Hundesport Agility

Über Stock und Stein springen, kleine Hindernisse überwinden, auf Baumstämmen entlang balancieren, daran haben viele Hunde Spass.

Vor rund 20 Jahren entwickelte sich aus solchen Geschicklichkeitsübungen der Hundesport „Agility". Bruno Kaderli, ein Mann der ersten Stunde und Trainer der erfolgreichen Schweizer Agility Nationalmannschaft, berichtet.

„Agility für Hunde ist vom Pferdesport abgeleitet und hat sich aus den großen Hundeausstellungen in England entwickelt, bei denen den Zuschauern auch die Geschicklichkeit von Hunden demonstriert wurde", erzählt Bruno Kaderli, der vor 18 Jahren sein Hobby zum Beruf machte und eine Hundeschule in Stetten, Kanton Aargau, eröffnete. „Zum Plausch und um Abwechslung ins Hundetraining zu bringen" baute er für seine vierbeinigen Schüler einen kleinen Parcours mit Geräten auf. Hunde und Herrchen hatten ihren Spass und nach einem Jahr Training „wollten wir wissen, wie gut wir eigentlich sind", erinnert sich Kaderli. So nahm er mit einem Eurasier und weiteren Mitstreitern 1990 am ersten Wettkampf teil. Mittlerweile trainiert Kaderli die Schweizer Agility Nationalmannschaft und startet zur WM mit 19 Teams, darunter auch der amtierende Weltmeister der Kategorie „Medium" von 2008.

Gemeinsam: Hund und Herrchen sind ein Team
Agility ist ein Sport, bei dem Hund und Herrchen ein Team bilden. Die Aufgabe besteht darin, dass der Hund ohne Leine neben seinem Zweibeiner herläuft und dabei einen Hindernis-Parcours möglichst schnell und fehlerfrei durchläuft - allerdings nicht frei Schnauze, sondern mittels Kommandos seines Hundeführers. Die Hindernisse bestehen beispielsweise aus einem Slalomabschnitt, einer Schrägwand, einem Laufsteg, einem Tunnel, einer Wippe, einem Reifen und Sprüngen.

Schwer: Präzisionsarbeit
Innerhalb des Parcours befinden sich drei Hindernisse - Schrägwand, Wippe und Laufsteg - die am Aufgang und am Abgang eine so genannte Kontaktzone haben. „Das ist eine farbliche Markierung, die der Hund mit mindestens einer Pfote berühren muss", erklärt der Nationaltrainer. Die fehlerfreie Überwindung der „Kontaktzonengeräte" ist keine leichte Aufgabe für Hund und Herrchen. Denn „es ist sehr schwer, den Hund davon abzuhalten, nicht einfach über diesen Bereich hinweg zu springen", erläutert Kaderli. Neben dem klassischen Agility ist „Jumping" eine weitere Wettkampfdisziplin, bei der jedoch keine „Kontaktzonengeräte" eingesetzt werden. Bei der Absolvierung eines Jumping-Parcours - unter anderen bestehend aus Tunnel, Sacktunnel, Mauer, Reifen und Weitsprung - geht es um Schnelligkeit.

Bedingung: Vertrauen und Gehorsam
Agility setzt eine „vertrauensvolle Bindung zum Herrchen sowie Unterordnung und Gehorsam voraus", betont Bruno Kaderli. Denn der Hund müsse jederzeit in der Lage sein, Kommandos und Handzeichen von Frauchen oder Herrchen präzise und schnell zu befolgen, damit er das richtige Hindernis nimmt. Wobei „Unterordnung leider nicht ganz ohne Druck funktioniert", stellt der Hundetrainer klar. Dies habe „aber nichts mit Brutalität zu tun, sondern mit einer klaren Rangordnung". Auch ein einem Rudel gebe es naturgemäss „nicht zweimal eine Nummer Eins, also tragen die Tiere unter sich aus, wer der Unter- und wer der Überlegene ist", so Kaderli.

Wichtig: ausgeprägter Spieltrieb
Bei offiziellen Wettbewerben gibt es die drei Kategorien „Large", „Medium" und „Small", denen die Hunde ihrer Körpergröße nach zugeordnet werden. Hunderassen wie Border Collies, Belgische Schäferhunde und Aussies sowie die kleineren Shelties, Jack Russell Terrier, Papillons und Zwergpudel sind besonders gut für Agility geeignet. Ob ein Hund generell für diesen Sport geeignet ist, kann man schon im Welpenalter feststellen. „Ein ausgeprägter Spieltrieb ist sehr wichtig, der Hund sollte früh lernen, Kommandos als spielerische Abfolge wahrzunehmen", so der WM-Trainer. Zudem müsse der Zweibeiner „Vertrauen aufbauen und ein positives Umfeld schaffen, um erfolgreich mit ihm zu arbeiten."

Praktisch: Sport für Hund und Herrchen
„Ein Hund ist kein Sportgerät", warnt Kaderli vor falschem Ehrgeiz und betont, dass man einem Tier keine konstante WM-Höchstleistungen abfordern müsse. „Man kann Agility mit seinem Wautzi ebenso als reine Bewegungs- und Beschäftigungstherapie betreiben", erläutert Kaderli. In jedem Fall profitiert auch Herrchen oder Frauchen von Wautzis Bewegungsfreude. Denn Agility sei nicht nur ein Laufsport für den Hund, sondern auch für den Zweibeiner.


Hier geht's zur Website des Schweizer Agility Teams:
http://www.swiss-agility-team.ch

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 23.06.2011, 14:13 Uhr

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