Tanja Grandits, Spitzenköchin, 17 Gault-Millau-Punkte
Mein Stern in der Küche
Ein Rüeblipüree kommt ohne ihn nicht aus. Rezepte mit Ente, Lamm und alle orientalischen Gerichte verlangen nach ihm und auch in meiner Tomatensuppe hat er einen festen Platz. Die Rede ist vom Sternanis! Er gehört zur Familie der Anisgewürze, schliesslich heisst er auch Chinesischer Anis – ein süssliches Gewürz mit fenchelartigem Goût. Der Sternanis ist mir mit seiner schönen Fruchtkapsel nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich der Liebste. Er schmeckt so schön warm – er wird ja auch an der Sonne getrocknet und nimmt jeden Sonnenstrahl in sich auf! Aber er verführt uns auch mit der Zitrusnote, die man aus seinem wertvollen ätherischen Öl rausschmeckt.
Der Sternanis wärmt uns also von innen, was wir doch gut gebrauchen können, die Sonne strahlt ja erst schwach vom Himmel. Und er stärkt uns dabei auch noch von innen: Ich schwöre auf seine Heilkraft! Er bringt Kreislauf und Verdauung in Schwung, stärkt Herz und Darm und heilt, wenn die Bronchien wie eine Motorsäge husten. Und die Seele wärmt er dabei gleich auch noch. Eine ordentliche Prise Sternanis macht einen einfachen Schokoladenkuchen zu einem ganz besonderen und bringt alle Augen an unserem Küchentisch zum Leuchten. Und in dem Sinne ist der Sternanis mein liebster Stern in der Küche.
(Coopzeitung Nr. 08/2012)
Danke für Ihren Kommentar
es wä ...