Trauben: «Olympisch und christlich»

Denken Sie ruhig ein paar Jahre zurück, wenn Sie an Trauben denken. Die gab es nämlich schon «immer». Nicht nur den Sportlern der Antike haben sie gemundet. Auch Jesus hat ihren Saft genossen. Gegoren und ungegoren.

Die Sportler der Antike waren auch nur Menschen wie Sie und ich. Nur etwas gestählter wahrscheinlich. Bei Gluthitze unter der griechischen Sonne haben sie ihre durchtrainierten Körper ertüchtigt. Zu Zeiten der ersten Olympi­schen Spiele gab es noch keine mit Magnesium angereicherten Powerriegel. Wie haben sie ihre Körper wohl geschmeidig gehalten? Wir folgen an dieser Stelle ­einer historischen These: Die griechischen Sportler sollen ihr körperliches Wohl mit dem Verzehr von grösseren Weintraubenmengen unterstützt haben. Ob vor oder nach dem Wettkampf, ist nicht gesichert. Dass aber ­Trauben als frühzeitiges «Functional Food» eine Rolle gespielt haben könnten, ist nicht unwahrscheinlich. Ein profaner Grund könnte dafür sprechen: Sie waren reichlich vorhanden. Und das schon längstens. Und sie schmeckten schon immer süss und saftig! Alles an ihnen ist gut: die Schale, das Fleisch, die Kerne, die Blätter.

Weintrauben sind ein ­unvorstellbar altes Kulturgut. Vor den Griechen hatten sich auch schon die Ägypter an ihnen erfreut. Und davor eigentlich die ganze Ur-Menschheit. Denn Trauben wachsen auf diesem Planeten erwiesenermassen schon seit Millionen Jahren, obwohl es Eiszeiten und Kälteperioden gegeben hat. Ein fossiles Weinblatt, das bei Verona gefunden wurde, datierten Spezialisten auf etwa 52 Millionen Jahre vor unserer Zeitrechnung. Andere gehen bei der Suche nach dem Ursprung dieser herrlichen Frucht nicht ganz so weit zurück. Aber ob 50 Millionen oder 5000 Jahre vor Christus, so viel Zeit kann man sich ja sowieso nicht vorstellen.

Doch mit Christi Geburt wird die Traubengeschichte wieder so richtig irdisch. Nicht nur, weil der in Trauben enthaltene Traubenzucker zum Beispiel Sportlern verbrauchte Energie sofort wieder zurückgibt. Und auch nicht, weil sie ­ausserdem so wichtige ­Mineralien wie Kalium, ­Magnesium und noch viel mehr enthalten. Sondern weil ausgerechnet Jesus dem wohl ersten ­alkoholischen Getränk der Menschheit, dem aus Trauben hergestellten Wein, Vorschub leistete: Kurzerhand erklärte er den gegorenen Traubensaft zu seinem Blut. Und schon war vieles nur noch halb so schlimm. Der Rausch galt gar als religiöse Ekstase. 

Es kam noch besser: Wein hielt man lange Zeit für Medizin. Das Weingeschäft florierte also, und das nicht ohne die Kirche. So hatte zum Beispiel das Kloster St. Gallen im 10. Jahrhundert so viele Weinfelder, dass die Keller nicht mehr ausreichten, um die Ernten aufzunehmen! An der ­Tafel des Abtes wurden im 13. Jahrhundert Weine aus der Schweiz, vom Neckar, aus dem Elsass, Tirol, Frankreich und Italien serviert. In Basel und Strassburg bestimmte der jeweilige Bischof, was und wo getrunken werden durfte.

Viel harte Handarbeit

Ob in klösterlichen oder anderen Weinanbauhöfen: Bevor auch nur eine süsse Traube geerntet werden kann, fliesst jahrelang viel Schweiss. Denn erst im dritten Jahr des Anbaus kann überhaupt an Ernte gedacht werden. Und auch während die ersten Trauben reifen, werden laufend nachwachsende Triebe beschnitten und der Boden ­gelockert. Das ist harte Arbeit, die wegen der Hanglage der Weingärten von Hand geleistet wird. ­Während der Ernte werden die ­Trauben noch auf dem Feld ­verpackt oder im Lager sortiert und zum sofortigen Versand vorbereitet. Sie werden reif geerntet, da sie nicht nachreifen.

Traubenspiessli im Speckmantel

Rote und weisse Traubenbeeren mit Kräuter-Rohess-Specktranchen auf Spiessli stecken und unter dem Backofengrill bei 240°C ca. 3 Minuten grillieren. Mit etwas Balsamico-Essig beträufeln, Pfeffer aus der Mühle und sofort servieren.

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Foto:
Ferdinando Godenzi
Styling:
Marianne Ettlin
Veröffentlicht:
Montag 05.09.2011, 12:37 Uhr

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