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Linda Fäh will zusammen mit ihrer Freundin das Matterhorn besteigen.

Das grosse Ziel: das Matterhorn


Bewegt sich auch in grosser Höhe sicher und mutig: Linda Fäh

Linda Fäh: «Wir haben ein so schönes Land!»

Linda Fäh will zusammen mit ihrer Freundin das Matterhorn besteigen. Wie sie sich darauf vorbereitet erfahren Sie im Interview.

Coopzeitung: Sie möchten das Matterhorn besteigen. Warum?

Linda Fäh: Angefangen hat es, als ich 2009, während der Vorbereitungen auf die Miss-Schweiz-Wahl, das Matterhorn bei einem Wissenstest nicht erkannt habe. Nach dem Test bin ich von Zermatt Tourismus eingeladen worden, dass Matterhorn zu besuchen.

Da haben Sie das Matterhorn zum ersten Mal gesehen?
Ja, ich war noch nie in Zermatt vorher. Lorena war damals Mitkandidatin und bereits Freundin und begleitete mich. Zu zweit fuhren wir für drei Tage nach Zermatt. Der Tourismusdirektor hat uns durch Zermatt geführt, hat uns das Museum gezeigt und uns die Geschichte der Erstbesteigung des Matterhorns durch Edward Whymper erzählt. Dann durften wir mit dem Heli zur Hörnlihütte fliegen. Da waren wir dem Matterhorn sehr nah. Das war extrem eindrücklich. Wir fragten uns: Wie wäre das wohl, mal da oben zu stehen? Irgendwie liess uns das nicht mehr los.

Es hat sie gepackt.
Das kann man sagen. Seither war ich noch etwa drei Mal in Zermatt und stand immer wieder vor dem Matterhorn. Im letzten Jahr kam eine Anfrage von Mammut. Die Firma wird heuer 150 Jahre alt, deshalb geben sie 150 Seilschaften auf der ganzen Welt die Möglichkeit, ihren Traumgipfel zu erklettern. Sie fragten mich, ob ich mit ihnen aufs Matterhorn klettern wolle.

Was bedeutet das Matterhorn heute für Sie?
Das Matterhorn ist für mich ein ganz spezieller Berg geworden. Ich hatte zwar diese Wissenslücke, aber das macht den Berg nicht zum Feind für mich. Mittlerweile habe ich eine Freundschaft zum Matterhorn entwickelt. Ich habe aber Respekt vor dem Berg, weil ich ihn jetzt von einer anderen Seite kennenlerne. Ich stehe nicht mehr nur davor und schau ihn an, ich arbeite am Berg.

Haben Sie Angst?
Nein, Angst habe ich nicht. Aber Respekt. Mit Angst kommt man nirgends hin. Ich bin sehr gut betreut, die Sicherheit steht an oberster Stelle. Respekt ist aber auf jeden Fall da.

Wie bereiten Sie sich vor?
Letzten Herbst haben wir eine erste mittelschwere Tour gemacht: das Riffelhorn. Lorena und ich hatten keine Erfahrung im alpinen Bereich und mussten erst mal ausprobieren, ob wir das schaffen. Letzten Winter war ich im Salto Natale engagiert, deshalb konnte ich nur wenig trainieren. Eigentlich hätte ich mindestens zwei Mal pro Woche joggen sollen. Das hab ich nie gemacht vorher, weil ich mit Atmen immer Probleme hatte.

Jetzt joggen Sie regelmässig?
Ja, jetzt gehe ich drei- bis viermal pro Woche eine Stunde joggen. Mit der Zeit macht das auch Freude. Je mehr Kraft und Ausdauer man hat, desto mehr Spass macht es. Dazu haben wir Schneeschuhtouren auf über 2500 Meter gemacht. Das Höchste waren mal 1200 Höhenmeter, das war schon megaviel. So haben wir schrittweise immer mehr gemacht. Wanderungen über SAC-Hütten, Klettersteige, dann haben wir im Wallis das Ober Äschhorn bestiegen, immerhin schon 3669 Meter. Im Bündnerland haben wir den Piz Kesch bestiegen. Daneben joggen Lorena und ich mindestens drei Mal pro Woche und wir üben in der Kletterhalle. So steigern wir uns langsam. Im Juni haben wir die ersten 4000er gemacht: in einer Zweitagestour das Lagginhorn und das Weissmies im Wallis.

