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Filmkritik: Looper

Die Begegnung mit seinem Zukunfts-Ich verspricht actiongeladene Hochspannung mit einer Traumbesetzung.

 

Die Autos fliegen, Computerbildschirme schweben in der Luft und Drogen werden durch Augentropfen konsumiert. In dieser Zukunftswelt sind auch Reisen durch das Raum-Zeit-Kontinuum keine Utopie mehr, sondern, wenn auch illegal, Realität. Syndikate der Unterwelt machen sich dies zu Nutze, um ihre Gegner spurlos verschwinden zu lassen. Dank Zeitmaschinen werden die Opfer in die Vergangenheit gesendet, wo sie von Auftragskillern mit einer Schrotladung empfangen und spurenlos beseitigt werden.

Einer dieser Auftragskiller ist Joseph Simmons, ein Profi im Geschäft. Gewissenlos und auf die Sekunde pünktlich steht er bereit, wenn seine Opfer mitsamt Bezahlung in der Gegenwart erscheinen. Der lukrative Job ermöglicht Joe ein Leben in Saus und Braus. Doch die Aufgabe bringt für die Auftragskiller, Looper genannt, auch Nachteile. Früher oder später wird einem von den Syndikaten das eigene Ich zur Exekution gesendet, was dem Looper eine begrenzte Zeit lässt, bis er sich seinem unausweichlichen Schicksal gegenübersteht.

So kommt auch für Joe der unvermeidliche Tag, an dem er sich in die Augen sieht. Sein von Bruce Willis verkörpertes "altes" Ego erscheint in der Gegenwart und stellt Joseph vor die schier unüberwindbare Aufgabe des Selbstmordes in Spe. Ein erster Augenkontakt, ein kurzes Zögern und ein gezielter Fausthieb später liegt der junge Joe bewusstlos am Boden, sein zukünftiges Ich zu Fuss auf der Flucht und der Plot beginnt.

Loopers brilliert dabei auf vielen Ebenen. Zum einen zeichnet der Jungregisseur Rian Johnson mit seinem dritten Werk ein Bild der Zukunft, welches im Gegensatz zu vielen genreähnlichen Filmen sehr glaubwürdig wirkt. Schmutzig und düster, mit sozialen Problemen und gesellschaftskritischen Aspekten angereichert, fesselt einen der Film ab der ersten Minute und schnell wird klar, hier überzeugt der Drehbuchautor mit einer durchdachten Handlung und einem Actionfilmende, welches sich von der breiten Masse an unbedeutenden und vorhersehbaren Endungen abwendet und zum Denken anregt.

Mit Joseph Gordon-Levitt und Bruce Willis in den Hauptrollen haben sich zudem zwei Grössen des Geschäfts gefunden, welche auf der Leinwand unglaublich gut und authentisch miteinander harmonieren. Währendem sich Willis in alt bekannter Manier mit wenig Sprache und viel Action austobt, mimt Gorden-Levitt den kreativen, an der Aufgabe wachsenden, mutigen und sympathischen Helden, welcher sich nicht nur mit Frauen auskennt, sondern auch sein feinfühliges Gespür für die Zukunft mehrmals unter Beweis stellt.

Dass Filme über Zeitreisen ein grosses Potenzial zur Verwirrung des Zuschauers haben, ist allgemein bekannt. Ganz anders bei Looper. Die Geschichte lässt zwar viel Freiraum für Interpretation, gibt jedoch nur jene Informationen zur richtigen Zeit preis, um den Handlungsstrang stets logisch zu gestalten, für eine Produktion mit doch tiefgründigem Hintergrund einfach nur brilliant.

Fazit: Darf man nicht verpassen, Top!

Im Kino:
Ab 04.10.2012

Darsteller:
Bruce Willis
Joseph Gordon-Levitt
Emily Blunt
Piper Perabo
Jeff Daniels
Paul Dano

Regie:
Rian Johnson



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Stefan Kempf

Online-Redaktor / Mediamatiker

Foto:
ZVG
Veröffentlicht:
Montag 24.09.2012, 00:00 Uhr

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