Wenn Wautzi und Büsi alt werden

«Was ist mit meinem Dusty los?», Nathalie wundert sich über ihren elfjährigen Yorkie, der seit einigen Wochen nicht mehr so quirlig umher springt und Frauchen freudig begrüsst, wenn sie zur Tür herein kommt. Das Springen und Hüpfen fällt dem Yorkie sichtlich schwer. Und wenn Frauchen den gewohnten Rhythmus des kleinen Yorkie-Rüden «durcheinander bringt», wird das neuerdings mit nervösem Bellen quittiert. All dies sind deutliche Anzeichen, dass Dusty nun im «Seniorenalter» ist. «Wie auch Menschen im fortgeschrittenen Alter sind Hunde sehr auf ihre Gewohnheiten aus und Alltagsänderungen werden nur schwer ertragen», weiß Dr. Chantal Ritter.

Gewohnheiten sind wichtig!

Hunde im Seniorenalter, bei Yorkies mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 14 Jahren etwa ab dem zehnten Lebensjahr, seien im Verhalten wesentlich unbeweglicher als jüngere Artgenossen, so die Tierärztin aus dem Kanton Luzern. Das trifft auch auf Katzen zu. Das Einhalten alter geliebter Gewohnheiten sei «ein Zeichen, dass das Tier zum Beispiel eine Krankheit verkraften kann». Gibt das Tier alte Gewohnheiten auf, sollte Frauchen oder Herrchen achtsam sein, denn «das ist ein Alarmzeichen was Lebensqualität angeht», warnt die Tierexpertin.  

Nachlassen der Sinne verändert das Verhalten

Mit dem Alter lassen auch Fähigkeiten wie Sehkraft, Geruchssinn und Hörvermögen nach. Damit ist meist auch eine auffällige Verhaltensänderung des Hundes oder der Katze verbunden. Denn «wird ein Tier taub, blind oder geruchlos, so wird es unsicher», erläutert Dr. Ritter. Je nach Charakter reagierten unsichere Tiere ängstlich oder aggressiv. Auch Schmerzen könnten aggressiv machen. Unerklärlich auftretende Aggressivität oder Ängstlichkeit sollten daher als Warnzeichen gesehen werden. Hier empfiehlt die Tierärztin den Vierbeiner behutsam anzuleiten: «Meine eigene Hündin, sie wurde 14 Jahre alt, wurde durch ihre Blind- und Taubheit aggressiv. Ich besuchte mit meiner Airdale-Hündin einen Welpenparcours, um sie neu an die «veränderten» Dinge heranzuführen - mit Erfolg», schildert sie.

Altersbedingte Krankheiten wie bei Menschen

Wie auch beim Menschen prägen sich bei Vierbeinern, die in die Jahre kommen, altersbedingte Krankheiten aus, die entsprechend behandelt werden müssen: So leiden alte Tiere häufig an Grauem Star, Schilddrüsenproblemen, Artrose, Herz- und Kreislauferkrankungen, Nierenproblemen oder Diabetes. «Frauchen und Herrchen muss sich also den neuen Umständen anpassen, musste sich doch Hundchen sein Leben lang dem Herrchen anpassen», beschreibt die Tierexpertin.

Alt und Jung belebt

Sie rät Hunde- und Katzenhaltern dringend, ihren Lieblingen keine «früher wie selbstverständlich gemeisterten Leistungen» mehr abzuverlangen, sondern ihnen bestimmte Hürden zu erleichtern: So kann der früher so kraftvolle Sprung ins Auto nun durch Hineinheben oder den Gang über kleine Treppe bewältigt werden. Die kürzeren aber häufigeren Gassi-Zeiten aufgrund altersbedingter Blasenschwäche können beispielsweise mit einem jungen Hund «versüsst» werden. «Der Junge darf nicht, der alte kann nicht. So bringt der alte Hund dem jungen alles Notwendige bei», schlägt Dr. Ritter vor.

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 23.06.2011, 11:28 Uhr

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