Von Würsten und Welpen

Der Druck wächst: Schneider sieht sich von Hundefans umzingelt.

Steven Schneider: Was gibt es Besseres, als unter Männern am Feuer zu stehen, ein Bier zu trinken und zu schweigen? Das mit dem Schweigen klappt jetzt grad nicht so gut, denn mein Schwager Peter aus München ist samt Familie zu Besuch. Das ist immer sehr gemütlich. Normalerweise.
Doch nun werden unsere bayerischen Verwandten in Kürze Hundebesitzer. Während Peter einen Cervelat wendet, sagt er: «Da muss man sich dann an diese lauwarmen Würstchen im schwarzen Plastiktütchen gewöhnen.»
Ich nehme einen Schluck Bier. «Ob er haart, wissen wir noch nicht. Aber selbst wenn: Unsere Liebe wird grösser sein.»
Er strahlt mich an: «Kostet halt auch ein bissl was, so ein Hund: Die Hundehaftpflicht macht 86 Euro, Hunde-OP-Versicherung und Hundesteuer nochmals je 100 Euro. Zum Glück ist der Pippo kein Kampfhund, das würde 800 Euro im Jahr kosten. Aber auf dem Amt sagen die einem trotzdem: In der Hundesteuer ist nicht inbegriffen, dass man die Kackwürste einfach liegen lassen kann.»
Er wendet nun eine Bratwurst und ich blicke zur Veranda.
Dort scherzen meine und Peters Frau. Zwischen lauten Seufzern erklingt häufig ein Schreibersches: «Meiomei, wie süss!»
Sie reden wohl kaum über mich.

Sybil Schreiber: Schön, wie Schneider und mein Bruder Würste grillieren und sich unterhalten. Ich liebe diese Familientreffen. Wir schwatzen über unsere Träume und Projekte, lachen und blödeln, was eine meiner Lieblingsbeschäftigungen ist.
Oder war: Denn jetzt dreht sich alles um Welpe Pippo, der in ein paar Tagen das Leben meines Bruders und seiner Familie auf den Kopf stellen wird. Ich schaue mir die Fotos an: Diese kleine Promenadenmischung ist auch mein Traum! Intelligente Augen, ernsthafte Mimik – Pippo sieht meiner Nichte ähnlich.
«Und, freust du dich?», frage ich meine Schwägerin Mary.
«Freuen? Warum? Ich wollte nie einen Hund.» Oh! Das hatte mir mein Bruder bisher verschwiegen. «Ach, und trotzdem hast du Ja gesagt?» Mary schüttelt den Kopf: «Ich habe nicht deutlich genug Nein gesagt. Das war der Fehler.»
Aha. «Aber jetzt findest du es auch toll, oder?», hake ich nach.
«Nö. Aber Peter meinte, zum Joggen sei ein Hund für mich ein super Partner. Das würde bestimmt Spass machen, mal sehen ...»
Schneider joggt gern. Und Nein gesagt hat er auch nicht deutlich genug. Mit anderen Worten: Er ist bereit für einen Hund. Dann mach’ ich mich mal gleich auf die Suche!

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Sybil Schreiber, Steven Schneider

Kolumnisten

Foto:
Ferdinando Godenzi
Veröffentlicht:
Dienstag 21.06.2011, 16:54 Uhr

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