Erst nachdenken, bevor man einem «Freund» antwortet, der Hilfe – sprich Geld – will. Denn meist handelt es sich um einen Betrugsversuch.

Phishing - Betrug per Mail

Letzte Woche habe ich von einem Freund eine herzzerreissende E-Mail erhalten:

«lch hoffe, du hast dies schnell erhalten, ich bin nach Edinburgh, Schottland, verreist und habe meine Tasche verloren samt Reisepass und Kreditkarte.» Ich habe zwar nicht gewusst, dass Michael in Schottland ist, aber er scheint da ein Problem zu haben. Er schreibt nämlich weiter: «Die Botschaft ist bereit, mich ohne meinen Pass fliegen zu lassen. Ich muss nur noch für mein Ticket und die Hotelrechnungen zahlen. Leider habe ich kein Geld dabei, meine Kreditkarte könnte helfen, aber die ist auch in der Tasche. Ich habe schon Kontakt mit meiner Bank aufgenommen, aber sie brauchen mehr Zeit, um mir eine neue zu schicken. Ich wollte dich fragen, ob du mir ein bisschen Geld so schnell wie möglich leihen kannst. Ich gebe es dir zurück, sobald ich da bin.» Der Arme.

Was tut ein guter Freud, wenn er eine solche E-Mail erhält?
Richtig:
Er kopiert den Anfang des Textes und gibt ihn bei Google als Suchauftrag ein. Das Resultat zeigt rasch: Es handelt sich um eine betrügerische Mail. Hacker haben sich eines Mailkontos bemächtigt und schicken im Namen des geknackten Kontos E-Mails an die Adressen, die sie in den Kontakten finden. Das Muster dieser Mails ist immer dasselbe: Die Betrüger erfinden eine Geschichte. Im Namen des Mail-Kontoinhabers schreiben sie, sie hätten einen Unfall gehabt oder es sei ihnen die Brieftasche oder, wie in unserem Fall, gleich das ganze Gepäck gestohlen worden. Auf jeden Fall bräuchten sie dringend Geld. Die Überweisung erfolgt nicht über eine Bankzahlung oder per Kreditkarte, sondern meist über ein Unternehmen wie Western Union. Um anonym zu bleiben, geben die Betrüger oft den Namen eines fiktiven Hotelmanagers an, in dessen Hotel sie angeblich abgestiegen sind.

Was tun, wenn scheinbar ein Freund in Not ist und einem Hilferufe per E-Mail schickt?
1) Kontaktieren Sie den Absender. Rufen Sie Ihren Freund an und klären Sie ab, ob er tatsächlich zum Beispiel in Edinburgh steckt. Meist sitzt der Freund ahnungslos in der Schweiz an seinem Schreibtisch und fällt aus allen Wolken, wenn Sie ihn anrufen.
2) Der Freund sollte dann als Erstes seine Kontakte informieren, dass mit seinem E-Mail Unfug getrieben wird. Hilfreich ist ein Anruf beim Internetprovider – allenfalls lässt sich das Mail auch sperren.
3) Betroffene können bei der Kantonspolizei Anzeige erstatten: Das Eindringen und Missbrauchen eines fremden Mailkontos ist strafbar.

Doch wie kommen die Betrüger überhaupt an die Zugangsdaten für ein MailKonto?
Meist holen sich die Betrüger die Daten über sogenanntes Phishing. Das ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus «Password Fishing» (auf Deutsch also Passwortfischen). Die Täter schicken dem Opfer eine (zuweilen verblüffend echt) aussehende Mail oder einen Link auf eine (ebenso verblüffend echt aussehende) Internetadresse und fordern das Opfer auf, Benutzername und Passwort des Mailaccounts oder, noch schlimmer, des Bankingaccounts, anzugeben. Wer die Angaben gutgläubig eintippt, wird sich wenig später darüber wundern, wie viele Freunde ihn anrufen und fragen, ob er wirklich in Edinburgh (oder Toronto, Glasgow oder Mailand) steckt und kein Geld hat.

