Hund und Katz im Bett?

„Desperate Housewives"-Star Teri Hatcher hat einen neuen Begleiter gefunden, mit dem sie das Bett teilt. So war es dieser Tage in der Yellow Press zu lesen. „Ich habe einen neuen Hund", verriet die Schauspielerin in der US-Sendung „Access Hollywood". Jack, eine Bulldogge aus dem Tierheim, dürfe nun bei Teri im Bett liegen. „Er verliert kaum Haare, aber er schnarcht", räumte die Schauspielerin ein. Nachts müsse sie Ohrstöpsel tragen, wenn der Hund in ihrem Bett schlafe. Aber hat Hund oder Katz' überhaupt etwas im Schlafzimmer verloren?

Hunde mögen körperliche Nähe zu Herrchen

„Ein Hund ist ein Rudeltier, er hat durchaus ein Bedürfnis nach körperlicher Nähe und ruht gerne gemeinsam mit seinem Menschen", weiss der Hundeexperte Dr. Stefan Gronostay. „Daher kommen Hunde auch gerne ins Bett." Wenn man in diesem Fall seinen Vierbeiner aus dem Rudel ausschliesst, widerspräche das den Bedürfnissen des Hundes. Eine Verbannung aus Bett und Schlafzimmer bedeutet jedoch nicht, dass Wautzi leidet oder gar seelischen Schaden nimmt. 

Bett bleibt für viele Tierhalter tabu

Ob man gerne die feuchte Schnauze seines Lieblings beim Aufwachen direkt im Gesicht hat oder sich das Fussende mit ihm teilt, ist eine ganz individuelle Entscheidung. Das zeigte sich auch in einer Umfrage des Immobilienportals Immowelt.de zu diesem Thema. Fast jeder dritte (32,8%) der 1.000 befragten Tierbesitzer lässt ihre Lieblinge zwar ins Schlafzimmer, das Bett bleibt jedoch Tabuzone. Fast jeder Zweite (41,7%) ist der Meinung, dass Tiere generell nichts im Schlafzimmer verloren haben. Jeder Fünfte (21,4 %) hat offenbar keinerlei Bedenken, seine Schlafstatt mit Hund oder Katz' zu teilen. 1,8 Prozent der befragten Tierbesitzer nehmen ihren Liebling nur mit ins Bett, wenn er krank ist. Und wenn der Partner mal nicht da ist, nehmen 2,3 Prozent der Teilnehmer Hund oder Katz' als Kuschelersatz mit unter die Decke. 

Wautzi als Kuschelersatz kann folgenreich sein

Viele Katzenfreunde geniessen es, das Fussende mit der kuscheligen Büsi zu teilen. Ein Hund als Kuschelersatz kann jedoch Folgen haben. So darf der Terrier von Ehepaar Jaegi immer dann im Ehebett übernachten, wenn Herrchen als Messeprojektleiter unterwegs ist. Nach dessen letztem Aufenthalt, der drei Wochen weilte, knurrte ihn der Vierbeiner an und fletschte die Zähne, als Herrchen seine Schlaffstätte aufsuchte. Daraufhin erhielt Terrier Milos dauerhaft Bettverbot. Frisörmeisterin Nicole und ihr Mann teilen sich das Bett mit gleich zwei Hunden: Schäferhund Betty und Bordercollie Rick. Allein von ihrer Grösse her nehmen die Vierbeiner reichlich Raum ein. Doch das stört Nicole und ihren Lebensgefährten nicht: „Wir schlafen hier wie im Rudel und beim Schmusen stören uns die Hunde nicht", erzählt die Hundebesitzerin. 

Vorsicht vor unliebsamen „Gästen"!

Wegen der Hygiene erneuert Hundefreundin Nicole jede Woche die Bettwäsche. Doch das ist kein ausreichender Schutz vor unliebsamen „Gästen": Katzen- und Hundeflöhe. Sie verursachen bei Zweibeinern juckende Stiche vornehmlich an Füssen, Knöcheln und Beinen. Hunde- und Katzenflöhe fühlen sich wohl in der feucht-warmen Umgebung unter Bettdecken, tummeln sich aber auch gerne auf flauschigen Bettvorlegern oder im Teppichboden und legen dort ihre Eier ab. Eine „Entflohung" von Schlafstätte und näherer Umgebung ist aufwendig und langwierig. Auch aufgrund der Ansteckungsgefahr durch die winzigen Plagegeister raten viele Tierexperten davon ab, Tiere ins Schlafzimmer und ins Bett zu lassen. 

Hunde bevorzugen kälteren Schlafplatz

Hund und Katz' sind keine Kuscheltiere, deshalb haben sie nachts auch nichts in Kinderbetten verloren. Zumal Hunde einen kühleren Schlafplatz bevorzugen als Menschen und sich nicht gerne mit dicken Daunenbetten umgeben. Ein zugfreier Stammplatz vor der Schlafzimmertüre oder in unmittelbarer Nähe wird auch anhänglichen Vierbeinern einen geruhsamen Schlaf bescheren - Frauchen und Herrchen sowieso. Denn Hund und Katz' sind recht unruhige Schlafgäste: Sie zappeln mit den Läufen, räkeln und rollen sich nachts um ein Vielfaches mehr herum als ihre Menschen.

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 23.06.2011, 12:48 Uhr

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