Ausser Atem nach dem Spiel: Auch Bullterrier können ein zu langes Gaumensegel haben.

Tyson kriegt keine Luft

Ein Hund hat Mühe mit dem Atmen, der Halter fürchtet, dass sein Haustier ersticken muss. Zum Glück gibt es Abhilfe. Doch der Hund muss sich einer Operation unterziehen.

Der Notfall kam überraschend. Es war ein warmer Tag, bald würde es so richtig heiss werden. «Tyson erstickt, kommen Sie schnell …», sagte eine aufgeregte Stimme am Telefon. Ich machte mich rasch bereit, doch was sollte ich mitnehmen? Ein Sauerstoffzelt passt nicht ins Auto und eine Sauerstoffmaske lehnen gerade so gestresste Hunde ab und wehren sich stark.
Es war nur eine kurze Autofahrt. Der Hund sah nicht gut aus. Er sass in der Stube und streckte den Hals nach oben. Das Einatmen war nur mit einer sichtlichen Anstrengung und einem Giemen machbar. Auch beim Ausatmen hörte man hinten im Hals deutlich einen Widerstand. Es war ein Kampfhund der netten und gut erzogenen Variante. Obwohl er mich eigentlich kannte, reagierte er nicht, als ich ankam.

Ich untersuchte ihn, während der Besitzer mir die letzten Stunden schilderte. Er sei wie immer mit ihm Gassi gewesen. Dort hatte er, wie immer, mit seinem Lieblingsspielzeug, einem roten Gummiball, gespielt. Dann plötzlich wollte er nicht mehr und atmete etwas schwerer. Beim Nachhausegehen habe sich das Atmen bis zur Atemnot verstärkt.
Er erzählte, dass sein Hund immer stark geschnarcht habe. «Wir schnarchen nachts um die Wette», bemerkte er lächelnd. Inzwischen hatte ich den Hund untersucht und ihm eine helfende Spritze verabreicht. Mit viel Ruhe und kühler Luft würde es bald wieder gut. Tyson, der Nette, erholte sich zusehends. Er schluckte, atmete etwas weniger streng und legte sich sogar auf die Brust. Immer noch hechelnd sah er unverwandt auf seinen Besitzer.«Tyson hat ein zu langes Gaumensegel», erklärte ich. «Dies ist eigentlich die Krankheit von kurznasigen Hunden. Dabei hat er Mühe, zu atmen. Gerade bei Aufregung und Hitze kriegen solche Hunde zu wenig Luft.»

Tyson erholte sich und musste wenige Tage später zum Chirurgen. Dort wurde ihm in Narkose sein zu langer Gaumen gekürzt. Nach einer anfänglichen Heilungsphase erschien er mit seinem Ball im Maul in der Praxis. Er hechelte normal und, obwohl es inzwischen wärmer geworden war, ohne jegliche Atemnot. Der Besitzer strahlte: «Tyson ist wieder fit! Er schnarcht kaum noch. Jetzt bin ich der Lauteste und meine Freundin hat gefragt, ob ich ebenfalls zu diesem Chirurgen gehen könne!»

(Coopzeitung Nr. 22/2012)

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Keystone
Veröffentlicht:
Freitag 25.05.2012, 18:00 Uhr

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