Aufforderungen zur Passworteingabe per E-Mail sind nie seriös. Keine Bank und kein Internetanbieter wird von seinen Kunden verlangen, dass sie Identifikatonsdaten per Mail zurückschicken oder im Mail auf einen Link klicken und da die Daten eingeben sollen. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Mailprovider.

Google hilft

Der Bund unterhält zwei Stellen, die sich um Betrügereien und Angriffe im Internet kümmern: die Schweizerische Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik), erreichbar unter der Webadresse www.kobik.ch, und die Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani), erreichbar unter www.melani.admin.ch. Beide Stellen informieren auf ihren Webseiten über aktuelle Bedrohungen und Betrugsversuche. Es gibt aber einen einfacheren Weg, um herauszufinden, ob ein verdächtiges Mail ein Betrugsversuch ist: Kopieren Sie einen Satz aus der Mail, öffnen Sie Google und setzen Sie den ganzen Satz ins Suchfenster ein. Wenn es ein Betrugsversuch ist, haben andere im Internet meist schon darüber berichtet und Sie finden zu dem Satz Webseiten, auf denen von Phishing die Rede ist.

Aging Booth

Wie wollen Sie aussehen? Natürlich: so jung und gesund wie möglich. Wenn wir alle vor etwas Angst haben, dann davor, alt auszusehen. Diese App macht genau das: Sie zaubert das Alter ins Gesicht. Konkret geht das so: Man nimmt mit der Kamera des iPhones ein Porträtfoto auf oder lädt ein Porträt aus der Fotobibliothek. Die App erkennt das Gesicht und lässt es altern: Die Farbe wird wächsern, die Mundwinkel wandern nach unten, die Wangen ebenfalls, Falten verstärken sich.
Das Ergebnis ist erstaunlich: Das Gesicht wirkt tatsächlich um Jahre gealtert – ebenso verblüffend wie erschreckend. Die Herstellerin weist darauf hin, dass sie «keine Garantie für das Abbilden der realen Alterung» übernimmt. Das wäre ja noch schöner.

iPhone, Preis: Fr. 1.-

Intelligente Digitalkamera

Die Ferienfotos (oder die Fotos von der Geburtstagsparty, dem Polterabend oder auch nur des Wandertags) auf der Digitalkamera sehen wirklich gut aus. Nur schade, dass der Bildschirm so klein ist. Wie schön wäre es, wenn man sich die Fotos rasch auf dem Fernseher anschauen könnte. Schliesslich ist das TV-Gerät in den meisten Haushaltungen der grösste Bildschirm im Haus. Doch wie kommen die Fotos von der Kamera auf den Fernseher? Eine neue Technik mit dem Kürzel DLNA macht es möglich, Fotos direkt von der Kamera auf’s Fernsehgerät, auf den Computer oder auf’s Handy zu übertragen. Man muss die Bilder also nicht herunterladen auf einen Speicherstift oder sonstwie damit hantieren, man kann sie sich direkt anschauen. DLNA steht für Digital Living Network Alliance. Samsung unterstützt DLNA und hat die Technik zum Beispiel in die Digitalkamera EC-DV 300 eingebaut. Die Kamera ermöglicht es auch, per WLAN die Bilder direkt ins Internet zu übertragen und online zu teilen oder per Mail zu verschicken. Gesteuert wird das Ganze über einen Touchscreen auf der Rückseite. Die Kamera verfügt über eine Auflösung von 16 Megapixeln und ist in der Lage, Videos in HD-Auflösung aufzuzeichnen. Das Objektiv bietet 5faches Zoom. Gespeichert werden die Daten auf einer Micro-SD-Karte.


Preis: Fr. 199.-

Erhältlich bei Interdiscount

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Matthias Zehnder

Ehemaliger Chefredaktor

Foto:
Ferdinando Godenzi, Getty Images, zVg
Veröffentlicht:
Montag 02.04.2012, 11:46 Uhr

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