Tangas für die Nati

Er kauft Slips – mit 25 Frauen!

Steven Schneider: In bin richtig stolz, dass mich die Damen-Nati erneut anfragt, ihren freien Morgen im Trainingslager zu gestalten. Diesmal habe ich mir etwas Besonderes ausgedacht, da sich in unserem Ort der Hauptsitz eines Unterwäscheherstellers befindet. Weil die Nennung des Namens Probleme mit den Nati-Sponsoren macht, verzichte ich darauf, zu sagen, wie das Unternehmen heisst. Nur so viel: Es liegt am Triumphweg, genauso wie der dazugehörige Fabrikladen auch.
Auf die Exkursion bereite ich mich vor, indem ich auf Wikipedia eingehend die Geschichte des Büstenhalters recherchiere. Nach der Lektüre beschliesse ich freilich, zu diesem Thema keinen Vortrag vor den Damen zu halten, da ich befürchte, ziemlich verlegen zu werden.
Dafür besuche ich mit den Fussballerinnen das Ortsmuseum, wo zu Ehren des besagten Unternehmens ein Raum mit Unterwäsche aus diversen Epochen des letzten Jahrhunderts zu sehen ist. Danach wirds wieder für alle spannend, denn ich führe die Nati zum Outlet-Store.
Als die jungen Damen jedoch vor mir String-Tangas hochheben und eingehend kommentieren, wird es mir doch zu peinlich.
Also verweise ich mich selber vom Feld, bevor ich rot anlaufe.

Sybil Schreiber: Nein. Schneider hat mir noch nie Unterwäsche geschenkt. Das stand zwar mal in einer Zeitung, hatte sich aber eine Journalistin einfach so ausgedacht. So ist das eben manchmal mit «Wahrheiten».
Wirklich wahr ist, dass sich Schneider nicht fürs textile Untendrunter interessiert. Schneider ist Dessous-resistent. Dachte ich jedenfalls.
«Ich gehe heute mit der Nati in den Fabrikladen», verkündet er an diesem Frühlingsmorgen. Was Aussenstehende missverstehen könnten, deshalb hier die Übersetzung: Nati wird «Natsi» ausgesprochen und ist eine Fussballmannschaft.
Eine Mannschaft besteht nicht immer zwingend aus Männern, in diesem Fall sind es die 25 besten Fussballerinnen der Schweiz. Sie verbringen in Bad Zurzach ihr Trainingslager, sind jung und fit, und Schneider ist in ihren Augen wahrscheinlich ein freundlicher mittelalterlicher Ex-Fussballer, der sie durch den Ort führt.
Unter anderem in den Outlet-Laden eines hiesigen, weltberühmten Dessous-Herstellers. Dort gibt es die heissesten Teile, die kaum was verhüllen, sondern nur betonen.
Bloss: Was genau hat Schneider dort zu suchen? Ich staune über seine Wandlung – oder sind das die Vorboten eines zweiten Frühlings?

(Coopzeitung 14/2012)

Kommentare (1)

Danke für Ihren Kommentar

Enthält dieser Kommentar bedenkliche Inhalte?

Der Text wird geprüft und eventuell bearbeitet oder blockiert.

Ihr Kommentar

Bitte vergessen Sie nicht Ihren Kommmentar.

Bitte geben Sie Ihren Namen an.

Pflichtfeld
Bitte geben Sie Ihre E-Mailadresse an.





Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld:

$springMacroRequestContext.getMessage($code, $text)






Bitte beachten Sie beim Kommentieren unsere Netiquette und gehen Sie respektvoll miteinander um.

Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Ferdinando Godenzi
Veröffentlicht:
Donnerstag 29.03.2012, 13:35 Uhr

Die neuesten Kommentare zu Schreiber vs. Schneider:

Annette Lefevre antwortet vor einem Tag
Sextest
Liebe Schreiber und Schneider, ... 
Oli Skyler antwortet vor zwei Tagen
Fan und forsch
Habe Ihre Kolummne heute in de ... 
Veronica antwortet vor 2 Wochen
Die Velotortour
Besser Butterschnitte statt da ... 

Weiterempfehlen:

Diese Themen könnten Sie auch interessieren:


Finde uns auf Facebook:



Login mit Coopzeitung-Profil

schliessen
Fehlertext für Eingabe

Fehlertext für Eingabe

Passwort vergessen?