Erste Bilanz zum „Hundeführerschein“

Wer sich zum ersten Mal einen Hund zulegt, der ist seit September 2008 verpflichtet, vor dem Kauf in seine Sachkunde in Hundehaltung und im Umgang mit Hunden theoretisch und praktisch nachzuweisen.

Acht Monate sind vergangen seit Inkrafttreten der neuen Vorschrift des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET). Zeit genug, um eine erste Bilanz zu ziehen: Wie wurden die Massnahmen von Nichthundehaltern, Hundehaltern und Verbänden aufgenommen? Wir haben beim BVET nachgefragt.

Positive Rückmeldungen zur neuen Vorschrift

Sinn und Zweck des „Hundeführerscheins" ist klar und einleuchtend: Wer sich einen neuen Hund zulegt, der muss sich erst ausgiebig mit dem Wesen von Hunden, ihren Eigenheiten und ihren Bedürfnissen beschäftigen. Im Training lernt man dann, einen Hund zu führen und zu erziehen, Risikosituationen zu erkennen und zu entschärfen und was man tun kann, wenn der Hund problematische Verhaltensweisen zeigt. „Nach den ersten Rückmeldungen, die uns vorliegen, halten die Leute den Führerschein für eine sehr sinnvolle Sache", berichtet Marcel Falk, Sprecher des BVET. „Sogar Hundehalter, die sich vor dem Stichtag einen Hund zugelegt haben und damit noch gar nicht verpflichtet wären einen Kurs zu absolvieren, machen das freiwillig."

Datenbank erleichtert nun die Suche nach Trainern

„Doch wohin kann ich mich überhaupt wenden, wo in meiner Nähe finde ich einen anerkannten Hundetrainer für die obligatorische Schulung?", mit dieser Frage war auch die meiste Kritik von Hundehaltern und Neulingen verbunden. Diesen Kritikpunkt hat der BVET aufgegriffen und sämtliche bislang qualifizierte Hundetrainer und -trainerinnen in einer Datenbank zusammengefasst. Über eine Suchmaske lässt sich komfortabel ermitteln, welche Tierexperten sich im näheren Umkreis des Wohnorts befinden.

Toleranz für Hunde nimmt ab

Falk und seine Kollegen vom Bundesamt für Veterinärwesen stellen fest, dass das Thema „Hund" immer mehr auch zu einem politischen Thema wird. „Die Toleranz für Hunde wird immer geringer", bringt es Falk auf den Punkt. Das liege zum einen daran, dass immer weniger Menschen mit Tieren aufwachsen. Bei Begegnungen mit Hunden ist mancher Zweibeiner schlicht überfordert und kann die Körpersprache des Vierbeiners gar nicht „lesen", etwa wenn ein Hund Angst- oder Abwehrreaktionen zeigt. Zum anderen „leben wir immer mehr auf engerem Raum zusammen, was zwangsläufig auch zu Konflikten zwischen Zwei- und Vierbeinern führen kann", betont der Sprecher des BVET. So träfen beispielsweise in einem Wald in Stadtnähe Hund und Herrchen auch mit Joggern, Skatern, Velofahrern, Nordic Walkern und Spaziergängern zusammen.

Erziehung ist einfach notwendig

Tatsächlich hätten aber auch manche Hundehalter ihre Tiere einfach nicht im Griff. Vor allem Besitzer von kleinen Hunden sollten nicht glauben, dass diese keine Erziehung bräuchten. Ob grosser oder kleiner Wautzi, einerlei welcher Rasse, der „Hundeführerschein" war einfach notwendig, vor allem der Sicherheit wegen. „Natürlich gibt aus auch Leute, die einen solchen Pflichtkursus gar nicht brauchen, weil sie einsichtig und vernünftig mit ihrem Tier umgehen und es entsprechend erziehen". Doch in den allermeisten Fällen sei diese Vorschrift sinnvoll. Bedenkenträger glauben, dass sich durch diese Vorschrift nun weniger Leute einen Hund zulegen. Doch wie auch ein Kind braucht eben auch Wautzi eine gute Erziehung. Dafür sollten auch „Hundeeltern" entsprechend Zeit, Geduld und Liebe investieren. Als neuer Hundehalter muss man nicht sofort den Kurs und das Praxistraining absolvieren, sondern hat bis spätestens September 2010 ausreichend Zeit.

Linktipp:

Sie möchten an einem der obligatorischen Hundekurse teilnehmen und suchen eine Hundetrainerin / einen Hundetrainer in Ihrer Region? Fündig werden Sie sicher über die Datenbank des BVET: http://bvet.bytix.com/plus/trainer/

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 23.06.2011, 14:08 Uhr

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