So ein Ball, so ein Ball, das ist Barnies Fall …

Barnies Hobby hat seine Tücken

Sport ist gesund – doch dabei besteht auch eine gewisse Verletzungsgefahr. Das gilt auch für den sehr sportlichen Barnie.

Der kleine, dynamische Jack Russell tribbelte auf dem Tisch hin und her. Er war noch jung, doch seine Vorderbeine zeigten eine Krümmung. Es sah aus wie die Beine eines Louis- XV.-Sessels. Ich erklärte der Besitzerin, dass die Knochen seiner Unterarme unterschiedlich schnell wachsen. Ohne korrigierende Operation würden sie immer krummer werden und seine Ellenbogengelenke hätten deswegen bald eine Arthrose.

Die Kundin war besorgt: «Mein Kleiner wird aber sehr sportlich werden. Er springt jetzt bereits für sein Leben gerne herum. Das darf nicht sein, dass er schon in jungen Jahren Arthrose bekommt!» Wir entschlossen uns, Barnie operieren zu lassen. Dabei würde der Chirurg die unterschiedlich langen Knochen ausgleichen. Der arme Barnie musste nach der Operation lange getragen werden. Aber schliesslich waren seine Beine verheilt und er durfte wieder seinem Hobby nachgehen: dem Ball nachspringen.

Kurze Zeit später lahmte er jedoch erneut, diesmal auf einem Hinterbein. Barnie hatte sich beim Versuch, seinen Ball zu fangen, etwas ungeschickt bewegt. Die Diagnose war schnell gestellt, die Konsequenzen dauerten rund drei Monate: Barnie hatte sich sein rechtes Kreuzband gerissen und musste operiert werden. Den Chirurgen kannte er jetzt ja, ebenso das Getragenwerden. Und der Kleine trug es mit Fassung.

Nach einer langen Genesungszeit und anschliessender Muskelaufbauphase wurde mit einem feierlichen Anlass sein Ball wieder aus dem Schrank geholt. Für Barnie war die Welt wieder in Ordnung. Wenn er nur wieder laufen und spielen durfte!

Nach einiger Zeit kam erneut ein Anruf: «Barnie hinkt wieder! Diesmal am anderen Hinterbein.» Ich untersuchte ihn und stellte fest, dass sein anderes Kreuzband nun ebenfalls gerissen war. «Ist es wieder beim Ballspiel passiert?» Die Besitzerin bejahte. «Sie wissen ja jetzt, wie es weitergeht!», sagte ich. «Der arme Hund muss wieder zum Chirurgen. Zum Glück hat Barnie nur vier Beine!»


(Coopzeitung Nr. 37/2012)

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Chantal Ritter

Tierärtztin

Foto:
alamy
Veröffentlicht:
Sonntag 09.09.2012, 18:00 Uhr

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