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Die Ponys und Pferde wurden früh an Kinder gewöhnt. Sie bleiben ganz ruhig, während die Mädchen sie für den Ausritt parat machen.

Annina möchte als Amazone beim Sechseläuten mitreiten. Wie man ein Pony striegelt und sattelt, hat sie bereits gelernt.

Nicola schafft den Mist des Pferds weg.

Annina möchte als Amazone beim Sechseläuten mitreiten. Wie man ein Pony striegelt und sattelt, hat sie bereits gelernt.

Die Pflegeutensilien liegen bereit.

Michaela schmust vor dem Ausreiten mit dem Pony.

Hoch zu Ross fühlen sich die Mädchen glücklich und frei. Die erwachsenen Begleiterinnen sorgen für die Sicherheit.

Das Pony, mein Freund

Mädchen lieben Pferde und wollen schon früh mit dem Reiten anfangen. Erste Erfahrungen machen sie meist mit Ponys, die sie pflegen, versorgen und reiten dürfen. So wie auf dem Ponyhof von Marlis Egli in Oetwil am See.

Es hat geschneit und die Berggipfel leuchten weiss im Hintergrund. Auf dem Ponyhof von Marlis Egli in Oetwil am See sind die Wiesen aber schon wieder grün. Kaum sind Michaela, Nicola und Annina angekommen, rennen sie schon los, um Assia, Flury und Filou zu begrüssen. Die beiden Ponys und das Pferd Filou warten geduldig auf ihre Reiterinnen. Die Mädchen kennen die Tiere bereits und dürfen sie selber striegeln, zäumen und satteln. Weder laute Zurufe noch unkontrollierte Bewegungen bringen diese aus der Ruhe. «Wenn man Ponys und Pferde kontinuierlich an Kinder gewöhnt, bleiben sie auch ruhig», erklärt Marlis Egli. Zudem seien ihre Tiere Kaltblüter, die, wie der Name sage, kaltes Blut bewahrten. Seit vielen Jahren bietet die 30-Jährige Ponyreiten für Kinder an und ist mittlerweile stolze Besitzerin von vier Pferden, vier Ponys und einem Esel. Jeden Nachmittag stehen ihre Tiere für die Kinder zur Verfügung, auch in den Schulferien. Rund 50 Kinder kommen regelmässig zum Ponyreiten nach Oetwil, und das ohne Werbung oder eine Internetseite. Zu tun hat das mit der ruhigen Art der Pferdebesitzerin und ihrem Flair für den Umgang mit Kindern. «Beim Ausreiten durch den Wald erzählen sie mir oft von ihren Erlebnissen in der Schule oder zu Hause, was sie bedrückt, oder was sie freut», erzählt Marlis Egli.

Nachdem die Tiere gezäumt und gesattelt sind, schwingen sich Annina und Michaela auf ihre Ponys, und Nicola, mithilfe von Marlis, auf ihr Pferd. Dann endlich geht es los. Die Mädchen geniessen es sichtlich, hoch zu Ross durch Wälder und Wiesen zu reiten und die Natur zu erleben. Am liebsten würden sie ganz alleine und immer an der Spitze reiten ohne die Führung von Marlis. Die Zeit vor der Pubertät verbringen viele Mädchen gerne mit Pferden. Fachleute erklären das  damit, dass die Mädchen für das Puppenspiel schon zu alt sind und Jungs meist noch uninteressant finden. Pferde könnten ihnen die nötige Wärme und Zuneigung geben, um den Abnabelungsprozess von den Eltern zu beginnen.

Es sind die Pferde, die pferdeverrückte Mädchen in die Ställe locken, nicht in erster Linie das Reiten. Denn die meisten Mädchen sind tierlieb, wollen die Ponys oder Pferde umsorgen, füttern, putzen und auch mit ihnen schmusen. So hat auch die 6-jährige Michaela vor dem Ausritt ihren Kopf an den Hals ihres Ponys Flury gelegt, mit ihm geschmust und ihm gut zugeredet. Die Ponys hätten so ein schönes weiches Fell und eine flauschige Mähne, sagt die Kleine. Annina und Nicola haben aber noch andere Gründe, weshalb sie Pferde lieben und reiten wollen. «Ich möchte später einmal als Amazone beim Sechseläuten mitreiten», sagt die 8-jährige Annina. Die gleichaltrige Nicola ergänzt, dass sie einmal eine tolle Reiterin werden wolle.

