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Ned ist ein bisschen ein Hippie. Er will es allen recht machen, erreicht aber durch seine schusselige Art genau das Gegenteil ...

... so erfährt er vom frustrierten Freund seiner Schwester Miranda, dass dieser ihre dominante «Business-Woman-Art» eigentlich gar nicht mag ...

... und erzählt es dieser natürlich brühwarm. Das Ende vom Lied ...

... Er wird rausgeschmissen. Und sucht die nächste Schwester heim ...

... doch auch hier beim lesbischen Pärchen Natalie und Cindy eckt er an ...

... doch eigentlich kommen alle vier bestens miteinander aus. Wenn sie ehrlich miteinander und vor allem zu sich selbst sind.

Filmkritik: Our Idiot Brother (Unser Bruder, der Idiot)

Ned ist ein armer Kerl. Er kommt aus dem Knast und bringt durch seine naive, aber gut gemeinte Art das Leben seiner Schwestern total durcheinander. Zuerst hassen sie ihn deswegen. Aber dann ...

 

Er ist ein Hippie, lebt normalerweise auf dem Land und betreibt mit seiner Freundin ökologischen Landbau. Weil Ned jedoch «aus Versehen» einem Polizisten etwas Hasch verkauft hatte, sass er die letzten Monate im Gefängnis. Jetzt wird er entlassen und sucht erst einmal Unterschlupf bei seinen Schwestern.

Doch durch seine tollpatschige Art bringt er deren Leben gehörig durcheinander: Bei Liz findet er heraus, dass deren Mann sie mit einer Primaballerina betrügt. Miranda – sie ist Journalistin – hilft er nicht bei einem fast betrügerischen Interview mit einer Prominenten. Und die eigentlich intakte Beziehung der lesbischen Schwester Natalie bringt er durcheinander, weil er beiläufig deren Freundin erzählt, dass sie einen Seitensprung mit einem Mann hatte, von dem sie ausserdem noch schwanger ist.

Und dabei hatte Ned es doch nur gut gemeint ...

Ned ist einer, der Menschen gern hat. Leider stösst das durch seine Taten auf keine Gegenliebe. Seine Schwestern sind entsetzt und empört über die Dinge, die der Mitdreissiger in seiner tolpatschigen Art aufdeckt.

Erst auf den zweiten Blick merken sie, dass es eigentlich nicht Ned ist, der an der Misere in ihrem Leben schuld ist, sondern sie selbst. In ihrer Situation im geschäftigen New York gefangen, brauchen sie einen äusseren Anstoss, um inne zu halten und ihr Tun, ihre Gefühle und ihr Leben generell zu überdenken.

Liz muss sich eingestehen, dass sie mit ihrem Mann eigentlich nichts mehr gemeinsam hat. Und dass sie mit unlauteren Mitteln ein Interview erschlichen hat, das wird Miranda jetzt erst so richtig klar. Natalie hingegen darf erfahren, dass sie mit Ehrlichkeit weiterkommt als mit Lügen ...

Vor allem Paul Rudd ist es zu verdanken, dass «Our Idiot Brother» nicht zu einem schmalzigen Rührstück verkommt. Er spielt den «Ned» mit seiner frappanten Offenheit so überzeugend und ehrlich, dass man zwar manchmal auf die Leinwand springen möchte, um ihn von seinen unbeabsichtigten Taten abzuhalten. Zum Glück kann man es nicht!

Fazit: «Our Idiot Brother» ist ein charmanter Familienfilm, der gute Unterhaltung bietet – nicht zuletzt wegen eines hervorragenden Hauptdarstellers.

Im Kino:
Ab 09.08.2012 in der Deutschschweiz

Regie:
Jesse Peretz

Darsteller:
Ned: Paul Rudd
Miranda: Elisabeth Banks
Natalie: Zooey Deschanel
Liz: Emily Mortimer
Dylan: Steve Coogan
Christian: Hugh Dancy
Janet: Kathryn Hahn
Cindy: Rashida Jones
Ilene: Shirley Knight
Jeremy: Adam Scott

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Markus Kohler

Redaktor

Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Sonntag 22.07.2012, 00:00 Uhr

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