Wenn Wautzi sich ständig kratzt

Bärli leckt sich ständig die Pfoten, kratzt mit dem Vorderlauf an den Ohren. „Klarer Fall, der ist von Flöhen geplagt", glaubt Frauchen und sucht das braune Fell ihres Dobermanns sorgfältig nach den schwarz-braunen Plagegeistern ab. Doch da ist nichts zu entdecken. Stattdessen macht Frauchen auf der Innenseite der Ohren winzige, mit blossem Auge kaum sichtbare, orangefarbene Punkte aus. Damit ist der Fall klar: Das bedeutet Herbstgrasmilben-Alarm!

Milben suchen sich warme Orte
Wie der Name schon sagt, sind Herbstgrasmilben vom Frühling bis zum späten Oktober aktiv. Ist die Witterung bis in den Herbst hinein noch mild, verlängert sich auch die „Jagdsaison" für die Parasiten. Sie gehören zu den Spinnentieren und sind auch unter dem Namen Herbstmilbe, Erntemilbe, Heumilbe, Herbstlaus, Graslaus, Erdlaus oder Pfirsichlaus bekannt. Diese Plagegeister suchen sich vornehmlich Wautzi und Büsi als Wirte. Ihre Lieblingsstellen sind die Zwischenräume der Zehen, die Ohrmuscheln, der Rücken sowie die Achselhöhlen und die Innenseite der Oberschenkel - eben dort, wo es warm ist.

Hautschuppen dienen als Nahrung
Herbstgrasmilben lauern häufig in Gärten, in hohem, dichtem Gras sowie auf Wiesen und Feldern. Die Larven der Milben befinden sich auf Grashalmen. Von dort lassen sich bei günstiger Gelegenheit von einem vorbeistreunenden Hund oder einer Katze abstreifen und landen so unbemerkt auf dem ahnungslosen Wirtstier. Dort suchen sie sich eines ihrer geschützten Lieblingsplätze und bohren sich mit ihren Mundwerkzeugen in die Haut. Dabei sondern sie eine Flüssigkeit ab, die die unteren Hautschichten auflöst. Von dieser Mischung ernähren sich die Herbstgrasmilben. Sie saugen zwar kein Blut wie Flöhe oder Zecken, die Folgen für Wautzi oder Büsi sind aber durchaus vergleichbar. Denn deren Immunsystem reagiert auf den Speichel der Parasiten mit Bläschen, die stark jucken.

Papiertest zeigt Befall
Bevor sich Wautzi oder Büsi die Pfoten und andere befallene Bereiche gar zu wund lecken, sollte man dringend einen Tierarzt aufsuchen. Dies ist auch ratsam, wenn Frauchen oder Herrchen keine Plagegeister entdecken kann. Ein einfacher Test kann jedoch anzeigen, ob Herbstgrasmilben am Werk sind: Legen Sie neben den Schlafplatz oder dort, wo sich Ihr Tier tagsüber oft aufhält, ein weisses Blatt Papier. Sind darauf orangefarbene Punkte zu sehen, also Herbstgrasmilben, ist der Fall klar. Der Tierarzt kann ein Mittel zur Stärkung des Immunsystems spritzen und ein Medikament gegen den Juckreiz verschreiben. Als Tierhalter sollte man in der nächsten Zeit die befallenen Stellen im Auge - am besten mit einem Vergrösserungsglas - behalten und beobachten, ob sich die Parasiten erfolgreich dezimieren.

Tierarzt und unser Forum geben Tipps
Zur Abwehr empfiehlt sich ein Spray, das die Plagegeister fern hält. Es sollte regelmässig und sorgfältig auf die befallenden Stellen gesprüht werden. Wenn nur die Vorderläufe betroffen sind, ist es zur Vorbeugung sinnvoll, auch die Zwischenräume der hinteren Zehen zu behandeln. Die Schlafstellen sollten mit entsprechenden Mitteln behandelt werden, damit sich Hund oder Katze nicht ständig wieder infizieren. Welche Mittel sich bei Hunde- und Katzenhaltern am besten bewährt haben, erfahren Sie auch in unserem Internet-Forum „Tiere & Menschen" unter www.tiereundmenschen.ch

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 23.06.2011, 14:32 Uhr

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