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Bane ist der perfide Bösewicht, der dieses Mal Gotham City ans Leder will. Seine Maske verschafft ihm den nötigen Sauerstoff, bewirkt aber auch, dass er spricht wie Darth Vader ...

... Unterstützung im Kampf gegen Bane erhält Batman von der hübschen und selbstbewussten Juwelendiebin Selina Keyle, die sich nach kurzem als sexy Catwoman entpuppt. Sie darf sogar das Batmobil fahren ...

... Auch Batman konzentriert sich wieder auf den Kampf gegen das Böse, statt vor Selbstmitleid in der Ecke zu kauern ...

... Er wird rausgeschmissen. Und sucht die nächste Schwester heim ...

... Police Comissioner Jim Gordon wird von Gary Oldman gespielt ... eine schillernde Figur, die zwar Dreck am Stecken hat, aber schlussendlich doch auf der guten Seite zu finden ist.

Szenen-Schnappschuss: Regisseur Christopher Nolan (links) im Gespräch mit Darstellern Morgan Freeman (Mitte) und Christian Bale (rechts).

Filmkritik: Batman – The Dark Knight Rises

Die Fledermaus flattert erneut über die Kinoleinwand – zuerst will sie nicht, dann kann sie nicht mehr anders: Batman muss wieder einmal die Welt retten. Das macht er dieses Mal richtig gut.

 

Hauptdarsteller Christian Bale besucht die Überlebenden des Massakers von Aurora, bei dem ein offenbar geistig Verwirrter bei der Filmpremiere von «The Dark Knight Rises» viele Kinogänger erschoss. Der Verleiher spricht den Familien der Opfer sein Beileid aus. Es wird diskutiert, ob der Film trotzdem gezeigt werden darf. Natürlich soll er gezeigt werden, nein er muss vorgeführt werden.

Nicht nur, weil der Film einer der besten der ganzen Serie der bisher sieben Batman-Streifen ist, sondern weil ein Zeichen gesetzt werden muss, dass das, was im Film passiert, ein Kinomärchen darstellt und das auch bleiben soll. Kinofilme haben schon immer Märchen erzählt und sollen es auch weiterhin können und dürfen. Und dem Attentäter und der ganzen Welt muss aufgezeigt werden, dass ein sinnloses Attentat keinerlei Auswirkungen auf die Kinowelt hat.

Acht Jahre nach «The Dark Knight» hat es gebraucht, um einen Nachfolger zu erschaffen: Bruce Wayne lebt inzwischen zurückgezogen und gedemütigt in seinem schlossähnlichen Anwesen – ihm wurde ja fälschlicherweise der Tod von Staatsanwalt Harvey Dent angelastet. Weltschmerz und Selbstmitleid, darin suhlt er sich beinahe schon mit selbstzerstörerischer Wonne – auch sein Butler und Freund Alfred schafft es nicht, ihn aus seinem Sumpf zu ziehen.

Dann knallt Selina Kyle in sein Leben. Die hübsche und zielstrebige junge Frau stiehlt recht dreist eine wertvolle Perlenkette aus dem als supersicher gewähnten Safe von Bruce Wayne, die einst seiner Mutter gehörte. Kyle erklärt sich selbst als weiblicher Robin Hood, daraufhin entsteht ein Flirt-Geplänkel zwischen den beiden – und Bruce Wayne erwacht aus seinem Dornröschenschlaf.

Aus seinem Dornröschenschlaf erwacht auch Batman – denn der Terrorist Bane bedroht Gotham City. Der martialische Muskelmann, scheinbar ohne Gefühle versteckt eine Bombe in der Stadt und ruft die Bevölkerung zum Anarchismus und Selbstjustiz auf – und möchte damit die Gesellschaft in ihren wichtigsten Grundfesten erschüttern.

Nach einer sensationellen, beinahe Bond-esquen Eröffnungssequenz plätschert zu Beginn der Film etwas dahin bis er langsam und fast unbemerkt Fahrt aufnimmt und immer schneller und explosiver dreht. Die Überlänge des Films (165 Minuten) kann sich Regisseur Christopher Nolan leisten, denn er beginnt raffiniert die Handlungsstränge zu knüpfen, die sich durch den Film durchziehen und erst am Ende wieder zusammengebunden werden – mit überraschenden Wendungen. Auch wenn superspektakuläre Action-Szenen fehlen: Die Handlung trägt problemlos die Spannung – bis zum Schluss. Eine grosse Show und spektakuläre Effekte sind gar nicht nötig.

Am Ende des Films ist es wieder so wie es eigentlich sein sollte – und nicht so wie der letzte Film geendet hatte: Batman gewinnt. Allerdings nur mit der Hilfe der starken Juwelendiebin, die sich als Catwoman entpuppt.

Bösewicht Bane, der von Muskelberg Tom Hardy verkörpert wird, erinnert durch seine Maske an Darth Vader aus Star Wars. Auf Grund eines Lungenproblems muss Bane eine Maske tragen und kann nur in einer monoton-gehauchten Art sprechen. Weitere Parallele: Bane – ebenso wie Darth Vader – war früher eigentlich ein «Guter». Erst durch ein Erlebnis haben sich beide der bösen Seite (der Macht) zugewandt.

Das Schauspielensemble überzeugt durchweg – allen voran Altstar Michael Caine in seiner Rolle als Alfred. Er schafft es, die innere Zerrissenheit des loyalen Begleiters zu zeigen: Er muss die schwere Entscheidung treffen, Batman alleine zurückzulassen, damit dieser wieder zu alter Stärke zurückfindet. Aber auch die anderen hochkarätigen Darsteller wie Morgan Freeman, Gary Oldman, Anne Hathaway und natürlich Christian Bale sorgen für beste Kino-Unterhaltung.

Fazit: «The Dark Knight Rises» ist ein komplexer, etwas düsterer, aber sehr unterhaltsamer Film, der mehr als nur brachiale Action bietet. Er enthält gesellschaftskritische Elemente, die zum Nachdenken anregen. Einziges Manko: Alle Handlungsstränge lassen sich nur dann bis ins Kleinste entziffern und lesen, wenn man etwas Vorwissen aus den zwei vorangegangenen Filmen «Batman Begins» und «The Dark Knight» mitbringt, die allesamt unter der Ägide von Regisseur Christopher Nolan entstanden sind. Diese Trilogie ist mit «The Dark Knight Rises» abgeschlossen.

Im Kino:
Ab 26.07. 2012 in der Deutschschweiz

Regie:
Christopher Nolan

Darsteller:
Bruce Wayne/Batman: Christian Bale
Bane: Tom Hardy
Comissioner James «Jim» Gordon: Gary Oldman
Selina Kyle/Catwoman: Anne Hathaway
Miranda Tate: Marion Cotillard
Alfred Pennyworth: Michael Caine
Lucius Fox: Morgan Freeman
Nixon: Matthew Modine
Holly Robinson: Juno Temple

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Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Freitag 27.07.2012, 15:47 Uhr

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