Schmusezeit für Wautzi - so geht's richtig!

„Das ist übrigens meine Bella. Ist sie nicht goldig? Schauen Sie mal, wie gerne sie schmust!". Kaum gesagt, lüpft die neue Nachbarin einen winzigen Yorkie auf und drückt das hilflos zappelnde Tierchen an sich. Mit einem Dachshund oder einem Dobermann wäre die vermeintliche Hundefreundin sicher nicht so umgegangen.

Kleine Hunde brauchen ruhigen Umgang

Kleinen Hunden passiert es häufig, dass sie einfach begrapscht und geherzt werden wie ein Plüschtier. Doch ob klein oder groß - Wautzi mag es überhaupt nicht, auf solche Weise bedrängt zu werden. Solche „Frontalangriffe" lösen massiv Stress und Angst aus. „Gerade mit kleinen Hunderassen aber sollte man ruhig und vorsichtig umgehen, denn viele dieser Hunde sind von Natur aus hektischer und schneller gestresst als ihre grösseren Artgenossen", berichtet Dr. Stefan Gronostay, Tierarzt mit Zusatzbezeichnung für Tierverhaltenstherapie. 

Distanzlosigkeit erhöht Stress

Bei „üppigen Liebesbeweisen" von Frauchen oder Herrchen steigt der ohnehin schon erhöhte Stresslevel extrem. Denn bei solchen unbedachten Aktionen wird der unter Hunden als respektvoll geltende „Höflichkeitsabstand" völlig ignoriert. Die Folge: Yorkies, Chihuahuas, Rehpinscher oder andere Kleinrassen, die als vermeintliche Schosshunde betrachtet werden, werden mit der Zeit äussert misstrauisch gegenüber menschlicher Annäherung und fühlen sich bedroht. Schnappt die „goldige Bella" eines Tages vor lauter Angst und Panik zu, ist das nicht verwunderlich. 

Nähe zum Menschen ist wichtig

„Natürlich haben Hunde auch ein Bedürfnis nach körperlicher Nähe, aber sie wollen nicht einfach an den Menschen gedrückt werden", stellt der Hundeexperte aus Offenbach am Main klar und ergänzt: „Hunde lieben es Kontakt zu liegen, gemeinsam mit ihrem Menschen zu ruhen und sich an Frauchen oder Herrchen zu kuscheln". Die Nähe zum Rudel ist Hunden sehr wichtig - und auch Krauleinheiten. Eine für Wautzi äusserst angenehme Art menschlicher Zuwendung ist neben dem Crawlen beispielsweise das Bürsten. Hierzu empfiehlt sich ein Pferdestriegel mit  flexiblen Gumminoppen. Streicheleinheiten dieser Art fördern die soziale Bindung und zugleich die Durchblutung - Ihr Liebling wird diese „Krauleinheiten" sichtlich geniessen. Mit ein wenig Ruhe und Zeit lassen sich auf diese Weise grosse und kleine Lieblinge artgerecht verwöhnen. 

Auch Wautzi kann aufdringlich sein

Doch so unangenehm, wie unbedachte Annäherungsversuche von Frauchen oder Herrchen sind, kann es auch Wautzis Werben um Zuwendung sein: Wenn Ihr Hund ständig bellend um Sie herumtänzelt, sein Spielzeug herbeischleppt, Sie anstupst oder „pfötelt", dann sollten Sie auf dieses Verhalten nicht immer gleich eingehen. Wer freut sich nicht, wenn Wautzi einen beim Nachhausekommen freudig begrüsst? Natürlich ist nicht jede Aktion ihres Hundes ein Versuch, Sie zu manipulieren. Doch wenn Sie Manipulationsversuchen nachgeben, etwa den Hund streicheln, wenn er sich auf den Rücken wirft oder pfötelt, wird er für sein aufdringliches Verhalten „belohnt" und es immer wieder tun. 

Agieren statt reagieren

Ihr Hund muss nicht den ganzen Tag beschmust und bespielt werden - er sollte auch in der Lage sein, sich selbst zu beschäftigen. Zeigen Sie ihm mit überzeugender Geste und mit bestimmtem aber ruhigem Ton, wenn er gerade „stört" und sie keine Zeit für ihn haben. Ignorieren Sie ihn dann für eine Weile. Rufen Sie ihn zu sich, wenn Sie Zeit für eine Streicheleinheit haben. So agieren Sie und reagieren nicht nur auf seine Manipulationsversuche. Geben Sie auch ruhig hin und wieder nach, wenn er mit einem Schnauzenstups eine Krauleinheit fordert. Dadurch lernt ein Vierbeiner, dass Frauchen oder Herrchen nicht immer verfügbar sind, aufdringliches Verhalten nicht belohnt wird und es besser ist, sich an die „Spielregeln" zu halten.

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 23.06.2011, 12:46 Uhr

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