Neues vom «Katzenversteher»

Vier Jahre lang hat der Schweizer Verhaltensforscher Dennis Turner beobachtet und nachgefragt, wie Menschen auf anderen Kontinenten mit Hund und Katz' umgehen.

Dazu bereiste der Wissenschaftler ferne Länder wie Brasilien, Indien, Singapur, Jordanien, China und Japan. «Eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie ist, dass ich häufige Vorurteile widerlegen konnte», berichtet Turner.

 

«Entgegen der einschlägigen Meinung, dass Menschen in muslimischen Kulturen Hund und Katze gering schätzen, hat die Auswertung unserer Umfragen ergeben, dass man gerade in modernen islamischen Kulturen sehr tierfreundlich eingestellt ist - insbesondere die muslimischen Männer», fast der Tierforscher zusammen. Aufgrund des islamischen Glaubens jedoch dürften Hunde nicht in das Innere des Wohnbereichs und dort gar auf dem Gebetsteppich herumlaufen. Daher werden sie im Hof als Haustier gehalten, dabei aber gut und liebevoll versorgt.

Büsi im Islam hoch angesehen

Einem Büsi hingegen ist der Zutritt ins Haus gestattet. Während ein Hund meist eine funktionelle Rolle als Wächter oder Begleiter einnimmt, gilt die Katze als rituell rein. Das bestätigte sich auch in den Befragungen, in denen das Büsi meist als «liebenswerter» eingestuft wurde als Bello. Dies sei auch auf den kulturellen und religiösen Glauben zurückzuführen, vermutet Turner. Denn «das Büsi ist im Islam eine wichtige Figur als vierbeiniger Begleiter eines Gefährten von Mohammed.»

Islam pro Tierschutz

«Wer weiss schon, dass der Islam die erste Religion ist, die den Tierschutz thematisiert hat?», betont der Katzenexperte. Der Islam gehe in seinem Tierschutzgedanken sogar noch weiter als das Christentum oder Judentum und verbiete nicht nur die körperliche Misshandlung, sondern auch jegliche psychische und ethische Misshandlung, selbst die verbale Abwertung eines Tieres. Muslime glauben, dass Tiere wie Hund und Katz' auch fühlen, die Fähigkeit zu gewissen Denkleistungen und eine Seele besitzen. Als Schlachttiere sind sie absolut tabu.

Zur Person:

Dennis Turner, 1948 in den USA geboren, lebt heute in Zürich und gilt weltweit als der «Katzenpapst». In der Schweiz, in Amerika und Japan ist er durch seine Vorträge und Fachartikel über Katzenverhalten bekannt. So wie Turner hat kaum ein Wissenschaftler die Eigenheiten und Besonderheiten der Spezies «Katze» so intensiv beobachtet und die Beziehung dem Menschen zur Hauskatze erforscht. Turner ist Verhaltensbiologe, Privatdozent am Zoologischen Institut der Universität Zürich und Direktor des «Instituts für angewandte Ethologie und Tierpsychologie» (I.E.T.) in Hirzel, Kanton Zürich. Der Katzenexperte lehrte auch in Japan an der Azabu-Universität, die ihm 2001 den Professorentitel verlieh. Turner schrieb mehrere Sach- und Ratgeberbücher über Katzen, darunter der Bestseller «the domestic cat».

Buchtipp:

Dr. Dennis Turner: Turners Katzenbuch
Wie Katzen sind, was sie wollen
Kosmos-Verlag 2010
ISBN 978-3-440-12136-8

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Susanne Reininger

Tierexpertin

Foto:
zVg
Veröffentlicht:
Mittwoch 27.06.2012, 13:58 Uhr

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