Neue Beiss-Statistik: Welcher Wautzi schnappt am häufigsten zu?

In diesen Tagen hat das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) die neue Biss-Statistik herausgebracht. Die gute Nachricht gleich vorweg: Die Meldungen über Vorfälle mit Hunden vom Januar bis Dezember 2008 sind im Vergleich zur Vorjahresperiode nicht angestiegen.

Auch bei der Verteilung auf die drei Meldekriterien - Bissverletzung beim Menschen, Bissverletzung beim Tier und übermässiges Aggressionsverhalten ohne Bisswunden - waren keine Veränderungen zu verzeichnen.

Bei Bissmeldungen werden auch Halter befragt
Hierzulande kommt es nach Schätzungen des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET) zu 13.000 Hunde-Bissverletzungen im Jahr. Von diesen Vorfällen konnten im letzten Jahr aufgrund der obligatorischen Meldepflicht für Bissverletzungen von Hunden rund ein Drittel offiziell erfasst und statistisch ausgewertet werden. Seit Mai 2006 müssen sämtliche Ärztinnen und Ärzte Bissverletzungen von Hunden melden, die sie in ihrer Praxis oder im Krankenhaus behandeln. Nach der Meldung ans kantonale Veterinäramt werden die genauen Umstände des Vorfalls abgeklärt und auch der Hundehalter zur Sachlage befragt. Daraus ergeben sich eine recht genaue Statistik und eine sinnvolle Anleitung für Präventionsmassnahmen. So kann beispielsweise ein Hundebiss, den man als harmlos abtut, durchaus „ein Zeichen für ein grundlegendes Problem des Tieres sein. Solche Hunde könnten erneut - und auch ernsthafter - zubeissen", warnt das BVET.

Bei Biss-Unfällen sind meistens Kinder betroffen
Aus den 4614 Meldungen die in die aktuelle Statistik einbezogen wurden, gingen 2567 Meldungen über Bissverletzungen beim Menschen ein. Bei rund zwei Drittel der Beissunfälle waren Hunde beteiligt, die dem Opfer bekannt sind. In einem Viertel der Fälle war es gar der eigene Hund. Bei über ein Fünftel der Meldungen waren Kinder unter zehn Jahren involviert. Diese, so zeigt ein Vergleich mit der Bevölkerungsstatistik, sind überproportional von Unfällen mit Hunden betroffen. „Das Risiko für Kinder von einem Hund gebissen zu werde, liegt bei Kindern um rund ein Drittel höher als für Erwachsene", so das BVET. Vorsicht sei vor allem bei kleinen Hunden geboten - sie stellen ein erhöhtes Risiko für Kinder dar.

„Den" Beissertyp gibt es nicht
Wie auch im Jahr 2007 gingen bei den kantonalen Veterinärämtern Meldungen über Vorfälle mit Hunden vom Schäferhundtyp ein. Dies muss jedoch in Relation gesetzt werden, denn dieser Hundetyp kommt mit mehr als 83.000 registrierten Hunden in der Schweiz auch am häufigsten vor. Terrier rangieren auf Platz zwei der Biss-Statistik - von 68.000 registrierten Hunden lagen 164 Bissmeldungen vor. Unter rund 68.000 Retreivern wurden 133 „Beisser" gemeldet. Setzt man die hohe Anzahl der jeweiligen Rassen in Relation zu den gemeldeten „Kollisionen", wird deutlich, dass die drei Anführer der Statistik nicht generell als agressiv und besonders „beissfreudig" eingestuft werden können. Nach Angabe des BVET erfolge die Zuordnung beispielsweise aufgrund körperlicher Merkmale und stelle keine Rassebezeichnung im engeren Sinne dar. Sie orientiere sich „aber am Erscheinungsbild einer weit verbreiteten und deshalb bekannten Rasse". So wird etwa ein Rasse-Mischling, der unter anderem auch Merkmale eines Schäferhundes aufweist, statisch eher dem Schäferhund-Typ zugeordnet.

 

Lesertipp:

Das BVET hat einen Ratgeber zur Biss-Prävention herausgegeben: „Ich habe Angst vor Hunden" kann beim BVET kostenlos bestellt oder als PDF herunter geladen werden.

Download: „Ich habe Angst vor Hunden"

Zur Sensibiliserung von Kindern im Umgang mit Hunden empfehlen wir die BVET-Broschüre „Tapsi, komm.." . Auch sie kann kostenlos angefordert werden, ist aber auch unter folgender Web-Adresse als PDF verfügbar:

PDF Herunterladen: „Tapsi, komm.."

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 23.06.2011, 14:29 Uhr

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