Ob die Indianer wohl Würste kannten? Eher nicht. Wir aber schon. Und wir lieben diese Lagerfeuer-Mahlzeiten.

Würste für die Apachen

Bräteln ist nicht einfach Bräteln. Es ist mit Erinnerungen verbunden. Lustigen, gefährlichen, und solchen, an die man sich nicht mehr gerne erinnert.

Ach war das eine schöne Zeit. Offiziell kam zwar unter der Woche – vielleicht – mal eine Wurst auf den Tisch. Dafür am Sonntagmittag der obligate Braten. Den lieferte der Dorfmetzger, in diesem Fall Gion-Gieris Vater. Der lieferte auch sonst noch einiges, ohne dass er es wusste: Würste an die Apachen, Steaks an die Cowboys, Spiesse an die Ritter der Tafelrunde und andere Helden, die die Fantasie der Dorfjugend bevölkerten. Die Ritter, die Indianer, das waren Gion-Gieri und seine Bande. Wenn es stimmt, dass die Kindheit das spätere Leben prägt, hätte aus uns eigentlich nur Metzger, Koch oder sonst irgendetwas Gastronomisches werden können: Die Grillfeste – damals nannte man es noch bräteln – nahmen den ganzen Sommer über kein Ende. Ist ja auch klar: ein Ritterfest, ein Cowboy-Feuer oder eben ein erfolgreich abgeschlossener Indianerüberfall – und sei es nur auf die Kühe des alten Cahenzli – ohne danach zu bräteln? Undenkbar. Und eben, Gion-Gieri sorgte immer für heimlichen Nachschub.

Mit der Zeit fanden wir heraus, dass Senf und Salz nicht der Weisheit letzter Schluss waren, wenn es ums Würzen ging: Wir probierten von A wie Angostura bis Z wie Zwiebeln so ziemlich alles aus, was in der Küche unserer Mütter so herumstand. Mit der Zeit waren unsere Bratwürste und Cervelats mit Garantie besser als jene, welche in der besten, weil einzigen Dorfbeiz, auf den Tisch kamen. Aber irgendwann trieben wir es wohl zu bunt: Gion-Gieris Vater stoppte den Nachschub plötzlich und nachhaltig. Was dann kam, treibt mir heute noch die Schamröte ins Gesicht: Weil die Fleischquelle versiegte, musste ein Chüngel des Messmers dran glauben. Aber ab diesem Tag war es für mich fürs Erste vorbei mit der Fleischesserei. Fürs Zweite auch. Und Metzger wurde ich erst recht nicht. Indianer oder Ritter wollte plötzlich auch keiner mehr sein.

Aber das Fleischessen, das haben Gion-Gieri und ich uns später wieder angewöhnt. Einfach von Tieren, die artgerecht gehalten werden, die das Tageslicht nicht nur vom Hörensagen her kennen und die nicht leiden müssen. Herkunft und Haltung wird ja auf der Coop-Etikette deklariert. Dabei geht es uns nicht nur um das Wohl der Tiere – sorry. Aber Gion-Gieri und ich haben entdeckt, dass Fleisch von Tieren, die artgerecht gehalten werden, einfach besser ist. Manchmal ziehen wir noch heute los, legen eine Wurst oder auch mal ein Natura-Beefsteak auf den Grill und reden von alten Zeiten. Nur Chüngel, das hat keiner von uns je wieder geschafft.

Grill an und Würste drauf (es sind Kalbsbratwürste und Klöpfer) und herzhaft reinbeissen.

Von Pro Montagna

Die grobe Schweinsbratwurst wird in der Bergregion im Kanton Neuenburg traditionell hergestellt. Die Metz- gerei wurde mehrfach bei Wettbewerben ausgezeichnet. Die feinen Bergkräuter geben der Wurst den besonderen Geschmack. Nur in grösseren Coop-Verkaufsstellen erhältlich. 10 Rappen gehen an die Coop Patenschaft für Berggebiete.

Einmaleins des Grillierens

Grillieren ist einfach, wenn man ein paar Grundregeln beachtet: das Fleisch nicht direkt vom Kühlschrank auf den Grill; das Grillgut nicht mit zu heissen Temperaturen verkohlen; die Wurst nicht ohne Einschneiden auf den Grill legen – wer diese Anfängerfehler überstanden hat, hat schon viel erreicht. Noch ein Wort zum Glaubensstreit, der die Elektro-, Gas- und Holzkohlengrill-Gemeinde spaltet: Blindtests zeigen immer wieder, dass am Geschmack des fertigen Grillguts kein Unterschied feststellbar ist.

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Franz Bamert

Redaktor

Foto:
Ferdinando Godenzi
Styling:
Marianne Ettlin
Veröffentlicht:
Montag 23.04.2012, 00:00 Uhr

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