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«Es geht nicht darum, selbst anzupacken»

Popsängerin Nubya über ihre Erfahrungen als Botschafterin des Schweizerischen Roten Kreuzes und ihre brillante neue CD «Today».

Coopzeitung: Sie waren gerade für das Rote Kreuz auf Haiti. Was hat Sie am meisten beeindruckt?
Nubya:Das Ausmass der Zerstörung ist so gross, dass man kaum weiss, wo der Wiederaufbau beginnen sollte. In Port-au-Prince, wo unbeschädigte Gebäude neben Trümmerfeldern stehen, sieht man immerhin, dass solide gebaute Häuser selbst schlimme Erdbeben wie jenes vor anderthalb Jahren aushalten können.

Und wie geht es der Bevölkerung?
Ich habe mich gewundert, wie aktiv und optimistisch die Menschen sind, obwohl viele von ihnen ohne Einkommen leben. Der Delegierte des Roten Kreuzes klärte mich auf: Die Leute seien total erschöpft. Ich würde das nur nicht merken, weil ich den Vergleich nicht habe. Das Leben in den Strassen sei sonst viel energiegeladener!

Sie sind Botschafterin fürs Schweizerische Rote Kreuz (SRK). Was ist Ihre Aufgabe?
Es geht nicht darum, selbst mit anzupacken. So einfach wäre das auch nicht – im Gegenteil. Meine Aufgabe ist es, in den Medien Aufmerksamkeit für die Arbeit des SRK und die Bedürfnisse der Notleidenden zu wecken.

Was haben Sie auf Haiti gemacht, auch Musik?
Unter anderem habe ich eine Tuberkulose-Klinik und ein Schulprojekt des SRK besucht. Eine Klasse hat mir ein Lied vorgesungen und ich ihr – und am Ende haben wir gemeinsam Michael Jacksons «We are the world» improvisiert. Einmal mehr spürte ich, wie sehr Musik verbindet.

Ihre Musik ist ja auch ein Thema. Nächste Woche kommt Ihre fünfte CD heraus. Weshalb haben Sie das Album «Today» getauft?
Bevor ich daran zu arbeiten begann, habe ich eine A4-Seite voll geschrieben, wo ich stehe, was mir wichtig ist, was ich sagen will. Und «Today» drückt das nun aus, nicht zuletzt, weil erstmals fast alle Texte von mir stammen: So bin ich heute ganz nahe bei mir!

Auf dem Cover der Single «Power Of No» tragen Sie Sixties-Afrolook. Wird das der neue Stil von Nubya?

Nein, die Perücke war nur eine Spielerei. Ich sagte dem Hairstylisten, dass ich alle anderen Fotos mit meinen eigenen Haaren machen will. Ich habe vor einem halben Jahr aufgehört, meine Haare chemisch zu strecken, und finde, Locken können ebenso elegant und glamourös wirken – auch, wenn diese Meinung niemand mit mir teilt?... (lacht)

Ist die jetzige Frisur praktischer?
Ich spare viel Geld, aber überhaupt keine Zeit. Ich muss sogar wieder bei Null beginnen und haue deswegen jede dunkelhäutige Frau, die über den Weg läuft, wegen Produkt- und Pflegetipps an! (lacht)

Gibt es in Ihrem Leben einen neuen Mann? Bei Frauen deutet eine neue Frisur ja oft darauf hin?...
Bei mir hat sie nur mit meinem neuen Bewusstsein zu tun. Ich habe aber auch be-schlossen, in Liebesangelegenheiten keine Auskunft mehr zu geben. Das Interes- se der Medien an meiner Beziehung mit Pur-Sänger Hartmut Engler war sehr gross. Richtig erschrocken bin ich dann, als der nächste Mann in meinem Leben auch ins Rampenlicht gezerrt wurde. Dies, obwohl wir uns noch kaum kannten und er keine Person des öffentlichen Lebens war.

Zurück zur Musik: Die eingängigen Melodien und der Gesang auf «Today» erinnern verschiedentlich an Whitney Houston. War sie Ihr Idol?

Ihre Musik hat mir total gefallen und die Stimme hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Als Teenager wäre ich gerne wie alle anderen gewesen, kam mir aber wie ein «bunter Hund» vor, weil es damals in Basel nur gefühlte drei Schwarze gab. Deshalb freute ich mich riesig, endlich jemandem zu gleichen, den alle schön und toll und bewundernswert fanden.

Sie bauen sich seit einem Jahr ein zweites berufliches Standbein auf. Worum geht es da?

Die berufsbegleitende Ausbildung für Coaching und Supervision in Organisationen am Institut für angewandete Psychologie (IAP) in Zürich ist perfekt für mich, da es mich im Gegensatz zu einem herkömmlichen Psychologiestudium nur an zwei bis vier Tagen pro Monat bindet. Die restliche Zeit, in der ich lerne, kann ich selbst bestimmen. Auf die Musik und ein Privatleben möchte ich nicht verzichten.

Beruf: Sängerin, Texterin, Moderatorin

Geburtsdatum: 18. Januar 1974 in Basel

Zivilstand: ledig

Wohnort: Zürich

Laufbahn: 1997/98 Gospel-Tournee mit Bo Katzman, 1999 Debütalbum und Vor- programm von Whitney Houston im Hallenstadion, 2000 Moderation von «Cinderella» (TV3). Weitere CDs: «My Wish» (2002), «Auf meine Weise» (2005), «Love Rocks» (2007). Aktuell: CD «Today» (ab 9. September im Handel), Coaching- und Supervision-Ausbildung am IAP, Konzert: 1. Oktober, Zürich Moods. TV: «Tonspur» (SF1 und 3sat).

Link: Homepage von Nubya

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