Stressfreies Grillieren mit Wautzi

Einem Kind kann man erklären, warum es gefährlich ist, zu nah am Grill zu stehen oder sich eine von den köstlich duftenden Würstchen zu greifen. Aber wie bringt man das einen Wautzi bei, der angelockt vom leckeren Geruch des Grillguts, hoffnungsvoll auf Beute lauert und im Zweifelsfall seine Folgsamkeit vergisst - und sich einfach eine Wurst schnappt?

Hund nicht direkt am Grill füttern!
In bestimmten Situationen siegt selbst beim bravsten Vierbeiner der Urinstinkt über die  Erziehung. Grillieren ist eine solche Situation. Wenn Herrchen und Frauchen die lauen Sommerabende nutzen, um ein Barbecue zu machen, ist auch Wautzi nicht weit. Das liegt einfach in der Natur der Sache: Der Duft von Gebratenem hat eine fast „magnetische" Anziehung auf unsere Vierbeiner. Verantwortungsvolle Hundehalter müssen ihr Tier deshalb aber nicht in der Wohnung einsperren, um einen unfallfreien Grillabend zu begehen. Vielmehr ist es ratsam, ein paar wichtige Dinge zu beachten. Regel Nummer eins lautet: Auch wenn mal eine Wurst auf den Boden fällt oder übrig ist und damit vielleicht wirklich für den Hund reserviert ist - nie in direkter Nähe oder am Grill verfüttern! Sonst lernt der Hund schnell: „Wenn ich möglichst nah an diesem Ort stehe, fällt schon irgendwann was für mich ab." Fängt der Hund dann an zu betteln oder Herrchen ungestüm zu bedrängen, schmeisst er am Ende gar noch den Grill um. Gar nicht auszudenken, was dabei alles passieren könnte!

Vorsicht vor Knochen und Schweinefleisch!
Wenn man unbedingt seinen Vierbeiner mit einem Stück Grillwurst oder -Fleisch bedenken möchte, sollte man beachten, dass vor allem das Innere noch lange sehr heiss bleibt. Schlingt Wautzi seine Beute gierig hinunter, könnte er sich schmerzhafte Verbrennungen zuziehen. Vorsicht ist auch geboten beim Verfüttern von Grillresten mit Knochen. Dass Knochen vom Federvieh gefährlich für Wautzi sein kann, ist weithin bekannt. Aber auch andere Knochen, beziehungsweise deren Splitter, können zu lebensgefährlichen inneren Verletzungen führen. Übrigens ist auch Vorsicht bei Schweinefleisch geboten: Schnappt sich der Hund ein noch rohes oder noch halbgares Stück vom Grillrost, kann das böse Folgen haben. Denn er könnte sich mit der so genannten „Aujeszkyschen Krankheit" infizieren. Diese Viruskrankheit, die vom Schwein als Wirt übertragen wird, ist für den Menschen ungefährlich. Für Vierbeiner kann sie jedoch tödlich sein.

Zum möglichst stressfreien Grillieren mit Hundegesellschaft noch einige wichtige Tipps:

  • Meist das Grillgut mariniert oder das Met in den Würstchen reichlich gewürzt. Das ist für einen empfindlichen Hundemagen nicht verträglich. Wer Wautzi unbedingt verwöhnen möchte, greift besser zu einem völlig unbehandelten Stück Fleisch und grilliert es speziell für den Vierbeiner.
  • Grillen macht nicht nur Zweibeiner durstig. Deshalb für Wautzi einen stets gut gefüllten Wassernapf in Reichweite stellen.
  • Bevor das erste Grillgut aufgelegt wird, den Futternapf füllen. So ist die Gier nicht gar zu gross.
  • Ist ein Grillfest mit mehreren Leuten oder gar eine Grillparty zugange, sollte man „hundesichere" Abfallbehälter aufstellen und Teller mit Resten keinesfalls einfach auf dem Tisch stehen lassen oder gar auf dem Boden abstellen.
  • Falls Wautzi doch einmal etwas Unrechtes schnappen sollte, etwa ein Stückchen Knochen, sollte Herrchen oder Frauchen ihn erstmal nicht aus den Augen lassen und beobachten, ob hektisches Hecheln, vermehrter Speichelfluss oder Wautzi gar apathisch wird. Im Zweifelsfall Wautzi umgehend zum tierärztlichen Notdienst bringen.

 

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 23.06.2011, 14:22 Uhr

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