Auch Marlis hat früh ihre Liebe zu Pferden entdeckt. Aufgewachsen in Oetwil am See, wo die Eltern das Restaurant Rosegg führten, schlich sie schon als 7-Jährige zum benachbarten Stall, um dort beim Striegeln der Pferde und beim Ausmisten zu helfen. «Wir hatten zu Hause immer Meerschweinchen, Hasen und Hunde, doch Pferde übten auf mich eine besondere Faszination aus», erzählt sie. Zum Restaurant gehörte auch ein Stall, in dem ihre Grosseltern früher Kühe und Schweine hielten. Wenn schon ein Stall da sei, könnte man den doch auch mit Pferden füllen, dachte sich die kleine Marlis und kaufte sich als 13-Jährige mit ihrem zusammengesparten Geld ihre ersten beiden Ponys. Ihr erstes Pferd  bekam sie als 15-Jährige von der Mutter geschenkt. «Mein Pferd Filou kam aus schwierigen Verhältnissen, wo es schlecht betreut und auch geschlagen worden war. Nur mit viel Geduld und Zeit ist es heute so ein geduldiges, liebes Pferd geworden», erzählt sie.

Für ihre Tiere tut Marlis Egli alles. Früh um sechs beginnt ihr Tag . Sie füttert die Pferde, mistet den Stall aus und verschafft den Tieren Bewegung. Auch auf Ferien verzichtet die junge Frau, weil sie ja doch kaum jemanden finden würde, dem sie ihre Tiere mit gutem Gewissen anvertrauen würde. «Mir war schon damals klar, es gibt nur das eine oder das andere. Wer Tiere haben möchte, muss auf anderes verzichten können.» Weil sie Besucher immer wieder darauf ansprachen, begann sie schon als 18-Jährige, das Ponyreiten für Kinder anzubieten, und das bereits für Kinder ab drei Jahren. Obwohl Marlis kein therapeutisches Reiten anbietet, wie sie ausdrücklich betont, merkt sie doch immer wieder, wie der Umgang mit den Tieren und das Reiten Problemkindern hilft, ihr Selbstwertgefühl zu steigern.

Eine Pferdenärrin ist auch die 9-jährige Celina, die später dazu kommt. Ihr Zimmer zu Hause ist mit unzähligen Pferdebildern geschmückt. Sie liest am liebsten Pferdebücher und Pferdeheftchen und besitzt zahlreiche Plüschpferde. «Pferde sind meine Lieblingstiere», sagt sie, weil es so ein gutes Gefühl von Freiheit sei, auf einem Pferd zu sitzen. Auch ihre 7-jährige Schwester Jessica reitet gerne. Doch eigentlich habe sie alle Tiere gern, am liebsten diejenigen, die einen Schnabel haben. Celinas grösster Traum ist ein eigenes Pferd, so wie die 16-jährige Vanja, die ein eigenes Island-Pferd besitzt. Doch auch die 9-Jährige begreift, was es heisst, für ein Pferd verantwortlich zu sein und ganz auf alles andere verzichten möchte sie denn doch auch nicht.

Mit der Pubertät endet die Liebe zu Pferden meist. Das Pferd ist quasi das letzte Kuscheltier, es ist das Übergangsobjekt zwischen Puppe und Partner. «Wahrscheinlich werde ich auch noch in 20 Jahren das Gleiche machen wie heute», sagt Marlis. Ihre Pferde seien kein Familienersatz, aber sie möchte für sie da sein, daran werde sich wohl nie etwas ändern.

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Foto:
Christian Lanz
Veröffentlicht:
Freitag 10.02.2012, 17:19 Uhr

Text: Martina Gradmann

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