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Filmkritik: Hope Springs - Wie beim ersten Mal

Zu zweit allein. Das beschreibt wohl am besten die Ehe, die Arnold und Kay seit einigen Jahren führen.

Während 30 Jahren ihres Zusammenlebens hat sich jede Begegnung zwischen den beiden in Routine verwandelt: Sie kocht am Morgen die Eier er liest die Zeitung, sie serviert, er sagt danke, sie sagt hmmhmm, er küsst sie auf die Stirn und geht zur Arbeit und so weiter und so fort. Seit einem Rückenproblem von Arnold schlafen sie auch in separaten Schlafzimmern. Wenn es nach ihm ginge, könnte dieses eingespielte nebeneinander auch auf ewig so weitergehen. Doch Kay entwickelt sich zum Spielverderber und fragt sich, ob ihre Ehe nicht wieder richtig werden könne. Auf der Suche nach Hilfe stolpert sie über den Ehe-Ratgeber von Psychiater und Ehe-Therapeut Dr. Feld. Doch ein Buch scheint nicht genug, und so entschliesst sich Kay zu drastischen Massnahmen – sie bucht das einwöchige Intensivseminar für Paare bei Dr. Feld.

Zuerst muss aber der Berg von Ehemann zum Propheten gebracht werden. Doch Kay ist kein naives «Huscheli» und hat in 30 Jahren auch ein paar Tricks gelernt. Und so finden sich die beiden im idyllischen Kaff «Great Hope Springs» (Grosse Hoffnungs Quellen) auf der Couch von Dr. Feld und versuchen, die alte Liebe wieder zum Leben zu erwecken. Dieser findet schon schnell Problem und auch Lösung für das Paar: mehr Sexualität und Intimität. Mit verschiedenen Aufgaben sollen diese  wieder reaktiviert werden. Abwechslungsweise widersträubend, angst- aber auch lustvoll, macht sich das Ehepaar an die Aufgabe, sich nach all den Ehejahren wieder – oder vielleicht auch zum ersten Mal – richtig zu entdecken (so gesehen ist der Deutsche Film-Titel – «Wie beim ersten Mal» – gar nicht so unglücklich gewählt) Die richtige Feuerprobe muss ihre Ehe aber zurück im Alltag bestehen.

Es ist ein feiner Film, der sich in der richtigen Balance zwischen Komödie und Drama bewegt. Besonders wohltuend: es ist kein drastischer Ich-enttäuscht-verlasse-dich-und-verwirkliche-mich-und-werde-wer-ich-immer-schon-sein-wollte-und-seh-jetzt -auch-tausendmal-besser-aus-Film, der darüber hinaus mit motivierender Rocky-Musik unterlegt wurde. Nein, es ist ein Film, der auf respektvolle und doch nicht bitterernste Weise ein Problem beleuchtet, das in den besten Familien vorkommen kann.

Doch eigentlich wäre alles andere enttäuschend gewesen, den hier waren keine Anfänger am Start: Regie führte der preisgekrönte David Frankel der schon für «The Devil wears Prada» mit Meryl Streep ein starkes Team bildete. Ganz im Gegensatz zu der damaligen Rolle brilliert Meryl Streep in Hope Springs als verunsicherte Hausfrau Kay. Exzellent unterstützt wird sie dabei von Tommy Lee Jones, der als griesgrämiger Geizkragen Arnold überzeugt. Der dritte im Bunde ist Steve Carell als Dr. Feld. Das Drehbuch wurde von Vanessa Taylor geschrieben, die auch beim Serienhit «Game of Thrones» mit von der Partie ist.

Kritikpunkt:

Auch dieser Film ist nicht ganz frei von Klischees und sorgt dafür dass sich grad jüngere Zuschauer (jü 40) teilweise fremdschämen – praktisch unvermeidbar, wenn ältere Menschen den inneren Teenager raushängen lassen. Da aber Vorsehen besser ist als Nachtherapieren, ist dieser Film auch für Zuschauer lehrreich, die noch nicht 30 Jahre verheiratet sind.

Die Message:

Es ist nie zu spät, wieder ein Bett zu teilen!

 

Cast:

Meryl Streep
Kay

Tommy Lee Jones
Arnold

Steve Carell
Dr. Bernie Feld

Regisseur:

David Frankel
Director

Kinostart:

Jetzt im Kino

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Michaela Schlegel

Redaktorin

Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Freitag 07.09.2012, 16:36 Uhr

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