Hü(hner) und Hott

Schreiber schwenkt vom Huhn zum Hund.

Sybil Schreiber: Wir bekommen von unseren wunderbaren Gästen in der Schreibsuite ein Geschenk: Vier frische Eier von den Hühnern in ihrem Garten daheim. «Ihr habt Hühner?», frage ich begeistert und meine Arme flattern ein bisschen, als wäre ich selbst ein Federvieh. Sie nicken und erzählen mir ausführlich von ihrer Hühnerschar.
Wie sie einst Geflügel aus dem Appenzell hatten, das sie abends jeweils aus den Bäumen pflücken mussten, und wie sie den Stall mit spezieller Kalkfarbe gestrichen haben – «gelöscht oder ungelöscht war hier die Frage».
Ich wusste gar nicht, dass es da einen Unterschied gibt und will nun alles über das Leben mit Hennen wissen. Und das ist einiges: Hennen fressen Würmer und leider nur selten Schnecken. Sie machen auch vor Salat im Gemüsebeet nicht halt.
Hühner scharren jede Wiese zum unansehnlichen Acker. Sie kacken überall und dauernd hin und wenn man wegfährt, muss man jemanden aufbieten, der sie morgens und abends betreut.
Hühner stehen im Sommer bei Tagesanbruch auf, ab halb sechs beginnt das Gegacker. Interessant. Interessant. Ich blicke auf die frischen Eier in meiner Hand und denke an einen Hund: Der gackert wenigstens nicht.

Steven Schneider: Schreiber, kürzlich noch begeisterte Hühnerfrau, erzählt konsterniert von den Nebenwirkungen einer Hennenschar. Als hätte ich das nicht immer gesagt – ich bin ja hier für die Realität zuständig, während Schreiber gerne laut träumt und damit sich und unsere Kinder um den Verstand bringt.
Doch den hat sie offensichtlich wiedergefunden: «Ich will keine Hühner mehr», flüstert sie.
«Ich hatte mir das unkomplizierter vorgestellt.» Ich nicht.
«Und so ein Stall, das ist echt aufwendig», fährt sie fort. «Ich glaube kaum, dass du einen bauen könntest ...» Ihr Killer-Argument, um aus diesem Hü und Hott herauszukommen?
«... Du sagst den Kindern, dass du das nicht schaffst. Und dass ein fertiger Stall zu teuer ist», fleht sie. Unglaublich! Soll ich vor Alma und Ida als Verräter dastehen?
«... doch damit die Kinder nicht zu enttäuscht sind, dachte ich an einen Handel ...»
Der mich rehabilitiert? «... statt Hühner erfüllen wir gleich ihren Herzenswunsch ...» «KEINE PFERDE!», schreie ich. «EIN HUND!» Schreiber strahlt. «Die Kinder würden ausflippen!» Danach ist mir auch – doch ich darf den Teilerfolg nicht gefährden: Die Hühner sind vom Tisch. Jetzt muss ich mich an die Hundeabwehr machen!

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Ferdinando Godenzi
Veröffentlicht:
Dienstag 21.06.2011, 16:45 Uhr

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