Was braucht es, um einen Gipfel zu schaffen? Vor allem Willen?
Wille ist das, was man am meisten benötigt. Auch wenn man viel um die Ohren hat, eine Stunde früher aufstehen und noch joggen gehen oder abends, wenn man nach Hause kommt, noch eine Stunde joggen – das braucht viel Wille. Oder in einer SAC-Hütte auf 3000 Höhenmetern zu übernachten, das ist für jemanden wie mich, der sich das nicht gewohnt ist, schon sehr speziell. Morgens um halb vier wieder aufstehen, um vier die Hütte verlassen und wieder losmarschieren, das braucht schon viel Wille für eine wie mich, die eher eine Langschläferin ist.

Lohnt es sich?
Wenn dann die Sonne aufgeht und man auf dem Gipfel die Landschaft vor sich ausgebreitet sieht, dann ist das so gewaltig, dass es wirklich jede Anstrengung lohnt. Da musste ich schon mal ein Tränlein verdrücken. Einerseits vor Erlösung und andererseits, weil es so schön war.

Hat sich Ihr Verhältnis zur Schweiz verändert, seit Sie ab und zu auf einem Gipfel stehen?
Ja, das kann man sagen. Ich war immer schon viel draussen und bin viel gewandert. Als ich Miss Schweiz war und viele Orte in der Schweiz kennengelernt habe, erhielt ich einen Eindruck davon, wie vielfältig die Schweiz ist. Diese Perspektive hat sich noch einmal vergrössert. Wenn man auf 4000 Metern steht und diese fantastische Bergkulisse vor sich sieht ... man sieht so weit und es ist so schön ... das ist extrem eindrücklich. Wir haben ein so schönes Land!

Haben Sie bereits ein Ziel nach dem Matterhorn?
Das weiss ich noch nicht. Zuerst müssen wir einmal das Matterhorn schaffen. Das Wetter und die Schneeverhältnisse müssen stimmen und wir müssen top zwäg sein, damit wir überhaupt die Chance haben, das Matterhorn in Angriff zu nehmen.

Und dann?
Es ist toll, zu erleben, wie viel man bewegen kann, wenn man den Willen einsetzt. Es zeigt sich doch sehr: Wo ein Wille ist, da ist ein Weg. Wenn man einen Traum hat und den Traum mit einem starken Willen verfolgt, dann kann man es schaffen. Wenn wir es schaffen, das Matterhorn zu besteigen, ist das das Tüpfelchen auf dem i. Aber schon der Weg dahin war bis jetzt so eindrücklich, dass ich es nicht missen möchte. Das waren gewaltige Erlebnisse. Und ich habe viel gelernt. Es gibt auf jeder Tour den Moment, dass man sich durchbeissen muss. Wenn man das schafft und man oben auf dem Gipfel ankommt, dieses Glücksgefühl ... da weiss man: Wer genügend Willen aufbringt, kann alles schaffen.

Linda Fäh

Steckbrief: Linda Fäh
Geboren: 1987 in Benken (SG)
Werdegang: Nach der Lehre als Bankkauffrau hat sie die Berufsmatura gemacht und bei der Bank gearbeitet. 2006 wurde sie zur Miss Südostschweiz, 2009 zur Miss Schweiz gewählt. Seither hat sie sich auf Star TV und Tele Ostschweiz einen Namen als Moderatorin gemacht.
Aktuell: Im Rahmen einer Jubiläumsaktion der Bekleidungsfirma Mammut besteigt Linda Fäh zusammen mit ihrer Freundin Lorena Oliveri das Matterhorn.

