Katzen und ihre kulturelle Vergangenheit

Es gibt unzählige Katzennamen, schier endlose Namenslisten, die Katzenfreunde ins Internet gestellt haben, um uns die Auswahl zu erleichtern.

Doch woher kommt der Name „Katze" oder „Büsi" überhaupt und was wissen wir über Büsis kulturelle Vergangenheit? 

Als Mäusejäger nützlich

Büsis waren schon vor Jahrtausenden hilfreiche Begleiter des Menschen. So sollen es die alten Ägypter gewesen sein, die Katzen als „Wachpersonal" für ihre Getreidevorräte einsetzten, um diese vor Ratten und Mäusen zu schützen. Die Katzen wiederum erfreuten sich an der reichlichen Beute, die nicht mehr mühsam gejagt werden musste, sondern quasi frei Haus zum Jäger kamen. So entstand eine praktische Nutzgemeinschaft. 

Büsi galt als göttlich im alten Ägypten

Ihre Nützlichkeit und ihr besonderes Wesen verhalf der Büsi in den antiken Hochkulturen sogar zu göttlicher Verehrung. So gab es in der ägyptischen Mythologie die Katzengöttin „Bastet, sie galt als Göttin der Fruchtbarkeit. Of lebten Tausende von Katzen unter der Obhut von Katzenpriestern in grossen Tempeln. Auch in fast jedem Haushalt lebte eine Katze. Wenn das Haus brannte, sollen zuerst die Katzen gerettet worden sein und dann die Kinder. Verstarb eine Katze, so sollen sich die Besitzer die Augenbrauen abrasiert haben. Die toten Katzen wurden wie grosse Herrscher mumifiziert, bekamen Spielzeug und mumifizierte Mäuse mit ins Grab, damit sie sich im Jenseits nicht langweilten. Wer eine Katze absichtlich oder aus Versehen tötete, wurde sehr hart bestraft. Die Ägypter sollen eine Katze Miu und einen Kater Miut genannt haben. Später wurde daraus „utchat" - angeblich der Ursprung für die indogermanischen Wörter für Katze. Von „Bastet", der ägyptischen Katzengöttin, wurde der Name „pasht" abgeleitet. Es ist zum Beispiel in „Pussy" oder in „Busi" oder „Büsi" enthalten.  

Im Mittelalter als Gehilfe von Hexe und Teufel verdammt

Im Mittelalter hingegen wurde Büsi alles andere als eine göttliche Verehrung zuteil: Trotz ihrer unbestrittenen Nützlichkeit als Mäuse- und Rattenjäger galten sie bei abergläubischen Menschen als Unglück bringendes Wesen: So sollen Hexen auf dem Rücken riesiger Katzen zum Hexensabbat geritten sein oder als Schüler des Teufels mit diesem einen Packt geschlossen haben. Deshalb verfolgte man vor allem schwarze Katzen, von denen manche sogar auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Wer eine freundschaftliche Beziehung zu einer Katze pflegte und diese im Haus hielt, wurde als Gotteslästerer angesehen. Trotzdem soll es bei ärmeren Menschen sowie im Adel Katzenliebhaber gegeben haben, die sich über den Aberglauben hinwegsetzten. In England war es im 10. Jahrhundert bei adeligen Damen Mode, sich Katzen als vornehme Gespielinnen zu halten. Katzen waren dort sehr rar und galten so als sehr wertvoll.   

Heute noch in Japan, China und Thailand verehrt

Heute haben Katzen noch in Japan Kultstatus, wie Touristen in Tokio sehen können. Dort zieht der Katzen-Tempel „Go-To-Ku-Ji" jährlich tausende von japanischen Touristen an. Er wurde zu Ehren der Katze „Maneki Neko" erbaut. Sie erhebt das rechte Vorderbein zur Begrüssung des Besuchers und soll den Menschen Glück und Reichtum bringen. Auch in China und Thailand werden Katzen noch immer als Gottheiten verehrt.

Manch klangvoller Name erinnert noch an Büsis Vergangenheit

In Europa darf die Katze einfach nur Katze sein. Ob als „Freigänger" oder als „Stubentiger", als edle Rassekatze vom Züchter oder als Strassenfindling aus dem Tierheim. Von der bewegten kulturellen Vergangenheit ihrer Vorfahren zeugt heute noch mancher klangvoller Übername, auf die Büsi „hört", etwa „Cleopatra",  „Miu", „Bastet". Doch nach welchen Kriterien sucht und findet Frauchen oder Herrchen den Namen für seine Büsi?

Wie haben Sie den Namen für Ihre Büsi ausgewählt, nach deren Aussehen, ihrem Wesen, weil Sie eine Erinnerung oder eine Person damit verbinden? Oder einfach, weil Ihnen der Name eben gut gefallen hat? Wir freuen uns über die „Geschichte" Ihrer Büsi, die sie uns in „Tiere & Menschen", unserem Forum für Tierfreunde, unter www.tiereundmenschen.ch im Katzenforum berichten können!

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 23.06.2011, 13:36 Uhr

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