Ein todkranker, kleiner Kater

Der junge Patient ist tapfer, aber viel Hoffnung gibt es nicht: Ein kleiner Kater leidet an der Katzenleukämie und es geht ihm sehr schlecht. Mit einer Impfung lassen sich solche traurigen Katzenschicksale vermeiden.

Der Kleine sass einfach auf der Strasse bei einem Bauernhof, ich konnte ihn ja nicht überfahren!» Die Anruferin klang sehr besorgt. Ich fuhr also abends schnell noch in die Praxis, neugierig, was mich erwarten würde. Da sass ein winzig kleines Kätzchen, schnupfte und miaute kläglich. Es war unheimlich mager und wog nicht einmal die Hälfte seines Soll-Gewichtes. Die Rippen auf einer Seite waren einmal gebrochen und schräg verheilt. Auch hatte es einen Katzenschnupfen. Ich hielt es in die Höhe. Ein klägliches heiseres Miauen verriet, dass der Kleine auch Halsweh hatte. «Er hat so ziemlich alles, was eine kleine Katze haben kann!», sagte ich zur Kundin. «Hoffentlich wird er gesund!» Leider hatte ich mich getäuscht.

Als er nach einer Woche Aufpäppeln immer nur ganz kleine Fortschritte machte, war er endlich alt genug für einen Leukosetest. Dieser gab an, dass der Kleine zusätzlich an der Katzenleukämie litt. Er wurde mit dieser Virenerkrankung von seiner Mama bei der Geburt angesteckt. Da die Katzenleukämie erst nach einiger Zeit ausbricht, können erkrankte Mütter leider noch Junge auf die Welt bringen, und erkrankte Kater weiter Kätzinnen damit anstecken. Die angesteckten Katzen zeigen vielfältige Symptome. Von einer Immunschwäche (wie in diesem Fall) bis hin zu Tumoren. Da die meisten Katzen früher oder später daran sterben, ist es sehr wichtig, dass Jungkatzen getestet und Freigänger auch dagegen geimpft werden. Nur so kann man weitere Ansteckungen verhindern. Da virustragende Katzen noch einige Zeit leben können, sollten sie unbedingt ohne Freilauf gehalten werden, damit sie keine weiteren Artgenossen anstecken.

Der kleine Kater hatte es nicht überlebt. Hoffentlich gelingt es, die Höfe, auf denen seine Eltern leben, zu sanieren. Dabei werden alle Katzen getestet und kastriert. So kann man eine Weiterverbreitung der Krankheit verhindern. Auch sollten alle gesunden Freigänger geimpft werden, um selber nicht angesteckt zu werden. Dank diesen Massnahmen wurde in einigen Gebieten der Schweiz diese Krankheit sogar ausgerottet. Ich wünsche mir, dass die Schweiz ganz leukämiefrei wird!

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
Alamy
Veröffentlicht:
Mittwoch 07.09.2011, 23:00 Uhr

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