Mehr zu Linda Fäh auf ihrer Internetseite

Welches Buch liegt grad auf Ihrem Nachttisch?
Von Charlotte Link – der fremde Gast. Ich hab es gerade neu gekauft und freue mich wenn ich bald mit Lesen anfangen kann. Ich lese seit einiger Zeit Charlotte Link, ihre Geschichten sind faszinierend und fesselnd. Ich finde solche Krimi Romane spannend ;)

Welches ist Ihr Lieblings-Romanheld?
Hab ich keiner. Mein Held ist immer mein Schatz ;)

Und welche Vorbilder haben Sie in der Wirklichkeit?
Eigentlich habe ich keine Idole oder Vorbilder. Weil ich immer versuche, meinen eigenen Weg zu gehen so wie ich das für richtig empfinde. Aber ich habe Vorbilder wie meine beste Freundin, wie sie gewisse Dinge im Leben meistert oder gewisse Stärken hat, die ich sehr schätze. Meine Mutter ist auch ein Vorbild für mich. Wie sie das Leben gemeistert hat bis jetzt und wie sie mich und meine beiden Geschwister aufgezogen hat, das beeindruckt mich. Erziehung ist das Wichtigste und ich bin dankbar für die tolle Kindheit und die gute Erziehung die ich gelernt habe.

Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
Ich war nach langer Zeit kürzlich wieder mal im Kino. Ich liebe es ins Kino zu gehen, aber schaffe es leider nicht allzu oft. Ich habe den Film Safe-Todsicher gesehen. In der Hauptrolle Jason Statham. Hmm da schmachtet doch jede Frau ;) der Film gehört absolut in die Sparte meiner Lieblingsfilme und Jason Statham gehört zu den besten Schauspielern.

Und welchen Film würden Sie gerne wieder einmal sehen?
Ein Film den ich schon x Mal gesehen habe und alle Jahre gerne wieder schaue, ist mein absolut Lieblings Liebesfilm und das ist: The Notebook (wie ein Einziger Tag). Ich muss einfach jedesmal weinen bei diesem Film.

Ihr Lieblings-Filmheld?
Nebst Jason Statham gefällt mir Denzel Washington sehr gut. Nicht besonders äusserlich aber schauspielerisch ist er top. Ich liebe praktisch all seine Filme. Um ein Bsp zu nennen: Deja Vu finde ich 1a.

Was für Musik hören Sie gerade?
Ich höre oft Radio. Sei dies zu Hause oder im Auto. So höre ich die momentan Charthits sowie auch die Nachrichten, damit ich immer über alles Bescheid weiss. Ich liebe die aktuellen Sommerhits wie z.b. von Michel Telo (ai se eu te pego)

Welche CD würden Sie auf die einsame Insel mitnehmen?
Laura Pausini. Definitiv. Ich mag ihre Musik sehr. Sie können entspannt wirken aber trotzdem haben sie ihren Rhythmus und man kann mitsingen. Die Texte sind wunderschön auch wenn ich nicht alle verstehe da ich nicht gut italienisch verstehe ;) Und Laura Pausini erinnert mich immer an meinen Italienaufenthalt mit meiner besten Freundin in Cinque Terre.

Mit welchem Musiker würden Sie gerne einmal einen trinken?
Uff das ist schwierig. Es gibt viele tolle Musiker die mich faszinieren. Von Alicia Keys über Pink, aber die grösste Sängerin für mich ist eigentlich seit Kindheit Anastacia. Ihre Konzerte sind der Hammer. Mit ihr würde ich wahnsinnig gerne etwas trinken gehen. Aber z.b. auch mit etwas kleineren Stars wie „Silbermond“, weil ihre Songs in die Richtung gehen von der Musik die ich selber mache und machen möchte. Bei ihr würde mich interessieren, wie sie auf die Songideen kommt. Gerne möchte ich einmal selbst solche Songs schreiben können. (Vermutlich verwundern sich jetzt Einige, warum ich nicht mit einem männlichen Musiker einen trinken gehen würde – würde ich natürlich auch machen, aus weiblicher Sicht ;) aber aus musikalischer Sicht und für die Karriere gedacht, gehe ich lieber mit Anstacia oder Silbermond) ;)

Was kochen Sie selbst?
Uff, vieles ;) Hätten sie nicht gedacht vermutlich ;) Seit ich vor einem Jahr bei Swissdinner mitgemacht habe, koche ich sehr gerne und probiere gerne Diverses aus. Ich wechsle immer ab, mal mache ich Thai-Curry, mal Pastaeintopf mit Gemüse und Fleisch, mal Fajitas, mal Salat und Burger.. hmm da läuft mir gerade das Wasser im Mund zusammen.

