Neujahrs-Vorsätze für Wautzi

Man nimmt nicht zwischen Weihnachten und Silvester zu, sondern zwischen Silvester und Weihnachten. Diese Ernährungsweisheit gilt für Frauchen, Herrchen und Wautzi gleichermassen.

Doch all den köstlichen Verlockungen wie Christstollen, Lebkuchen-Nikoläusen und Baseler Brunli hat kaum ein Zweibeiner ernsthaft Widerstand geleistet - Weihnachten ist eben nur einmal im Jahr. Verständlich, dass beim feierlichen Schmausen auch Wautzi so manches Guetzli zusteckt bekam. Klar, dass der sich schnell an die vielen Extras gewöhnt hat und nun „schlechte Manieren" an den Tag legt.

Mit dem Anbruch des neuen Jahres wollen Annkatrin und Jobs ein wenig mehr auf ihre Ernährung achten: Weniger Fleisch und Deftiges, mehr Gemüse und Obst und bis zur Fassnacht soll auch auf Wein und Bier verzichtet werden. Ein guter Vorsatz für 2010. Denn bei all den Feiern und gemütlichen Runden mit Freunden und Familie wurde reichlich getafelt, was sich nun mit einigen Extra-Pfunden auf der Waage bemerkbar macht. Auch Dachshund Tell wirkt ein wenig fülliger, so scheint es. Wurde doch auch er reichlich mit Leckereien bedacht in der Weihnachtszeit. Zugegeben, das sonst so strenge und achtsame Frauchen liess gar zu oft Milde walten bei Tells bittendem, herzig dreinschauendem Dackel-Blick. Es ist ja nur einmal im Jahr Weihnachtszeit, da darf auch mal das sonst streng verbotene Betteln erlaubt sein, oder?

Doch bei aller Tierliebe: Hund und Katz wissen ja gar nicht, dass Weihnachten ist. Daher „verstehen" sie auch nicht, warum plötzlich alle strengen Regeln aufgehoben sind und ihr Zweibeiner so spendabel ist. Eigentlich sollte prinzipiell gelten: Was unter dem Jahr verboten ist, sollte auch während der Feiertage nicht erlaubt sein! Aber mal ehrlich: Welcher Tierfreund steckt trotz aller menschlicher Vernunft seinem Liebling in festlicher Stimmung keine Extra-Bissen zu?

Doch verschmäht Tell nun, nach den Festtagen, seine bislang heiss geliebte Kaustange, ist der Fall klar: Der Vierbeiner hat sich schnell an die schmackhaftere Kost gewöhnt, ist „wählerisch" geworden und wartet lieber auf ein feineres Guetzli. So mancher Vierbeiner verschmäht nach den Feiertagen sogar sein Futter, wenn dies während der Weihnachtszeit gutherzig mit Fleischabfällen vom Esstisch angereichert wurde. Da hilft nur eines: Weg von den „Extrawürsten" und wieder zurück zur konsequenten „Napferziehung", vorausgesetzt Ihr Hund ist gesund und verhält sich so agil wie immer. In diesem Fall sollten Sie in den nächsten Tagen oder gar Wochen keine Guetzlis geben, nur das herkömmliche Fressen. Schnuppert der Hund am Futter, zeigt aber Desinteresse und frisst nicht, stellen Sie den Napf nach zehn Minuten weg.

An diesen Tag fällt das Futter eben aus, was einem Hund nicht weiter schadet. Am nächsten Tag, zur gewohnten Futterzeit, wird sich Wautzi mit Bärenhunger über sein „herkömmliches" Futter hermachen. Bleiben Sie auch streng, wenn Ihr Vierbeiner am Tisch bettelt. Keine Extra-Würste! Geben Sie Ihrem Hund als Alternative zum Belohnungs-Guetzli eine Streicheleinheit. Nach einigen Tagen „Weihnachtsdiät" werden Hunde wie Tell sicher auch gerne wieder ihre Kaustange schnappen und sich wie gewohnt über ihren Napf hermachen. Gut für Zwei- und Vierbeiner, dass Weihnachten eben nur einmal im Jahr ist. Sonst würden all die feinen Leckereien zum „banalen Frass".

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Veröffentlicht:
Donnerstag 23.06.2011, 14:40 Uhr

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