Kein modisches Accessoire, sondern bei Schnee und Kälte ein guter Schutz: Pfotenschuhe.

Tierische Schneeschuhe

Der Schnee macht nicht nur den Menschen das Laufen manchmal schwer. Auch Tieren setzt die Kälte zu. Hunde mit zotteligem Fell wie Saro zum Beispiel können wunde Pfoten bekommen.

Der Halter zeigte mir besorgt seinen Hund. Das Tier sah sehr sportlich und fit aus. Aber seine Pfoten waren überall rot und entzündet. «Saro hat wegen seines rauen Fells und den Haaren an den Pfoten immer wieder Schneekugeln zwischen den Zehen! Je nach Schneeverhältnissen hat er bereits nach wenigen Metern auch Schneekugeln an den Beinen!», erzählte der Kunde.
Ich kannte das Problem. Entfernen kann man diese Schneegebilde nur schlecht, denn diese hängen hartnäckig am Fell fest. Mein eigener Hund lehnte sich nach solchen Spaziergängen jeweils lange an die Heizung, bis die inzwischen zu Eis gefrorenen Stücke wegschmolzen. Bei bestimmten Felltypen bilden sich solche Schneekugeln häufig, bei anderen nie.

Das Wandern im Schnee hatte Saros Pfoten zwar zugesetzt, aber nicht verletzt. Bei der langen Heimreise musste er sich wohl alles Eis und Schnee aus den Pfoten genagt haben. Durch das lange und intensive Lecken sind die Pfoten wund geworden. «Wir wollten dieses Wochenende doch wieder in die Berge! Saro liebt das so.» Der Besitzer schien verzweifelt.
Zum einen mussten wir verhindern, dass sich an Saro weiterhin Schneekugeln bildeten. Ich schor ihm alle Pfoten innen und aussen, bis hinauf an die Beine. Mit den geschorenen Füssen sah er etwas seltsam aus, doch so konnte der Schnee nicht mehr hängen bleiben. Zum anderen mussten wir die wunden Pfoten heilen. Also salbte ich ihm seine wunden Füsse ein und, damit er nicht weiterleckte, erhielt er noch vier Pfotenverbände. Da er kein Zottelfell mehr an den Zehen hatte, konnte die Wundsalbe gut eindringen. Die Verbände schützten seine wunden Pfoten gleichzeitig vor Nässe, Salz und Split. «In zwei Tagen können Sie Saros Verbände entfernen. Solange darf er aber nicht ins Wasser damit! Dann sollten seine Pfoten wieder gesund sein.» Auch erhielt er eine Pfotenschutzsalbe für die kleineren Spaziergänge. Diese sollten Saros Pfoten in der Stadt schützen. Für die Schneewanderungen aber musste Saro nun mit Pfotenschuhen in den Schnee, zumindest solange seine Pfoten noch empfindlich waren.

Saros Besitzer stöhnte und meinte schmunzelnd. «Nicht nur meine Frau sammelt Schuhe, jetzt muss auch der Hund noch welche haben!»

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Alamy
Veröffentlicht:
Montag 06.02.2012, 11:39 Uhr

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