Silvester: Beruhigungstropfen gegen Böller?

Alle Jahre wieder bedeutet die Zeit nach Weihnachten bis zum Neujahrstag Ausnahmezustand für Thea und ihren weissen Spitzmix „Trixi".

Denn die kleine Hundedame ist sehr ängstlich und geräuschempfindlich. Sie stammt aus dem Tierasyl und schon bald stelle Frauchen fest, dass Trixi schon bei einem platzenden Papiersack panisch die Flucht ergreift. Was tun also während der Hochsaison der Böllerei, zu Silvester? Um seinem Vierbeiner das Silvesterfest so stressarm wie möglich zu bereiten, sollte man ein paar einfache Regeln beachten!    

Frühe Gewöhnung an Krach wichtig

Wie Hunde auf Böllerschüsse und Feuerwerksraketen reagieren, die zum Bundesfeiertag und zur Jahreswende gezündet werden, hängt von Charakter und Rasse ab. Mancher Vierbeiner, wie Jack Russel, Teckel oder Labrador Retriever oder andere zur Jagd gezüchtete Hund, gelten rassebedingt als „schusssicher". Hunde, die jedoch nicht schon als in den ersten Welpenmonaten an laute Umweltgeräusche und Krach gewöhnt wurden, können bei Feuerwerksknallerei regelrechte Panikattacken bekommen. 

Panik durch negative Erfahrungen

Ursachen und Gründe, warum der eine Hund völlig gelassen bleibt und der andere hingegen am ganzen Leib zittert, panisch flüchtet oder den Krach „verbellen" will, sind nur schwer auszumachen. Hunde, die aus Tierasylen oder ursprünglich aus dem Ausland stammen, können aufgrund ihrer Vergangenheit Schüsse mit Gewalt oder gar Lebensbedrohung verbinden. Etwa wie im Falle der Schäferhündin „Sarah", die nur knapp den Salven aus der Schrotflinte ihres Herrchens entkam. Solch prägende Ereignisse „vergisst" ein Vierbeiner nicht, auch wenn er sich längst in sicherer und liebevoller Umgebung befindet. 

Keine Beruhigungsmittel!

„Baldrian beruhigt die Nerven, das schadet dem Hund sicher auch nicht." Vor solchen gefährlichen Annahmen ist zu warnen. Auch von der Gabe sogenannter „SOS-Tropfen", um empfindliche Hundenerven zu schonen, raten viele Tierärzte ab. Generell sollten dem Hund keine Medikamente für Menschen verabreicht werden, auch keine natürlichen Hausmittel oder Homöopathische Mittel. „Panik vor der Knallerei hat das Tier ja weiterhin", betont der Tierarzt Dr. Stefan Gronostay. Die Panik könne sich sogar noch steigern.  

Mit dem Rudel sichereres Gefühl

„Wer einen ohnehin schon ängstlichen Hund hat, der sollte ihn an Silvester nicht alleine Zuhause lassen, denn in einer für den Vierbeiner als gefährlich eingeschätzten Situation von seinem Rudel getrennt zu sein, verstärkt die Angst", weiß der Tierarzt mit Zusatzbezeichnung für Tierverhaltenstherapie. Wer außerhalb feiert und es sich dabei nicht um eine turbulente Neujahrs-Party handelt, kann den Hund mitnehmen. Auf seiner Lieblingsdecke und einem geschützten Platz in der Nähe von Frauchen oder Herrchen „überlebt" Wautzi Silvester besser, als ganz allein zuhaus. „Gehen Sie mit dem Hund auch angeleint nicht hinaus, wenn gerade Feuerwerk oder Böller gezündet werden", warnt Gronostay.

Ängstliches Frauchen, ängstlicher Hund

Generell gilt: Egal ob Yorkie oder Dogge, falls sich Ihr Vierbeiner unters Bett, hinter das Sofa oder einen anderen Teil der Wohnung flüchtet, lassen sie ihn dort einfach in Ruhe „abwettern". Denn viele Hunde fühlen sich sicherer und wohler in einer „Sicherheitszone". Bitte keine Streicheleinheiten und keine beruhigenden Worte - damit verstärken nur die Angst des Tieres und Ihr Hund ist in dieser Situation sowieso nicht „ansprechbar". Sucht Ihr Hund den Körperkontakt, lassen sie ihn zu. Aber auch in diesem Fall gilt: Keine überschwänglichen Beruhigungsversuche. Denn wenn Frauchen panisch ist, überträgt sich diese Angst zusätzlich auf den Hund.

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 23.06.2011, 12:18 Uhr

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