Wautzi als Bürokollege

Für Polizisten, Zoll-Fahnder und Menschen, die in der Katastrophenhilfe oder beim Militär tätig sind, kann es alltäglich sein, einen vierbeinigen Kollegen zu haben: Speziell ausgebildete Diensthunde erfüllen Aufgaben, die nur mit dem „richtigen Riecher" erfolgreich gemeistert werden können. Sonst ist Wautzi am Arbeitsplatz eher die Ausnahme. Das ist schade. Denn auch, wenn er nicht seine hoch entwickelten Sinne einsetzt, sondern unter dem Schreibtisch schläft oder Zweibeiner bei der Arbeit beobachtet, ist schlicht seine Anwesenheit gut für das Betriebsklima, wie mehrere Studien aus den USA und England ergaben.

Selbstversuch: Wautzi bringt Mitarbeiter auf Trab

Dass Hunde das Betriebsklima verbessern und sogar die Gesundheit der Mitarbeiter fördern, soll nach britischen Zeitungsberichten ein Unternehmer aus Bradford auch mit seinem Personal erprobt haben: Anstelle ihrer üblichen Zigarettenpause sollten Mitarbeiter mit Cockerspaniel Rupert, dem Hund des Geschäftsführers, Gassi gehen. Ein Drittel der Raucher hätten nach einer Weile ganz auf Zigaretten verzichtet und fast alle Gassigeher seien wesentlich entspannter und motivierter an den Schreibtisch zurückgekehrt, so der „Daily Mirror".  

In kleinen Unternehmen sind die Chancen grösser

Wautzi als Stop-Smoking-Coach und als Stimmungsaufheller im Büro, das lässt sich  leider in der Regel nur in kleineren Unternehmen, Start-ups oder Bürogemeinschaften realisieren. Dort besteht wegen des übersichtlichen Rahmens und einer kleineren Anzahl von Mitarbeiten meist ein direkterer „Draht" zur Unternehmensleitung oder zum Vorgesetzten. So ist es einem Hundehalter viel leichter möglich mit seinem Arbeitgeber unkonventionelle Vereinbarungen treffen und einfach eine „Probezeit" für Wautzi zu vereinbaren. Die Experten der „Stiftung für das Tier im Recht" empfehlen eine Dauer von ein bis zwei Wochen, um zu überprüfen, ob es mit der Tierhaltung bei der Arbeit auch wirklich klappt. 

In Konzernen muss Wautzi meist draussen bleiben

In Konzernen mit tausenden von Mitarbeitern hingegen sind Vierbeiner meist ein Problem. Denn bei einer solchen Unternehmensgrösse sind Arbeitgeber und -nehmer auf klare Verträge und Regeln angewiesen. Um den eigenen Arbeitsplatz persönlicher zu gestalten, ist in manchen Konzernen zwar das Mitbringen persönlicher Gegenstände erlaubt, nicht aber das Mitbringen von Hunden oder gar Katzen. Denn Arbeitgeber sind „häufig in der unangenehmen Lage, die Tierhaltung entweder allen Arbeitnehmern generell zu erlauben und damit verbundene Risiken einzugehen oder dies der Einfachheit halber allen zu verbieten", fasst Gieri Bolliger von der „Stiftung für das Tier im Recht" zusammen. 

Keine klaren Gesetzesvorschriften

Die Situation im Büro sei mit jener im Mietrecht vergleichbar: In beiden Fällen hielten sich Menschen und Tiere in fremden Räumen auf, deren Zutritt der Eigentümer regele, so Bolliger. Wie im Mietrecht gebe es auch für die Tierhaltung am Arbeitsplatz keine klaren Vorschriften vom Gesetzgeber.

 

Unser Buchtipp:
Gieri Bolliger, Antoine F. Goetschel, Michelle Richner, Alexandra Spring: „Tier im Recht transparent",
2008 herausgegeben von der Stiftung für das Tier im Recht, verlegt bei Schulthess Juristische Medien,
ISBN 978-3-7255-5620-5, Preis: 49,00 CHF.
Zu beziehen über die Stiftung für das Tier im Recht Tel. 043 443 0643 oder über www.tierimrecht.org

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 23.06.2011, 12:52 Uhr

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