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Die Servicefrau

Sie gibt, was er von Cuche verlangt: alles!

Steven Schneider: Ich finde nicht, dass ich Didier Cuche ähnlich sehe. Kleine Kinder allerdings schon, denn für die haben Didier und ich eine vergleichbare Frisur. Also keine. Was er und ich aber gemeinsam haben: Wir müssen auf dem Berg oben bloss die Skier anschnallen und können dann losfahren, denn die ganze Vorarbeit erledigen andere.
Bei Cuche sein Servicemann.
Bei mir meine Servicefrau.
Sie macht das, ohne dass ich danach verlange. Sie meint ganz lapidar, dass ich es sowieso nie hinkriegen würde, Skischuhe, Skistöcke, Skibekleidung, Skiaccessoires und, überhaupt, die Skier für die ganze Familie auf unsere jährliche Skiferienwoche hin auf Vordermann zu bringen.
Vielleicht hat sie ja recht. Ich finde den Aufwand, um an der frischen Luft zu sein, ganz schön gross. Wenn man bedenkt, wie viel Energie und Geld notwendig sind, damit eine Piste in einem guten Zustand ist. Aber ich habe ja gar nichts gegen das Skifahren. Denn es ist toll, auf einer Terrasse einen Café Creme zu trinken und in die Sonne zu blinzeln. Im Prinzip kann ich das natürlich auch zu Hause – und dort bequem gleich damit verbinden, was mir am Skifahren am allerbesten gefällt: Didier Cuche bei der Abfahrt zusehen.

Sybil Schreiber: Sybil Schreiber: Schneider schaut in seiner freien Zeit gerne Skirennen. Ich hingegen renne in meiner freien Zeit Skiern hinterher. Denn wie jedes Jahr beginnt bei mir kurz vor den Sportferien die Jagd nach dem optimalen Material für unsere Kinder. Was Schneider schlicht und einfach verpasst. Ich rufe Freundinnen an, ob sie noch Schuhe in Grösse 35 haben, organisiere Helme, wetze in unser Sportgeschäft im Ort, im Schlepptau meine Töchter und unseren gesamten Skifundus, lasse Bindungen neu einstellen, Füsse vermessen und Skier präparieren. Während ich im Laden stehe, schlüpfe ich spasseshalber in meine alten Schuhe, ächze, drücke, zwänge und klemme fest.
Gibts denn so was?
Letztes Jahr haben sie noch gepasst.
Wie meinte eine gleichaltrige Freundin kürzlich: Wir wachsen nicht mehr, wir verbreiten uns.
Selbst im Fussbereich.
Ich habe keine Wahl und muss neue Schuhe kaufen. Nach über einer Stunde an- und ausprobieren kommen wir endlich perfekt ausgerüstet nach Hause.
Schneider kriegt das alles gar nicht mit. Ist auch besser so. Denn er würde wahrscheinlich erst am Skilift realisieren, dass die Füsse unserer Töchter schneller wachsen als Didier Cuche fahren kann.

(Coopzeitung Nr. 08/2012)

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

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Foto:
Ferdinando Godenzi
Veröffentlicht:
Montag 20.02.2012, 13:19 Uhr

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