch!
Und nun kommen ja an warmen Lagen auch schon die ersten Krokusse, die erwarte ich immer mindestens so sehnsüchtig, wie meine Tochter auf die Schneeglöckchen wartet. Insbesondere Crocus tommasinianus mit ihren zarten, kleinen Blütenkelchen liebe ich heiss. Besonders schön sind sie, wenn man sie zu vielen Hundert im Rasen verwildern lässt. Etwas später blühen dann auch die grösseren Chrysanthus-Hybriden.

Aber wie noch fast jedes Jahr passiert es mir auch heuer, dass diese und jene Zwiebelblumen dann plötzlich doch im Weg stehen. Im Herbst hatte ich noch gemeint, an der Stelle könnten sie in Ruhe wachsen, aber in der Zwischenzeit hatte ich eine bessere Idee. So geht das immer. Und wie ich schon dabei bin, buddle ich noch ein paar Tulpen aus, deren Triebe bereits aus der Erde stossen. In diesem Stadium kann man sie noch ganz gut verpflanzen. Mit dem Spaten einen möglichst tiefen, kompakten Klumpen ausstechen und als Ganzes versetzen, so nehmen sie keinen Schaden. Noch besser wäre es natürlich, im Herbst genau zu überlegen, wo was hinkommt. Aber gerade in alten Gärten ist es natürlich so, dass grosse Klumpen von Frühlingsblühern an allen möglichen Orten wachsen und dann halt auch mal im Weg sind, wenn man die Blumenbeete verändern möchte.
Schneeglöckchen übrigens verpflanzt man immer «im Grünen», also wenn das Laub noch grün ist. Idealerweise sollten sie aber schon verblüht sein. Dann geht aller Saft in die Zwiebeln zurück und sie können am neuen Ort gleich weiterwachsen. Schneeglöckchen-Zwiebeln, die man im Herbst getrocknet kauft, wachsen viel schwieriger an und brauchen länger, bis sie sich dann auch vermehren.

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Für den Februar

  • Pflanzenreste und Samenstände vom Vorjahr abschneiden, damit sie den Neuaustrieb nicht behindern.
  • Tomaten, Kräuter und Balkonblumen drinnen auf dem Fenstersims ziehen. Sie brauchen aber unbedingt genug Licht, sonst werden sie «girglig».
  • Bäume und Büsche schneiden. Bei grossen Obstbäumen wenn nötig einen Fachmann beiziehen.
  • Sommerblühende Sträucher wie Eibisch oder Sommerflieder sehr stark zurückschneiden, falls das im Herbst noch nicht gemacht
    wurde.
  • Falls nicht zu viel Schnee liegt, Mist und Kompost auf den Beeten verteilen.
  • Kübelpflanzen an einen helleren Platz stellen und sielangsam etwas mehr giessen.
  • Zimmerpflanzen pflegen und sie auch wieder regelmässig düngen, sobald die Tage länger werden.
  • Minze- und Rosmarinzweige aus der Gemüseabteilung in Wassergläser einstellen. Sie machen dann Wurzeln und können in Töpfchen weiter kultiviert werden.
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Sabine Reber

Bloggerin

Foto:
Stöh Grünig, iStockphoto
Veröffentlicht:
Montag 06.02.2012, 17:01 Uhr

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