Ihre Lieblingsspeise?
Früher hab ich mich immer am meisten gefreut, wenn meine Mama „Reis mit Brätchügeli und Rahmsauce“ gemacht hat. Heute liebe ich diverse Reisgerichte und auch Fajitas mache ich 1x im Monat selber, das muss sein.

Ihr Lieblingsgetränk?
Im Sommer wenn es die Zeit und das Wetter zulässt, nehme ich gerne zu einem Apero einen „Aperol Spritz“. Erfrischend gut.

Mit wem essen Sie am liebsten?
Natürlich mit meinem Freund. Alleine Abend zu Essen macht gar keinen Spass. Ich gehe aber auch gerne mit Freundinnen essen oder bekoche sie ab und zu. Und wo essen Sie am liebsten? Gerne zu Hause wenn ich Zeit habe etwas Gutes zu kochen. Ansonsten mag ich Restaurants am See mit einem schönen Ausblick. Gerne gönne ich mir dann mal ein richtig gutes Rindsentrecote oder Ähnliches. Sowas mache ich selbst weniger zu Hause.

Mac oder PC?
PC, ich besitze seit der Miss Schweiz Wahl einen Lenovo PC und bin zufrieden damit.

Auto oder Zug?
Definitiv Auto. Mit meinen verschiedenen Terminen zu verschiedenen Uhrzeiten muss ich sehr flexibel sein.

Wein oder Bier?
Kommt ganz darauf an was für ein Anlass oder welches Essen dazu. Zu einem guten Grill Abend mag ich gerne ein Bier. Dann trinke ich am Liebsten ein Panache oder ein Frauenbier wie EVE von Cardinal. In einem Restaurant trinke ich dann aber lieber ein gutes Glas Rot oder Weisswein.

Pasta oder Fondue?
Pasta. Das kann ich das ganze Jahr essen. Fondue reicht mir 2x im Jahr (im Winter natürlich)

Joggen oder Walken?
Joggen. Mein frühriger Hasssport ist jetzt zur Gewohnheit geworden. Durch meine Vorbereitung fürs Matterhorn jogge ich wöchentlich mehrmals ca. 1 Stunde. Langsam mag ich den Sport ;)

Berge oder Meer?
Fiese Frage. Zwischen den Bergen lebe ich und momentan bin ich mehr als Zu Hause in der Bergwelt. Langsam vermisse ich das Meer etwas. Ich freue mich deshalb wahnsinnig auf baldige Ferien, ich hoffe sie kommen irgendwann. Dann fahr oder flieg ich definitiv ans Meer.

Wann haben Sie zuletzt geweint?
Vielleicht vor 7-10 Tagen ca.? Mein verletzter Zeh von einer Zwei-Tägigen Tour im Wallis hat mir etwas zu schaffen gemacht. Aber ich glaube mehr psychisch als physisch ;)

Wie bringt man Sie zum Lachen?
Ich bin ein Mensch der liebt es zu Lachen. Ich lache sehr schnell ab Vielem. Ich kann täglich ab meinem Freund z.b. lachen. Er bringt Sprüche und schon ist es Geschehen. Und er singt: praktisch zu jedem Lied findet er die Melodie und den Text. Da muss ich manchmal auch schmunzeln.

Welches Tier wären Sie am liebsten?
Ein Vogel. Was gibt es Schöneres als um die Welt zu fliegen.

Wovon träumen Sie?
Im Moment ist mein grösster Traum, mein Ziel vom Matterhorn zu erreichen. Ansonsten träume ich vom Gesund bleiben und einem glücklichen Leben. Happy sein mit allem was man tut und macht und immer an seinen Träumen arbeiten.

Was ist für Sie das grösste Glück?
Gesund sein und so viele liebevolle und ehrliche Menschen rund um mich zu haben wie ich das habe. Es braucht nicht viele, nur gute und ehrliche. Und um die bin ich wahnsinnig dankbar.

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Matthias Zehnder

Ehemaliger Chefredaktor

Foto:
Robert Bösch/Mammut Sports Group, Keystone
Veröffentlicht:
Montag 23.07.2012, 16:49 Uhr

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