Platon oder Lucky?

Sie träumt von dem, was ihm nicht im Traum einfällt.

Steven Schneider: Feierabend! Ich trete ins Haus: kein Mensch zu sehen. Draussen höre ich Schreiber reden, offenbar telefoniert sie.
Auch gut, dann schaue ich zuerst in Ruhe die Post in unserem Büro durch, und eine Mail will ich auch noch schicken. Deshalb wecke ich den Computer aus dem Ruhezustand: Es erscheint eine Internetseite mit einem grossen Foto von einem knuffligen Fellknäuel mit dunklen Augen und Schlappohren.
Ich lese den Text dazu: «Hallo, ich bin Platon und 3 Monate jung. Vermutlich werde ich eine Schulterhöhe von 55 Zentimeter erreichen. Meine Geschwister und ich sind ungewollter Nachwuchs und da wir hier in Griechenland kein Zuhause fürs Leben finden, versuchen wir unser Glück in der Schweiz.»
Sucht Schreiber heimlich nach Hunden?
«Mit dem nächsten Flieger könnten wir auf die Reise gehen.Wir suchen Familien, die uns mit viel Geduld und Liebe fit fürs Leben machen. Wir können noch nicht an der Leine laufen, sind noch nicht stubenrein und bleiben auch nicht gerne alleine. Aber dafür haben wir jede Menge Unsinn auf Lager.»
Haha! Soll das lustig sein?
«Was meinen Sie, möchten Sie einen von uns adoptieren? Anruf genügt!»
Nie im Leben!

Sybil Schreiber: «Mit wem hast du telefoniert?», fragt mich Schneider gereizt, als er in den Garten kommt.
«Wie wärs zuerst einmal mit einem netten ‹Guten Abend›?», sage ich.
«... also, Guten Abend. Hast du in Griechenland angerufen?»
«Wie bitte? Ich kenne dort niemanden.»
«Keinen Platon?»
«Hä?»
Schneider knurrt: «Ich spreche von dem, wonach du im Internet heimlich suchst!»
Ach, jetzt kapier ich! «Du meinst die Hunde. Süss, nicht wahr! Du weisst doch, wie das bei mir läuft: Früher habe ich im Internet nach Häusern gesucht, dann nach Hühnern, jetzt nach Hunden. Das ist reine Entspannung. Du machst ja auch ab und zu ein Sudoku.»
«Das muss aber nicht zuerst stubenrein werden und mit dem Flieger aus Griechenland hergeflogen werden!»
Hm. Er ist in Streitlaune, Vorsicht!
Ich entscheide mich für die Flucht nach vorne: «Heute habe ich einen entdeckt, so süss! Lucky aus Bern! Komm!»
Ich zerre Schneider zum Computer, klicke mein Lieblingsinserat an und lese vor: «Lucky, etwa 3 Jahre, wurde aus den Ferien in Italien mitgebracht und sucht ein neues Daheim. Er ist stubenrein, klein, kurzhaarig und lustig.»
Ich lächle Schneider an und sage: «Du siehst, Lucky ist wie du. Der passt perfekt zu uns!»

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Ferdinando Godenzi
Veröffentlicht:
Dienstag 21.06.2011, 16:48 Uhr

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